Discoboys
Interview mit den Discoboys am 31.08.2001 in Gelsenkirchen:
Aus aktuellen Anlaß trafen sich Raphael, Gordon und Thomas (Mitarbeiter von www.techno.de) zu einem Interview.
Was hat sich für Euch nach der Veröffentlichung Eurer ersten Platte geändert?
Gordon: Eigentlich nicht viel, man hatte dadurch natürlich mehr Einblicke hinter die Kulissen.
Wo seid Ihr genau im TV aufgetreten?
Bei TV Total mit Stefan Raab, Top of the Pops, Big Diet und Interaktiv mit Mola. Bei letzterem konnten wir dann endlich mal unsere Sicht der Dinge erzählen. Ansonsten waren doch alle Auftritte sehr auf Roberto fixiert.
Ist denn eine weitere Zusammenarbeit mit Roberto geplant?
Gordon: Wie schon bei VIVA gesagt, wissen wir das noch nicht. Für unsere zweite Single suchen wir nach einem anderen Interpreten, da man sonst zu sehr in einer Schublade gesteckt wird. Es ist ja nicht das Projekt Discoboys feat. RB für immer, sondern wir haben uns gedacht, da wir nicht selber singen können, produzieren wir halt Stücke, (das nächste Stück soll keine Coverversion werden). Jetzt ist halt eine andere Person an der Reihe. Ob männlich oder weiblich steht noch nicht fest.
Wenn mal eventuell später nach unserer dritten oder vierten Single ein eigenes Album geplant ist, würden wir uns noch einmal an ihn wenden. Der Kontakt zu ihm ist sehr gut, und mit ihm zusammen zu arbeiten, macht schon Spaß.
War es Euer Hintergedanke, durch Roberto Blanko ins Rampenlicht zu kommen?
Nein eigentlich nicht. Wir dachten eher, dass dies kontraproduktiv sei, da er in den letzten Monaten nicht mehr in den Charts war, obwohl er neue Songs aufgenommen hatte (ole ole ole, eine Stadionhymne, oder auch last christmas auf spanisch). Die Kids fanden ihn dadurch auch nicht mehr cool. Uns ging es um den Interpreten. Wir haben da gar nicht über irgendwelche Fans nachgedacht...
Sind Eure jüngeren Fans denn mehr auf Euch zugestürmt?
Gordon: Ne, nicht auf uns, auf Roberto (Blanko).
Ist Roberto nie als Liveact geplant gewesen?
Gordon: Roberto war bei unserer Releaseparty in Hamburg dabei. Außerdem noch eine Sängerin, die ihn immer wieder zum jammen aufgefordert hat.
Was sagt Ihr denn zu Ibiza bzw. dem Amnesia?
Gordon: Das Amnesia ist cool. Es ging ab.
Raphael: Angeblich wird dort nie die Musik gespielt, wie wir sie gespielt haben. Das wurde uns zumindest hinterher gesagt. Der Laden an sich ist schon recht kommerziell. Das Amnesia ist auf Ibiza superbekannt, alle gehen dort hin.
Eigentlich gibt es dort nichts spezielles, bis auf die Tatsache, dass es halt auf Ibiza ist. Es ist einfach das Ding. Qualitativ muss dies aber nicht zwangsläufig gut sein.
Gordon: Wenn so viele Menschen aus ganz Deutschland dort auf Ibiza sind, ist es für uns natürlich auch was Besonderes, der Fanclub aus Erfurt, eine Menge aus dem Raum Ostwestfalen-Lippe...
Es ist dann auch immer besonders, da man alle Leute trifft, die man sonst nur in jeweils einem Club treffen würde.
Nun zu Eurem neuesten Projekt...
Gordon: Ja unsere Mix-CD kommt am 08.10.01 in den Handel! Die ist uns auch viel wichtiger, als die Single. Wir sind DJ's und deshalb...
Raphael: Zu der Compilation können wir sagen, dass wir es selber sind. Sie legt keinen Wert auf Aktuelles, was man aus dem Discohouse-Bereich kennt, sondern das ist eher ein Querschnitt von dem, was wir spielen.
...mit vielen Perlen, die sonst niemand auf einer Compilation hat, die in unser Set einfach reingehören. Wer uns kennt, wird die Sachen lieben, und Leute, die uns nicht kennen, werden überrascht sein und vielleicht auch noch etwas hinzulernen...
Das ist der Fokus der Compilation. Man kann sie einfach zehnmal hören und es wird einfach nie langweilig. Es sind einige ältere Sachen drauf, einige 80ies, und das macht sie sehr spannend, finde ich.
Gordon: CD1 ist eher aktueller, CD2 sind eher die geheimen Tips. :)
Mittlerweile gibt's die Gute Nachtgeschichten in der Raveline. Wie kam es dazu?
Gordon: Zuerst haben wir einen Plattenladentest für Hamburg gemacht, den die Raveline-Redakteure auch ganz lustig fanden. Danach haben sie uns dann gefragt, ob wir nicht Lust dazu hätten, eine regelmäßige Kolumne zu schreiben.
Wir waren ja beide vorher Musikredakteure, und von daher ist es für uns nichts Neues. Es macht uns einfach Spaß.
Vor allem die Top 10 der blödesten Fragen sind doch sehr lustig geschrieben...
Raphael: ...und die sind nicht ausgedacht!!! "Hast Du auch Hip-Hop dabei? Nee, aber ich im Auto! Warte ich hol die mal..." :)
...aber daran sieht man ja auch. dass der Kontakt zu Euch da ist...
