Doppelt so viele wie gedacht! 500000(LO>GO) Donnerstag Christo packt den Reichstag aus, Berlin ist eine andere Stadt (blabla…). Ziemlich unverpackt kommen auch die ersten Raver an, die anfangen das Stadtbild zu prägen und in obligatorisch überbesetzten Kleinwagen mit überproportionalen Bassboxen in die Stadt einrollen. Freitag Alle kommen an: Die Clubwear-Stores hatten bereits Donnerstag regen Betrieb, ergaben aber am Freitag ein Bild wie nach der Währungsreform. Jeder kaufte alles in fluxem Tempo, Geschäftszeiten wurden wegen des großen Andrangs gebrochen und meist waren die Läden am Samstagmorgen nur noch mit leeren Bügeln bestückt… Wie schon bei den Paraden zuvor setzt sich der Trend durch, daß Love Parade Profis Freitag nicht bzw. nur kurz ausgehen, um auf der Parade nicht schon vollkommen durchgeschossen anzukommen. So bleibt es auf den Freitagsparties verhalten ruhig. Beste Party: Aufschwung Ost im Yaam. Samstagmorgen Am Bahnhof Zoo siehts bereits so aus, wie sonst nach der Parade. Fast 1.000 Leute haben dort mit ihren Schlafsäcken übernachtet. Die Stadt füllt sich. Alle Autobahnen rund um Berlin sind verstopft. Die ersten feierten bereits ihre Love Parade auf der Autobahn, auf der getanzt wird. Die Alkohol- und Süßigkeitsvorräte aller Tankstellen neigen sich schnell dem Ende zu. Auch als der Stau sich auflöst, wird noch auf der Autobahn weitergefeiert und getanzt. Da eh nur Raver unterwegs sind, kann man sich locker machen und das Scheißgehupe von hinten wird einfach übertönt. Schließlich kommen dann doch alle rechtzeitig zur Parade an. Schon ab mittags ist der Ku'damm so voll wie bei den Paraden der Vorjahre. Das KaDeWe verriegelt seine Schaufenster. Die Straßen werden schon Stunden vor dem Start der Love Parade gesperrt. Auf den Grünstreifen des Tauentzien und am Wittenbergplatz chillen oder schlafen die Freitagsraver. Das Frontpage/3000 Fashion Meeting Frontpage/Sense und Frank Schütte hatten in unserem Büro zum Fashion Meeting geladen. Bei glühender Hitze waren allerdings die Video Previews der neuen Kollektionen eher nebensächlich und das Happening die Hauptsache. De best Dreck uff de Teppisch und alle VIPs waren auch da, kamen und gingen blahblahblah. Drink des Tages: Tanduay, der philippinische Rum, der bei der Love Parade Hitze nochmal doppelt knallte. Die Frontpage Events Clique dagegen auf dem Dach vom Tauentzien mit dem besten Überblick. Die Paraaaaaaaade! Schon zu Beginn der Parade war es auf dem Kurfürstendamm so voll wie nie zuvor. Der Zug setzte sich mit großer Verspätung in Bewegung. Auf dem Wittenbergplatz wurde bereits aufgedreht. Die große Spritzpistolenschlacht begann. Mit Verspätung wurde begonnen, dann aber um so heftiger. Die Wagen, die am Start waren, boten zumeist richtig amtlichen Sound. Allerdings waren wie immer die Wagenabstände zu groß und die Beschallung des Ku'damms daher nie flächendeckend. Deswegen die Forderungen: Mehr Wagen im nächsten Jahr! Im nächsten Jahr keine Beschränkungen! Oder auf 100 Wagen!! Angeführt wurde die Parade vom Wagen des Sponsors Alba, ein Zeichen der Zeit. Ein klar gegliedertes VIP Ordnungssystem mit gleich zwei verschiedenen VIP Karten gab es auf dem Frankfurter Wagen. Anders als in den Jahren zuvor Sven Väth, war diesmal MC Mark Spoon im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Immer wieder raunt er ins Mikrophon: "Berlin, warum ist es hier so ruhig. Berlin - warum ist es hier so scheiße ruhig", übrigens während der gesamten Parade, da half auch ein Pauli im Ägypterkostüm nichts. Low Spirit knüpfte an alte Zeiten an und präsentierte den lautesten Wagen der Parade. Man spielte die hauseigenen Ravehits und die trafen zur Love Parade natürlich "deep, deep" ins Herz. Der E-Werk Wagen war am Anfang recht tot, wurde aber dann von den Chicago Boys von Relief, Boo Williams, DJ Rush und Gemini zum Relief Label Wagen umfunktioniert und verursachte noch eine höllische Party. Die E-Werk Macher vergnügten sich im