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Ältere Interviews von April - September 2001 September 2001 - Juli 2002 August - Juli 2003 Juli - Dezember 2003 Januar - Juni 2004

DJ Irwin Leschet Interview

Kurzinterview mit Irwin Leschet vom 15.03.2001

1. Wie bist Du zur Musik gekommen?
Zum Produzieren bin ich durch die Faszination an alten Synthis und Drumcomputern gekommen. 1994 habe ich angefangen, diese zu sammeln. Anfangs habe ich nur "daran rumgespielt" - ohne den Anspruch zu haben, einen "fertigen" Track zu produzieren, "richtige Musik" ist erst später daraus geworden ...

2. Was hörst Du privat?
Schon häufig die Platten, die ich auch im Set spiele - vor allem neue. Wenn nicht, läuft bei mir gerne auch mal Jazz - weil das die einzige Musik ist, die ich im Hintergrund laufen lassen kann, ohne zwangsweise immer darauf zu achten, wie sie produziert ist, welche Geräte verwendet worden sind, welcher Break noch besser und welcher Basslauf fetter sein könnte ...

3. Deine erste Platte?
Meine erste Single war "Modern Girl" von Meat Loaf, meine erste Maxi "I Was Made For Loving You" von Kiss (wovon es gerade einen sehr guten Remix gibt, den ich momentan jedesmal auflege).

4. Wie oft legst Du auf?
Fast jedes Wochenende.

5. Was sagst Du zur Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der elektronischen Musik?
Das kann ich nur subjektiv beantworten: Früher: Mich hat elektronische Musik früher mehr begeistert - das liegt allerdings daran, dass ich heute weiß, wie einfach diese teilweise zu produzieren ist. Wenn mich heute ein Stück umhaut, dann weil ich der Produktionsart- und -weise Achtung zolle. Früher konnte ich mich stundenlang für Musik begeistern, die lediglich mit einer 909 und einer 303 gemacht wurde. Heute funktioniert das leider nicht mehr - das "Jungfräuliche" ist leider weg. Heute: Andererseits halte ich es für Klasse, dass heute jeder durch Produkte wie "Rebirth" selber Musik produzieren kann. Dadurch ist das Verhältnis von Qualität und Quantität zwar schlechter geworden, aber man findet doch immmer wieder "Perlen" die von unbekannten Homerekordlern produziert wurden. Morgen: Ich denke, dass sich nicht allzuviel an der Stilvielfalt der elektronischen Musik ändern wird - aber einiges an den Vertriebswegen. Durchs Internet hat sich hier in den letzten 3 Jahren schon einiges getan, aber das war erst der Anfang. Die Industrie setzt immer mehr auf digitale Medien, die übers Netz vertrieben werden können. Und auch für uns (DJs) gibt es bereits die ersten Tools, um mit MP3s zu mixen (obwohl es mir sehr leid tun würde, wenn dieser Trend das Vinyl vertreibt!)

6. Bist Du Deinem Stil treu geblieben oder ziehst Du bei Trends mit?
Grundsätzlich versuche ich, "meinen Stil" erst dann festzulegen, wenn ich weiß, wo ich auflegen soll. Gewiss hat man eine gewisse Grundlage, die immer die gleiche ist, aber trotzdem sollte man flexibel genug sein, um sich auf die jeweilige Situation einzustellen. Das heisst, dass ich Techno, House, Breakbeats und Triphop auflegen kann - ohne zu sagen "ich bleibe meinem Stil nicht treu" ... alles zu seiner Zeit... :-)

7. Dein schönster bzw. außergewöhnlichster Gig?
Da fallen mir zuerst einige Open-Air Partys ein. Nachmittags in der Sonne auf einer Wiese mit ein paar hundert Leuten ... das ist für mich das Beste. 1997 hab ich zur Loveparade im Eimer in Berlin gespielt - das war eine der coolsten Locations - und der Geburtstag von HR-XXL im Lofthaus in Frankfurt. In Frankfurt feiern die Leute immer eine Spur lauter als in Köln - das ist für den DJ sehr schön ...

8. Ein Klassiker?
Jay Dee "Plastic Dreams".

9. Engagierst Du Dich für den "Nachwuchs"? Wenn ja, wie?
Ich habe eine eigene Partyreihe im Liquid Sky Cologne namens "Audiokunststoff". Hier lade ich immer neue Gäste ein, die mit mir jammen ... allerdings ist das nicht als reine Nachwuchsförderung konzipiert. wichtig hierbei ist der Live-Faktor. Zum Teil treffen sich hier 8 Leute, die sich vorher noch nie gesehen haben (ich bin der Einzige, der alle kennt), schließen ihre Geräte zusammen und legen los ...

10. Was ist Deine derzeitige Inspiration fürs DJing bzw. Produzieren?
Meine Motivation schwankt immer zwischen Produzieren und DJing. Momentan habe ich eher Lust zum Auflegen und gehe kaum ins Studio. Gute Partys auf denen ich gute Musik höre, machen Laune auf neue Platten und zum Auflegen. Die Inspiration zum Produzieren kommt meist daher, dass man jemanden trifft und sagt "wir müssen unbedingt mal was zusammen machen" ... wenn dann wirklich was daraus wird und man nebeneinander im Studio sitzt, kann das schon sehr inspirierend sein :-)

URL: http://www.leschet.de
Mail: irwin.leschet@liquid-sky-cologne.de
coypright: OPfeil@change-it.de, Techno Online


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