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Ältere Interviews von April - September 2001 September 2001 - Juli 2002 August - Juli 2003 Juli - Dezember 2003 Januar - Juni 2004

Baze.Djunkiii Interview

Interview mit Baze.Djunkiii im Juni 2001:

1. Wie bist Du zur Musik gekommen?
Natürlich erstmal musikalisch sozialisiert übers radio und durch selbstaufgenommene tapes, auf denen sich vorwiegend frühe dancefloorgeschichten wie technotronic, inner city, blackbox, snap und synthiepop tummelten. im zarten alter von acht jahren (1986/7) bekam ich dann von meinem cousin ein tape mit acidhouse zugesteckt, das hat mich wohl irgendwie angefixt.

2. Was hörst Du privat?
Alle varianten unkommerzieller elektronischer musik, momentan viel atonales zeug wie pan_sonic, ekkehard ehlers oder m.behrens. alternativ auch breakcore von labels wie peace off, ambush oder hymen,

3. Deine erste Platte?
Depeche Mode "Violator", Snap "World power"

4. Wie oft legst Du auf?
Zwei bis dreimal monatlich auf radio fsk/hamburg im rahmen meiner [und st.martin's] radioshow "die nachtschwestern" plus 1-2 clubgigs, je nach aufkommen. mal n monat auch gar nicht im club, weil ich mich anderen projekten widmen muss oder es keine gigs gibt, die mich reizen.

5. Was sagst Du zur Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der elektronischen Musik?
"Früher war nicht alles besser!" da ich seit 94/95 selbst im nachtleben unterwegs bin, zuerst als konsument und dann auch als aktiver part der szene, habe ich schon einige entwicklungen kommen und gehen sehen. mittlerweile nervt es ziemlich, das viele partygäste aber auch upcoming dj's und veranstalter von der musik an sich und ihrer entwicklung keine ahnung mehr haben und nur engstirnig ihre linie fahren. bestes beispiel sind die leute, die sich im drumnbass-bereich nur scheiben von renegade hardware oder bad company kaufen, ohne sich andere sachen im laden wenigstens anzuhören. ausserdem springen immer noch viele leute auf den trend "techno" (als synonym für elektronische musik im allgemeinen) auf, weil es angeblich cool oder hip oder sonstwas ist. diese leute benutzen die musik, um ihr ego zu pushen und nicht weil sie auf den sound stehen. schade finde ich auch, das der hype und die damit einsetzende kommerzialisierung einen anfangs durchaus interessanten style wie 2step einfach gekillt hat ohne das sich eine szene entwickeln konnte, da es in den beats durchaus interessante ansätze gab. mittlerweile gibt es da zu viele schlechte rnb-produktionen, die den markt überschwemmen, so dass weiterentwicklungen wie breakbeat bzw. darkstyle garage oder nuskoolbreaks noch weitgehend unbeachtet bleiben, doch das ändert sich gerade. generell hoffe ich, das sich die szene insgesamt langsam mal gesundschrumpft, der kommerzielle chart- und hitorientierte sound von der bildfläche verschwindet und es endlich wieder eine musikalische weiterentwicklung gibt, da die meisten styles momentan auf einem gewissen level stagnieren.

6. Bist Du Deinem Stil treu geblieben oder ziehst Du bei Trends mit?
Wenn mensch sich seit ewigkeiten mit elektronischer musik auseinadersetz bleibt es natürlich nicht aus, das gewisse phasen durchlaufen und neue styles aufgegriffen werden. trotzdem kann ich beim durchblättern meiner plattensammlung durchaus noch zu jeder einzelnen scheibe stehen, die sich dort findet - nicht nur weil sie einen schritt in der entwicklung darstellt, sondern auch weil ich sie immer noch gut finde. davon abgesehen zeichnet sich ein guter dj dadurch aus, das er innovativ ist, trends setzt und ihnen nicht hinterherläuft.

7. Dein schönster bzw. außergewöhnlichster Gig?
Abgefahren war das set auf der one love im september 2000, wo ich statt der geplanten 90 minuten auf einmal von 2.45 - 8 uhr morgens (mit 45 minuten unterbrechung) auf dem 2step floor spielen musste, weil die nächsten djs nicht kamen. ich hatte nicht genügend platten für ein longset dabei, konnte zu später stunde nicht mehr mixen vor erschöpfung und die leute haben mir von "champion sound" auf 33rpm bis hin zu freq.nasty's "i was made for loving you" jeden track verziehen. ebenfalls ganz oben auf der hitliste steht der 2.6.2000 mit homebass - mit dem ich seit kurzem zusammen als "intrauterin alliance" produziere - im abdera in biberach, habe noch nie zu vor metalfreaks zu 2step moshen sehen....

8. Ein Klassiker?
Sonic subjunkies - turntable terrorism e.p. (digital hardcore recordings)

9. Engagierst Du Dich für den "Nachwuchs"? Wenn ja, wie?
Indem ich auf eigenen veranstaltungen immer gern newcomer buche, die ich bzw. mein partner gerald steyr als bookingagentur intracon für qualitativ gut befinden. ausserdem feature ich newcomer in meinen radioshows und gebe grundsätzlich ehrliches, teils auch extrem hartes feedback auf mixtapes und demos. darüberhinaus habe ich meist, sofern ich nicht grade selber akut ein set spiele, ein offenes ohr für fragen - sei es am telefon, via email (baze.djunkiii@intracon-booking.de) oder im otaku recordstore, wo ich regelmässig anzutreffen bin.

10. Was ist Deine derzeitige Inspiration fürs DJing bzw. Produzieren?
Beim auflegen sind es zumeist die schägen und harten produktionen, die mich wirklich kicken. aus diesem grund klingen meine sets auch immer anders als die vieler anderer dj's, da sich dort eine menge schiebn wiederfinden , die von anderen als unspielbar eingestuft werden. auch habe ich einen hang zum experiment und der macht ganz schön mutig manchmal... in sachen produktion geht's grad los als "intrauterin alliance" zusammen mit homebass, der ebenfalls aus hamburg stammt. unser sound liegt irgendwo zwischen hartem drum'n'bass und breakcore, ein style den wir beide als dj's lieben. so bauen wir uns tracks wie wir sie gern hätten, die es aber nicht im laden zu kaufen gibt. ach hier gilt der hang zum experiment, wobei ich eher mit den ideen und samples im kopf daherkomme und diese mit homebass zusammen umsetze, da ich selbst nicht der freak in sachen software und sounds bin.

URL www.nitestylez.de


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