Spezialitätenimbiß Leysieffer auch mal ohne die Belegschaft bei Dirk Neumann, dem letzten Held unserer Tage, dem Mann mit Rat und Tat. Der auffälligste Wagen: der Berliner Sadomaso Club Kit Kat: Er konnte besonderes Interesse erwecken mit einer gefesselten Frau, die auf dem Wagen durchgebumst wurde. Unter ihr lag ein Filmkünstler, der all dies festhielt und irgendwas war da auch noch mit Tampons in die Menge schmeißen. Liebe hat halt viele Gesichter. Dieses hier wollte die Berliner Polizei nicht sehen und unterband das Spektakel. Auch wieder nicht zur Freude der Technofans: der traditionell aus dem Rahmen fallende Ma Baker Club Wagen, diesmal mit Boney M. Musi., aber dafür den schön aufdrappierten, brasilianischen Transen. Motor Music trommelten mal wieder, und versuchten mit einigem Erfolg das Rio-de-Janeiro-bald-ist-es-hier-auch-so-Feeling aufkommen zu lassen. Daß es nie so wird wie in Rio de Janeiro, aber ganz anders sehr gut, konnte man auf dem Hooligan Wagen sehen, wo der Meister selbst mit den Friends of da Pott so richtig loslegte. Wie war das eigentlich mit Underground, Miss Djax, die kleine Freundin aus Eindhoven, ließ sich die ganze Zeit der Parade mit einem Poser (aus Chicago?) filmen. Der Wagen sah aus wie eine Rakete und er war einer der größten. (Hat man da den Jahresumsatz in den Love Parade Wagen investiert?). Auf alle Fälle ganz weit vorne!!! Ansonsten konnte man die Wagen voneinander auch nur von nah unterscheiden, denn es wurde auch im Verlauf immer voller. Das ganze Spektakel dauerte diesmal bis annähernd Mitternacht, war somit die längste Parade aller Zeiten. Eine politische Demonstration?!!! Na klar! …sogar die Junge Union nahm (wenn auch unaufgefordert) mit einem kleinen Love Mobil daran teil. Auf den Vorschlag doch mit den Friends von den Grünen, der SPD, der PDS, FDP und sonstigen zusammen einen Politwagen zu machen, sind sie nicht eingegangen. Gar nicht so communitymäßisch. Fast wie manchmal in der wirklichen Technoszene. Einige Raver waren auch auf die Junge Union genervt, aber das kann man auch anders sehen. Geil ist doch, daß die Junge Union gezeigt hat, daß sie mit ihren 30 kleinen Anhängerlein in der Raving Society eine so kleine Splittergruppe ist, wie sie die Technoszene in der wirklichen Gesellschaft nicht mal am Anfang war. Verkehrte Welt? Aber alles klar. Mal sehen, ob das nächste Jahr auch noch alle Gewerkschaften, Arbeitgeber- und Kriegsversehrtenverbände, die Schlesier und sonstige auch darauf bestehen, ihren dufte Undergroundstatus bei der Parade zu demonstrieren. Der Müll!! Ja, Supersache das Müllkonzept und so, Trash Terminators hin oder her. Fast alle Veranstalter hielten sich daran, auf Flyerverteilung auf der Parade zu verzichten, was gut ankam. Unrühmliche Ausnahme: der schweizer Veranstalter Gregory Fauchard, der einmal mehr seine mangelnde Sensibilität unter Beweis stellte. Auch die Wasserverteilaktion von Camel und den Berliner Wasserwerken geriet zu einem Happening, was positiv aufgenommen wurde. Aufgrund der großen Hitze und der riesigen Teilnehmerzahl waren die sechs Versorgungsstellen entlang der Parade natürlich nur ein Tropfen auf den heißen Stein. So waren es vor allem Dosen und sonstige Getränkebehältnisse, die am Ende liegen blieben, weil auf denen am Straßenrand aufgestellten Containern eher getanzt wurde und somit keine Gelegenheit bestand, den Müll zu entsorgen. Zu voll wars außerdem und so sah es in der Berliner Innenstadt doch wieder relativ verheerend aus. So hatte Sponsor Alba Berlin dann auch alle Hände voll zu tun und konnte seine Qualitäten als wichtiger Love Parade Supporter ausgiebig unter Beweis stellen, vor allem in den voll verdreckten Seitenstraßen. Die Trash Terminators waren ohne Chance, so wirkungsvoll wie die Nadel im Müllhaufen. Statistisch erwiesen, falls sich jemand drüber freut, die Alba News, daß die Menge des Mülls zumindest nicht proportional mit den Besuchern gestiegen