Nadia Ali (iio)
Interview mit Nadia Ali (iio) im Dezember 2001
Iio, der neue Durchstarter in der Danceszene.
Das Duo, bestehend aus Sängerin Nadia Ali und dem Produzenten Markus Moser landete mit dem Song "Rapture" auf Anhieb einen Treffer in den englischen und amerikanischen Charts. Nadia Ali, in Libyen geboren, wuchs in Queens, New York, auf und lernte dort auch den aus Österreich stammenden Produzenten Markus Moser kennen, der seit einiger Zeit in der Metropole lebt..
Auch aus den Sets vieler grosser DJs wie z.B. Danny Tenaglia, Paul van Dyk und Pete Tong ist es nicht mehr wegzudenken. Angespornt durch diesen Erfolg machen sich iio mit dem Track, der zugleich erste Veröffentlichung von Ministry of Sound Germany ist, auf die deutschen Dancefloors zu erobern.
Natürlich darf so ein wichtiger Act nicht bei German Dance Awards 2001 in Hamburg fehlen und so performten sie auch bei der diesjährigen Preisverleihung im Grünspan. Zugleich war es ihr erster Auftritt in Deutschland. Nach ihrer Show traf man sich hinter der Bühne im Backstagebereich für ein kurzes Interview mit Nadia und Markus.
Gratulation zu der gelungenen, coolen Show und Glückwunsch für den erfolgreichen Einstieg von "Rapture" in die Charts.Ist das richtig, dass dies heute Euer erster Auftritt in Deutschland war.
Markus:
Um genau zu sein war dies eine Doppelpremiere, da es sowohl die erste Show in Deutschland war, als auch das erste Mal, dass wir "Rapture" im Soulsideremix performt haben. Alle Live-Acts präsentieren bei solchen Veranstaltungen immer nur die Danceversion ihrer Songs, also die bekanntere Variante. Wir wollten einfach diesem Trend nicht folgen und haben dieses Edit gewählt und in einer Life Show umgesetzt.
Das ist Euch auf alle Fälle grandios gelungen. Wie kam es eigentlich, dass Ihr Euch gefunden habt?
Nadia:
Ich arbeitete zu der Zeit für Versace in New York. Singen war schon seit meiner Jugend sehr wichtig für mich gewesen, jedoch habe ich es vor unserem Zusammentreffen nie professionell ausgeübt. Ein Freund von mir sagte, dass er jemanden kenne, der eine Sängerin für ein Projekt suche und das ich genau die Richtige dafür wäre...So traf man sich im Studio und wir begannen gemeinsam zu produzieren.
Markus:
Als ich sie damals zum ersten Mal getroffen habe, stand für mich sofort fest, dass wir gemeinsam arbeiten werden. Sie benötigte nur noch einen feinen Schliff und dann konnte es losgehen.
"Rapture" war einer der Sommerhits auf Ibiza und somit auch einer der entscheidenden Faktoren, der zu Euren weiteren Erfolgen führte. Wie genau kam es dazu oder was war der Grund dafür?
Nadia:
Die entscheidende Rolle spielte Mike Bender, der Präsident von Mate Records, einem amerikanischen Label auf dem "Rapture" auch zum ersten Mal veröffentlicht wurde. Er steht in sehr engen Kontakt mit vielen DJ-Grössen, an die er den Track sofort weiterreichte und der Rest ist Geschichte.
Iio, übrigens ungefähr wie eiow ausgesprochen, steckt hinter diesem ungewöhnlichen Namen irgendeine Geschichte oder hat er eine tiefere Bedeutung für Euch?
Nadia:
Nein besitzt er nicht. Es ist die Optik, die so aussergewöhnlich ist und hervorsticht. So was sieht man nicht alle Tage, sticht aus der Masse heraus.
Markus:
Der Name wirkt in erster Linie durch seine Optik. Darin liegt sein Charme.
Nadia:
Aber auch die Aussprache trägt dazu bei dem Ganzen auf der einen Seite was Einzigartiges zu verleihen und auf der anderen Seite ist doch sehr verschieden zu deuten. In Spanien z.B. wird es iioo, also beides lang ausgesprochen.
Und wie ist bei dem Titel für den Song "Rapture" ?
Nadia:
Der Song handelt ja von einem Typen, den ich selbst in einem Club mal getroffen habe. Man könnte also sagen er ist ihm irgendwie gewidmet. Es soll die Atmosphere in diesem Moment darstellen, meine Stimmung, meine Empfindungen und gleichzeitig das mysteriöse an ihm, da ich ihn nicht erreiche.
