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23.12.1999
Musik: Why Does My Heart Feel So Gold
Goldene Zeiten für MOBY: 350.000 verkaufte Singles von Why Does My Heart Feel So Bad lassen bei der Stuttgarter Tonträgerfirma Intercord noch einmal die Sektkorken knallen. Nach den Achtungserfolgen von Go, Everytime You Touch Me, James Bond Theme und Honey ist dies MOBYs erste Goldsingle in Deutschland.
Der Künstler wird die Auszeichnung auf seiner für den Februar angekündigten Mini-Deutschlandtournee in Empfang nehmen. Die nächste Single aus seinem aktuellen Album Play wird Natural Blues sein und ab März 2000 in die Läden kommen.
Nächsten Tour Dates: 18.02. 2000, Düsseldorf Tor 3; 19.02. 2000, München, Babylon
Link: www.intercord.de
Link: www.mute.de
22.12.1999
Musik: Copy kills Music - Sony veröffentlicht skandalöses Underground Resistance-Plagiat (doch nicht)
Was wäre das Ende des Jahres 1999 ohne einen letzten handfesten Skandal im eh schon krisengeschüttelten Musikbusiness. Kurz vor Weihnachten gab es in den letzten zwei Wochen promt nochmal richtig hitzige Diskussionen und erhitzte Gemüter und das alles global umspannend worldwide.
Was war passiert? Über das Detroiter Kultlabel Underground Resistance und seine immense Bedeutung für den Techno der 90er Jahre muß an dieser Stelle nichts weiter Erklärendes geschrieben werden, lediglich erwähnt werden sollte die Politik des Labels, keine wie auch immer gearteten Zugeständnisse an Major Labels, die alle lediglich gewinnorientiert und im seltensten Falle auch im Sinne der Artists agieren, zu machen. (Leider will mir derzeit partout nicht einfallen, ob die "Bestof Underground Resistance" CD, die es um 1992 herum einmal kurz gab, nicht doch in Kooperation mit einem der verhassten Majors entstand...).
Egal, zurück nach 1999: DJ Rolando veröffentlicht vor etwa sieben Monaten auf der Knights Of The Underground EP den Track "Knights Of The Jaguar", auf den sich insbesondere in Deutschland mal wieder jeder einigen kann - ein kleiner Clubhit ist geboren. Natürlich dauert es nicht lange und die Majors stehen auf dem Parkett, denn Geld lockt. Sony glaubt sich dem Indie aus Detroit unerkannt nähern zu können, indem man erst einmal Discomania (die für den Vertrieb der Sony Clungeschichten auf Vinyl verantwortlich zeichnen) anweist, eine mögliche Lizensierung zu klären. Underground Resistance reagiert erwartungsgemäß NICHT, für jeden halbwegs Eingeweihten eine verständliche Reaktion und eigentlich auch für jeden anderen Menschen deutlich als Absage zu interpretieren. Nicht so für Sony. Munter nimmt man dies als Anstoß, einen eigenen RipOff des Tracks zu produzieren und so an den Autoren des Originaltracks vorbei, den zu erwartenden Gewinn noch weiter zu maximieren. Die absolut lächerliche Begründung für diesen Ideenklau, der sonst von der Musikindustrie selber, wo es nur geht, als Bootlegging verdammt und dämonisiert wird, liefert der Sony A&R Dirk Dreyer mit dem folgenden Satz: "As we don't want to be seen as guys who rip off or bootleg a well known track, we have chosen the way of rerecording the track tone by tone.". Schön die Ideen und gleich noch den halben Namen dazu klauen, das Ganze dann auf niederem Niveau nachspielen. Ist doch nicht Schlimmes bei. Warum also der Ganze Wirbel? schien sich der Mann tatsächlich zu fragen! Antworten hat er dann alerdings mehr bekommen, als ihm lieb gewesen sein kann. Semiprofessionelle Musikenthusiasten mußten dem begriffstutzigen A&R, der eigentlich von Berufs wegen am besten zwischen Recht und Unrecht unterscheiden sollen könnte, mit Aufklärung zu Moral, Urheberechten und gutem Ton zur Seite stehen, bis dieser sich gönnerhaft zu einer Reaktion herabließ, die nachwievor die Sony als jedem Zweifel erhaben dastehen läßt. Mad Mike und Underground Resistance hätten schließlich nicht reagiert und überhaupt wären Sony- und UR-Käufer ja generell zwei ganz verschiedene Völkchen. Man sieht sich nachwievor im Recht, zeigt sich auch überzeugt, daß nun ein anderer Major den Wirbel für ähnlich unhehre Zwecke nutzen werde, man selber aber den guten Kontakt zum Underground, den man ja auch unterstütze, nicht verlieren wolle. Die Gutmenschen! Haben doch glatt vergessen, eine Erklärung nachzuliefern, warum man erst einen Bootleg als Vinylpromo auf den Markt wirft und sich dann erst mit einem Lizensierungs- (nicht Nachspiel-)wunsch an den Künstler und dessen Label wendet, wenn man doch eigentlich nur freundschaftliche Absichten hegt.