ist. Hurra. Hurra. Hurra! Schlägereien… Ausschreitungen… Sachschäden… Schlägereien gab es wieder nicht. Aber die Berliner Krankenhäuser hatten doch Hochbetrieb, weil wegen der Hitze viele zusammenklappten. Man schätzt 500 Kreislaufzusammenbrüche, ein Scheiß gegen jedes Take That Konzert. Weiterer beliebter Sport: von Laternen oder Gegenständen springen und sich was brechen. Hier ist die Zahl beeindruckender; 142 Knochenbrüche (allerdings nicht nur von der Parade sondern am ganzen Wochenende in Berlin)… Einen Toten gabs auch. Jemand rannte vorm Tacheles gegen die Straßenbahn, es gab die Schlagzeile in der Lokalpresse "Todesdrama auf der Love Parade", aber es stellte sich heraus, daß die Person nicht von der Love Parade sondern vom Gymnastiksportfest, wie hier akribisch vermerkt werden soll. Trotzdem herzliches Beileid und nicht auf die Idee kommen, Gymnastiksportfeste deswegen zu verbieten. Die Parties Liebe ist irgendwie auch immer gerecht. Oder auch nicht. Ca. 200 Parties fanden rund um die Love Parade statt. Zahlreiche Veranstalter witterten das große Geld ("500.000 Leute in der Stadt, da muß es bei mir ja auch voll werden, hihihi, Dollarzeichen in den Augen). Doch viele der 500.000 dachten ähnlich, zogen aber andere Schlußfolgerungen ("uiuiui, so voll, so heiß, so müde und so teuer, da komm ich lieber nicht"). Die Frontpage Crew und einige Friends zogen sich zum Chillen nach Ruhlsdorf an einen Badesee zurück. Eine kleine PA und DJs "privat" wie Woody, Pussylover, Acid Maria und MEX sorgten für Musik. Diese wurde zum Glück erst am nächsten Morgen von einem völlig entgleisten, genervten Bürgermeister und einer Laubenpieper-Gemeinde unterbrochen, der sich darüber aufregte, daß er die ganze Nacht von der Musik terrorisiert worden sei. Trotzdem kam er erst am Morgen, hat ihm scheinbar doch gefallen. Daraufhin verließen die zahlreichen Gäste aus München, Nürnberg und Berlin langsam die Sonne, um sich im etwas niedergestreckten Tresor und E-Werk-Hof zu tümmeln und später ins SEZ abzudüsen. Gewinner der Love Parade: Voll und energetisch war es bei der Party des Radiosenders Kiss FM am Hafenbecken in der Innenstadt, wo ekstatisch wie selten zuvor gefeiert wurde. Kiss FM hatte sich von allen Veranstaltern die DJs kostenlos entliehen und feierte mit jedermann for free am Hafenbecken der Washingtonbrücke. Allerdings war man über den eigenen Erfolg so sehr begeistert, daß man "on air" praktisch einen 24 Stunden Orgasmus live übertrug, wie geil geil geil geil geil es dort wäre (auch im Gegensatz zu anderswo), so daß so manch anderer Veranstalter so richtig abgeturnt war, zumal sie die Kosten der Djs allein zu tragen hatten. Auch übervoll: das SEZ. Große Verärgerung allerdings bei vielen, die schon am Samstagabend (Ticket 55 DM) im SEZ auf Sven Väth warteten. Die Halle war übervoll, die Security ließ selbst Leute mit gültigen Tickets nicht rein. Und Sven Väth war auch nicht da, sondern kam erst später in den Love Park. Folge: jede Menge verärgerte Besucher und einige Beschwerdebriefe ans Frontpage. Dafür wurde der Love Park am Sonntag wieder zum großen Gewinner. Der Lovepark avancierte wie im Vorjahr zu einem der Top Events des Love Parade Weekends. Sven Väth war dann auch wieder am Start und der gigantische Erfolg des Vorjahres wiederholte sich inkl. Superstar Markus Löffel live, der alles daran setzte zum Gewinner der Love Parade `95 zu werden. Es traf die gesamte Szene zum Auschillen, das Schwimmbad allerdings war bereits wg. Dreck geschlossen. Interference erlebte einen bitteren Schlag ins Gesicht der experimentellen elektronischen Musik. Während im letzten Jahr im Tresor das Ganze zur Kultveranstaltung avancierte, und Veranstalter Uwe Reinicke in diesem Jahr die Kultlocation des allerersten Planets in der Köpenicker Straße nach langen Verhandlungen reaktivieren konnte, schien sich nach der heißen Parade offenbar keine Sau für anspruchsvolle elektronische Klänge vom hochwertigen Line Up zu interessieren. Es herrschte gähnende