Nadia, wie genau bist Du eigentlich zur Musik gekommen, wann hattest Du die ersten Kontakte mit ihr?
Nadia:
Seit dem ich 14/15 bin schreibe ich Gedichte und eigene Songs. Singen war schon immer eine meiner Leidenschaften. Jedoch war es mir nie möglich es proffessionell zu betreiben, bis ich dann Markus traf...
Nadia verliess uns dann, um dem Auftritt von Kosheen mitzuerleben, da sie deren Show noch nicht live gesehen hatte und mit deren Frontfrau sie gut befreundet ist.Das Interview wurde nun nur mit Markus Moser, dem Produzenten, weitergeführt.
Ihr habt heute Abend uns Eure Liveperformance präsentiert, bekannt wurdet Ihr durch Euren Song, der in Ibiza rauf und runter lief. Was ist Euch wichtiger, vielmehr was ensteht zuerst, der Song oder die Liveperformance? Worauf liegt Euer Hauptaugenmerk?
Markus:
Das Producing ist für uns der Kern. Wir sind kein Liveact. Also im Klartext ist der Song, der im Studio entsteht die Essenz und das Entscheidende. Darauf wird hingearbeitet. Wenn dieser Track dann steht, kann dazu eine geeigntee Liveshow entwickelt werden, die das Flair des Songs wiedergibt. Wir sind ein reines Studioteam und danach erst ein Liveact. Solche Veranstaltungen wie hier und heute sind eine gute Bühne, wo wir unsren Song präsentieren und performen können.
"Rapture" ist Euer erstes Release und damit seid ihr schon wahnsinnig erfolgreich und gleich in die Charts durchgestartet. Das ging ja alles ziemlich flott. Jetzt im Moment seid Ihr gerade auf Tour. Welche Pläne und Ziele habt Ihr Euch für die kommende Zeit gesetzt?
Markus:
Natürlich Touren! Somit uns und Rapture auch gleichzeitig zu promoten. Parallel dazu wollen wir unser Album fertigstellen, das im Frühjahr 2002 erscheinen soll. Wir wollen das in unsere Tour so einbauen, das es eine rundum perfekte Präsentation ergibt. Nicht einfach, jetzt steht die CD in den Regalen, sondern es muss ein Auftritt für das Album werden.
Wie bringt Ihr das unter einen Hut, gleichzeitig zu Touren und an dem Album weiterzuarbeiten?
Markus:
Ich hab meinen Computer dabei, auf dem alle Programme sind, die ich zum bearbeiten von der Musik so benötige.
Wenn Du Dich so umschaust, was hälst Du von den GDA und der Idee im Allgemeinen?
Markus:
Ich bin heute zum ersten mal auf den GDA. Bis jetzt kannte ich diese Veranstaltung gar nicht, da wir in den USA nichts davon mitbekommen haben. Aber doch, es ist eine ganze gute Sache. So ein Treffpunkt der Szene, der auch als Forum dienen kann, ist wirklich keine schlechte Einrichtung.
Wenn Du die amerikanische Danceszene mit der Europas vergleichst, was für paar Schlagworte fallen Dir dazu ein?
Markus:
In den USA ist die Danceszene bei weitem nicht so gross, organisiert und ausgebildet wie in Europa. Dort wird Dance eher ins Abseits gedrängt, muss sich mit dem Hintergrund begnügen. Es besteht einfach keine Offenheit gegenüber dem Sound. Europa ist da das totale Gegenteil. Die Leute hier sind innovativer und mutiger, deshalb ist die Szene auch lebendiger und fortschrittlicher.
Warum beibt Ihr beide dann in den USA?
Markus:
Wir möchten dort Pioniere sein. Inspiriert durch unsere Einflüsse aus Europa wollen wir in Amerika eine Vorreiterrolle spielen. Etwas bewegen. Ein Schritt nach vorne ermöglichen.
Nun noch eine abschliessende Frage. Was liegt Dir im Moment am meisten am Herzen, worauf wirst Du Deine meiste Energie verwenden?
Markus:
An oberster Spitze steht auf alle Fälle die Fertigstellung unseres Albums. Damit eng verbunden ist auch der Durchbruch in den USA. Tja, und über all diesen Dingen steht der Wunsch mit der Musik, die man produziert gut beim Publikum anzukommen, den Menschen Freude zu bereiten und sie zum Tanzen zu bringen.
Vielen Dank für Eure Zeit, noch eine schönen Abend und das Beste für das nächste Jahr.
Markus: Danke
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