Raphael: Klar, mit uns kann man reden, mit uns kann man E-Mails schreiben, und wir haben Kontakt zu den Leuten.
Wievile Mails bekommt Ihr denn pro Tag?
Raphael: So 10-20 Mails, ...nach größeren Events natürlich mehr. Dadurch entsteht auch Kontakt, den man hält. Automatisch kommen die Leute dann auch zu unseren Events, obwohl die manchmal gar nicht in deren Umkreis liegen.
Gordon: An dieser Stelle auch ein Gruß an die Thekenrocker aus Kassel, die immer ins Flamingo gefahren kommen.
Was sagt Ihr sonst zur Houseszene in Deutschland?
Raphael und Gordon: Sie bessert sich und wird größer.
Gordon: Viele Technoleute laufen über.
Raphael: Es gibt viele gute Residents, die sich entwickelt haben. Ein gutes Beispiel ist DJ Ralf Gum aus dem Airport Würzburg.
Die Leute sollen einfach mehr auf die Musik achten und nicht wie eine Herde hinter Namen herlaufen.
Wie sieht das bei DJ-Neulingen aus. Unterstüzt Ihr wen?
Raphael: Wir bekommen viele Tapes und CD's zugeschickt, die wir uns dann auch anhören. Daraufhin geben wir dann unser Feedback ab, aber mehr können wir da auch nicht tun.
Gordon: Jeder sollte ja auch seinen eigenen Stil entwickeln und niemanden kopieren.
Wen könntet Ihr denn weiterempfehlen?
DJ Antoine & Mad Mark aus der Schweiz sind echt gut.
Gibt es einen Unterschied zwischen Schweizer und deutschem Publikum?
Raphael: Ja, das Schweizer Publikum ist älter und etwas begeisterungsfähiger für diese Musik. Im Züricher Oxa ist der DJ Antoine ein absoluter Star. Kaum vergleichbar mit irgendeinem deutschen DJ. Manchmal macht er auch drei Gigs an einem Abend. Er legt genau den gleichen Stil auf, den wir auch auflegen. Den Bekanntheitsgrad kann man in Deutschland nie erreichen.
Je kleiner Club und je begeisterungsfähiger die Leute in Deutschland sind, um so mehr neue Platten kannst du spielen. Das ist eine Faustregel.
Gordon: Der Clubstandard in der Schweiz ist auch sehr hoch! In Deutschland gibt es einige Läden, bei denen man sich wundert, warum die Musik so schlecht ist. In der Schweiz wird auf die Musikanlage sehr viel Wert gelegt.
Raphael: Manchmal kommt man in die schönsten Läden und fragt sich: "Warum klingt der Sound so schlecht". Dann merkt man, dass der Sound in diesem Club keine hohe Priorität hat!
Da, wo wir Residents sind, haben wir glücklicherweise auch guten Sound (Airport Würzburg, Flamingo Essen, U60311 Frankfurt)! Aber bei einigen kleineren Clubs fängt das schon an. Manchmal fragt man sich da schon, wo rein diese Clubs überhaupt investieren.
Was sagt ihr zu VIP's in der Szene?
Gordon: Mir sind VIP's total egal.
Raphael: Jedes Publikum, das ohne VIP's auskommt ist glaubwürdiger. VIP's sind immer die, die nie Stimmung machen. Da geht es nur um sehen und gesehen werden. Meistens tritt Musik bei denen total in den Hintergrund.
Beide: Wir hatten bei unseren Partys auch noch nie einen VIP-Bereich und finden so etwas auch total schlecht.
In Köln bei der Popkomm seid Ihr auch gewesen?
Gordon: Ja, wir haben eine Party am Donnerstag gemacht. Die erste mit VIP-Bereich. :) Dies lag aber an unserer Plattenfirma.
Raphael: Was mir in letzter Zeit aufgefallen ist, dass es wohl sehr angesagt sein muss, dem DJ einen Jägermeister anzubieten. Wenn das allerdings 12 Mal am Abend vorkommt, ist das schon merkwürdig.
Unterschätzen viele Partygäste eigentlich Eure Leistung am Mischpult?
Raphael: Viele Leute möchten am liebsten mit uns den ganzen Abend (über ihre Probleme zu Hause) sprechen. Wir finden das absolut spannend *g*...
Was einige vielleicht nicht wissen, ist, dass das Auflegen von Platten schon was mit Konzentration zu tun hat. Einige glauben wohl, wir werfen einfach eine Scheibe nach der anderen auf den Teller, und dann war es das...
In Wirklichkeit ist es aber viel mehr!
Die Leute merken es dann, wenn sie sich selber hinter die Plattenteller stellen und zwei Platten ineinander mischen sollen. Es ist einfach sehr schwer, zehn Gespräche zu führen und auch noch Stellung zur neuesten Geschichte von ihrem Hund zu beziehen. Das geht nicht so leicht!
Zu diesem Thema wird es bald auch eine Geschichte in der Raveline geben. :)
Aus gegebenem Anlass verlost www.techno.de unter allen E-Mail-Eingängen 3x die Doppel CD's THE DISCOBOYS "VOLUME 1".
Betreff: Verlosung
Folgende Frage muss beantwortet werden:
Für welche Techno-Zeitschrift schreiben die Discoboys Artikel?
Eure Mails mit Angabe der kompletten Postadresse schickt ihr an:
cd-verlosung@nexgo.de
Einsendeschluss ist der 30. November 2001. Die Gewinner werden per Mail benachrichtigt!
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Weitere Infos: nächsten Gigs / DJ Charts
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