Unter untenstehender URL gibt es den Originaltrack von DJ Rolando als RealAudio, vor billigem Nachspielen wird gewarnt ;-)
Link: www.submerge.com/real_audio/UR-049.ram
19.12.1999
Internet: Hamstern und Mobbing bei Domains
Das Leute gern Domains andere Leute und Firmen besetzen ist seit 1995 bekannt und Praxis. In der "Techno-Szene" ist die Loveparade immer wieder beliebtes Ziel von Leuten, die von Markenrechten noch nie etwas gehört haben. Nicht anders ist zu erklären, warum die Anmelder es immer wieder versuchen, sich am Namen "Loveparade" zu bereichern. Nicht mit Geld, aber mit Klicks.
Bereits seit vielen Monaten versuchen es folgende Domains:
loveparade-nrw.de, lovepara.de, loveparade2000.de, loveparade-2000.de, loveparade99.de, liebesparade.de
Bei den Domain-Hamstern sind neu hinzugekommen:
loveparade-berlin.de, loveparadeberlin.de, loveparade-live.de, loveparadetv.de, loveparade-tv.de,
loveparade-online.de
Allen wird demnächst schnell klar werden, dass sie auf Dauer keine Chance haben. Wir haben hier lediglich Deutschland als Beispiel gewählt, würden wir diese Liste weltweit führen wären die Adressen um einiges zahlreicher.
Link: www.techno.de/arena...
16.12.1999
TV: Freitag, 17. Dezember bei "Tracks" auf Arte: Tangerine Dream
Seit über dreißig Jahren sind die Berliner Tangerine Dream (mittlerweile allerdings nur noch in sehr abgespeckter Besetzung: Klaus Schultze & Sohnemann) im Musikbusiness aktiv, erst vor knapp einem halben Jahr ging ihre letzte Welt-Tournee zuEnde. Auf renommierten Techno-Labels wie etwa Fax, der Spielwiese Pete Namlocks, veröffentlichte man bereits und vor drei Jahren erschien eine Album mit Remixes zeitgenössischer Produzenten elektronischer Musik. Vor allem aber die Soundtrack-Arbeiten sind es, die Tangerine Dream für die anspruchsvollen Hörer im dritten Jahrzehnt ihres Bestehens noch immer interessant machen. Die Amerikaner hingegen lieben sowohl die alten, damals noch beinahe revolutionären Werke, wie auch die letzten paar Alben, die eher als Meilensteine der gepflegten Langeweile anzusehen sind. Der "Tracks"-Report wird einen Bogen schlagen von den Anfangszeiten der Band zum heutigen Tingeltangel und sicher dem Techno-Opa Schultze auch die Gretchenfrage zum Thema Innovation stellen.
Link: www.arte-tv.com
15.12.1999
Musik: Viel Lärm um Nichts (Trance-DJ Lopez macht mal Pause)
Er hat es ja bereits seit Monaten immer wieder nebulös umschrieben angekündigt und im November mit der "offiziellen" Namensänderung (neue E-Mail-Adresse, mehr ist bei uns nicht angekommen) Ernst/einen Anfang gemacht.
Marcos Lopez, Berliner Ex-Techno-, jetzt Trance- & Goa-DJ, Moderator bei Radio Fritz und jeweils eine Hälfte der Superstition-Projekte Marmion (mit Mijk van Dijk) und The Sun and the Moon, heißt fortan "Darshan". Hört sich eher nach ein paar Löschblättern zuviel an, aber er meint es offensichtlich ernst: Nur noch von Name Darshan M. Lopez kündeten fortan offizielle Kommunikationsschreiben. Im letzten Anschreiben diesr Art dann die große Verkündigung zum Ende des Millenniums: "Bisher war das Leben eine wilde Party, 13 Jahre lang. Nun verlasse ich Berlin und dieses Land um mich einer Kommune in einem anderen Teil der Welt anzuschließen". Als nächsten ist von der Beendigung der DJ-Karriere ("als Marcos Lopez") die Rede und wir ahnen bereits, so endgültig ist das Ganze dann wohl doch nicht. Soll wohl aber so aussehen. Der Rückzug soll in drei Stufen vollzogen werden: Schritt 1: die letzte Radioshow am 17. Dezember im 8-Stunden-Nonstop-Livemix. Schritt 2 & 3: Die jeweiligen Sets bei den Berliner Sylvesterparties der Veranstalter MFS Records "2000 Jahre Berlin" und "Classic Dance Trax" (No UFOs). Mit (Zitat:) "Thank you! Thank You! Thank You!" verabschiedet sich Marcos Lopez überschwenglich und pathtisch ein letztes Mal und entschwindet als Darshan in fremde Sphären. Zurück bleiben trauernde Fans, die nie wieder... Alles Quatsch! Tatsache ist eher: Marcos Lopez macht 6 Monate Urlaub in Costa Rica und ist ab dem Sommer wieder regulär und wie gehabt über MFS Records zu buchen.
