Leptomorph Interview
Interview mit Leptomorph im Juli 2001:
1. Wie bist Du zur Musik gekommen?
Das war wohl im Zuge dieser ganzen Kommerzialisierung Anfang der 90er. Die ersten Sachen die mich gekickt haben gingen so in Richtung the Prodigy etc.
2. Was hörst Du privat?
Bizarre Dinge ;). Viel Jazz auf jeden Fall. Miles Davis oder John Coltrane zum Beispiel. Auch Drum´n Bass in Richtung Good Lookin Rec.. Ab und wann auch mal Frank Sinatra, wenn die melancholischen Momente kommen ...
3. Deine erste Platte?
Bekam ich von meinen Eltern geschenkt. Sie war von Elton John und hieß "Blue Eyes" oder so ähnlich. Ich war damals 8 oder 9 Jahre alt.
4. Wie oft legst Du auf?
Monatlich auf jeden Fall im Bremer NineOneOne Club, wo ich auch Resident bin. Dazu kommen meist wöchentlich Gigs im ganzen Norden. In Oldenburg bin ich ab und zu. Auch in Osnabrück oder Münster.
5. Was sagst Du zur Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der elektronischen Musik?
"Früher war alles besser" ist heutzutage ein gängiger Spruch, den ich allerdings nicht unterstützen kann. Zwar war damals mehr Dynamik im sogenannten Movement , aber viele die meckern profitieren heute von den Strukturen die damals geschaffen wurden. Eine Ausnahme bildet die Love Parade, die mich leider gar nicht mehr reizt. Es ist schon schade, welche Möglichkeiten da verspielt worden sind. Vor allem wenn man sich mal zum Vergleich Veranstaltungen wie das Sonar Festival anschaut. Was die Zukunft angeht, könnte ich mir vorstellen, daß wir immer mehr Crossover zwischen den einzelnen Styles erleben werden. Faithless machen das im Moment auf Mainstream-Ebene ja ganz gut vor.
6. Bist Du Deinem Stil treu geblieben oder ziehst Du bei Trends mit?
Es hat einige Zeit gedauert bis ich meinen Stil gefunden habe. Ich geh zwar schon mit der Zeit, allerdings habe ich immer eine Vorliebe für härtere Scheiben mit Soul gehabt. Kanzleramt ist momentan mein Lieblingslabel.
7. Dein schönster bzw. außergewöhnlichster Gig?
War im July 2000 auf einem Open Air bei Osnabrück, das in einem verfallenen Gasthof stattfand. Die Crowd war ziemlich offen für neuen Stuff und ist bei allen Tracks mitgegangen. Herausragend war auch eine Session im Dez. 98 im Münchener Studio von Evosonic. Den alten Luftschutzbunker werd ich definitiv nicht vergessen ;).
8. Ein Klassiker?
Hellmut Geier - My Definition of House
9. Engagierst Du Dich für den "Nachwuchs"? Wenn ja, wie?
Mit dem Nachwuchs ist das so ein Thema. Sicherlich gibt es viele talentierte Newcomer und es ist nicht lange her, daß ich selbst ihren Reihen entsprang. Allerdings ist der Markt derzeit ziemlich übersättigt. Es gibt hier in Bremen 2 recht junge Freaks die auf dem örtlichen OK eine sehr gute Radiosendung machen. Die haben wirklich was drauf und die unterstütze ich schon wo ich kann.
10. Was ist Deine derzeitige Inspiration fürs DJing bzw. Produzieren?
Amusement total sans regret.
Kontakt: leptomorph@feierei.de