Wir fahren ja alle gerne mal in den Urlaub aber so viel Wind darum hat vorher garantiert noch keiner gemacht...
Mehr zum Thema Ex-Marcos Lopez auf unserer Site unter untenstehender URL.
Link: www.techno.de/news/artist/artist-lopez1
14.12.1999
Musik: Elektronische Kozept-Musikreihe feiert letztes Release mit allen Künstlern
Das Ausnahme-Label Raster-Noton, vor einiger Zeit aus beiden Labels (Rastermusic und Noton) fusioniert und musikalisch, wenn überhaupt, dann noch am ehesten mit den Outputs des finnischen Sähkö vergleichbar, veröffentlicht seit 12 Monaten jeden Monate eine 20-minütige 3"-Maxi-CD in einem wunderschön-futuristischen Plastik-Case, auf der jeweils ein Künstler zeitgenössischer elektronischer Musik seine Vision zu den letzten 20 Minuten des Jahrhunderts musikalisch manifestiert hat. Gespannt sind wir alle schon auf das mysteriöse "Magnet-Modul", das alle 13 Boxen zu einer Einheit verbinden soll, der richtige Hammer allerdings war die Ankündigung, alle Musiker würden sich noch vor dem Jahreswechsel in Berlin einfinden, um Ihre Komposition livehaftig vorzustellen.
Am 14. Dezember nun ist es tatsächlich soweit: in der Berliner Volksbühne hat man die einmalige Möglichkeit hochkarätige Musiker aus beinahe "aller Welt" live zu erleben, die Sensation wäre das tatsächliche Erscheinen von Elph, ein Projekt hinter dem die Musiker Peter Christopherson und John Balance stehen, die in Projekten wie Throbbing Gristle, ZosKia, Psychick TV und Coil den Werdegang der elektronischen Musik der letzten zwanzig Jahre ganz entscheidend mitgeprägt haben. Der letzte Coil-Auftritt (deren Mailing-Liste mehr Verkehr zu verzeichnen hat als etwa die der Rolling Stones und ähnlicher Stadiumbands) liegt schon etwa fünfzehn Jahre zurück und sollte die finale Zusage der beiden tatsächlich erfolgen, haben sich sogar Fans aus den USA und Japan angesagt! Selbst wenn es dazu nicht kommen sollte, sind neben diverser Projekten der Raster/Noton Labelowner solch hochkarätige Artists wie PanSonic, Scanner, Wolfgang Voigt und Thomas Brinkmann und Ryoji Ikeda mehr als ein Grund, sich diese einmalige Spektakel nicht entgehen zu lassen. Das gesamte Event wird übrigens im Web von der Internationalen Stadt live übertragen, die URL findet Ihr untenstehend.
Eine bessere Möglichkeit, sich noch in diesem jahrhundert einen Überblick über den derzeitigen Stand von Techno jenseits von Hardcore, Progressive und Trance zu machen werdet Ihr wohl kaum mehr geboten bekommen, also entweder hingehen oder beim Web Broadcast einloggen!
Link: www.raster-noton.de/liveframe
Link: www.raster-noton.de/catalog/2000/2000
Link: http://orang.orang.de
12.12.1999
Sonstiges: Bowie - Einer der es wissen muß zum Thema Drogen
Als Reaktion auf die fragwürdigen Pro-Heroin-Äußerungen des Rolling Stones-Zombies Keith Richard [siehe news 11/99] vor einigen Wochen, hat sich nun ein weiterer Heroe der Vätergeneration zu Wort gemeldet, der ebenfalls bekanntermaßen für lange Zeit Bewußtseinerweiterung und Zudröhnen bis zum Anschlag nicht abgeneigt war, in den 80er Jahren sogar seinen Wohnsitz nach Berlin verlegte, da man in der Mauerstadt dem Drogenkosum am hemmungslosesten und in bester Gesellschaft anderer Stars & Celebrities fröhnen konnt e.
David Bowie gibt freimütig zu, ähnlich Keith Richard, von allem und jedem gerne und oft auch in Übermaßen konsumiert zu haben. Allerdings, so räumt er ein, leide er noch heute an den Nachwirkungen und Langzeitschäden. Vor allem Kokain hätte bei ihm schwere bleibende emotionale Schäden verursacht und sein Gedächtnis ("mein Gehirn ähnelt nach all den Jahren noch am ehesten einem Schweizer Käse") für immer beeinträchtigt.
Erst nach jahrelanger Abstinenz sei es mit ihm wieder bergaufgegangen, mittlerweile fühle er sich rundum wohl und glücklich. Was man dem für sein Alter wirklich makellos aussehenden Sänger, der mit seinen Drum'n'Bass-Experiementen auf dem vorletzten Album sogar kurzzeitig auch wieder Thema für die MTV- und Viva-Zielgruppe unter 20 war, auch durchaus ansieht!
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