Leere, nicht mal die Leute, die Vorverkaufstickets erstanden hatten, ließen sich blicken, oder sah das nur so aus? Zusätzlich bitter, daß nach Kiss FM Durchsagen bei denjenigen, die Sonntag noch kommen wollten, der Eindruck entstanden war, daß Festival falle komplett aus. Die Veranstalter denken derzeit über Klage nach. Der Interference Flop ist symptomatisch für den allgemeinen Trend dieser Love Parade - an anspruchsvoller Musik war an diesem Weekend grundsätzlich fast keiner interessiert. Und so wird Interference in Zukunft an anderer Stelle weitermachen. Im Tresor dagegen wars wieder klasse. Großer Erfolg auch das Freudenhouse mit dem bestaussehensten Publikum der Stadt und der V.O.P. (very old people) Bar von Groopie deluxe und Wicked Garden. Das E-Werk, so hat es sich zur Love Parade inzwischen bei allen rumgesprochen, wolle sich gründlich sanieren und die Programmidee 50,- DM Eintritt ohne Sensationen ging ja auch schon in die Richtung. Begeisterung erntete das Konzept jedoch nur bei einigen Zipfelmützen, Touris und Provinzlern, die um endlich mal drin zu sein, gern diesen Obolus entrichteten. Da eh jeder dachte, es würde so grauenhaft heiß und voll werden wie im Vorjahr, wars diesmal aber angenehm halbvoll, guter Sound alles klar. Wahre Liebe eben, die nun einige Gläubiger dem E-Werk noch ein bißchen länger entgegen bringen müssen. Einen schönen Erfolg dagegen feierte die Kasseler Crew des Aufschwung Ost in Kombination mit Nic Fenten Oliveira (Next Artist Poooool). Vorher mit großen Locationproblemen (alle zwei Tage gab es neue Ankündigungen, wo und wie und wann) ging das Aufschwung Ost auch als einer der großen Gewinner der Love Parade aus dem Rennen. Volle, aber nicht überfüllte Parties mit dem besten Line Up. Den ersten Tag in der Arena, den zweiten in der Kulturbrauerei, bei der dann leider wegen nicht konzessionierter Halle Mate Galic und Daz Saunds Sets ausfielen. Daz hätte aber sowieso nicht auflegen können, da seine Platten noch irgendwo auf dem Rückflug von Brüssel waren und ihn erst eine Stunde vor Abreise in Berlin erlangten. Gemütlich, ganz nett und ganz bewußt klein war die Low Spirit Party unter den S-Bahn Höfen am Hackeschen Markt. Auch hier war man am liebsten im Gärtchen und machte sich locker. Hier gab Sharam J., der neue Stern am Low Spirit Himmel, sein Berliner DJ Debüt. Im Berliner WMF fand eins der musikalischen Highlights statt. Umjubelt: Patrick "Porno" Pulsingers Auftritt. Allerdings wars dort auch nur halbvoll. Trotzdem auch hier wieder mal im Sonntags Club Berlin die ganze Szene von Frankfurt über München nach Berlin lustig vereint. Anders haben sich Jürgen Cramer (Dubmission) und sein Partner der Rock, Musical und Multi-Veranstalter Schwenkow den Verlauf der Love Parade vorgestellt. Dubmission meets Concert Concept meets only a few in da Halle Weißensee. Was am Freitag schon eine Katastrophe war (300 Leute). Am Samstag, dem Tag, auf dem alle Hoffnungen ruhten, wurde zum Totaldesaster inkl. Heimschicken von DJs etc. Lag es an der Halle (out als Location), dem Wetter, der Werbung oder dem Schwenkow? Ein schlimmer Flop. Genau wie Charlie Chaplin meets the Orb auf der Waldbühne, Ambient Live Musik für Filmbesucher des Klassikers "Goldrausch". Gedacht war es für 25.000 begeisterte Besucher, 400 waren dabei, die ihre Parade so ausklingen lassen wollten, falls sie überhaupt auf der Parade gewesen sind. Naja, vielleicht haben sie ja bei der Internet Real Time Live Übertragung zugesehen. (Ein Ding, womit neuerdings einige Partyveranstalter ihre Raveparty aufzuwerten suchen, voll geil, daß man da auch ein paar flackernde Lichter bei aufreibenden Wartezeiten auch in Südafrika oder wo auch immer sehen kann.) Ob der "Techno-" Peter (Schwenkow) nun noch Lust auf Techno hat, darf bezweifelt werden. Mal sehen, was er sich im nächsten Jahr ausdenkt. Tausende feierten zumeist privat weiter und machten sich erst sonntags wieder auf den Weg zum feiern. Die Parade hatte ihren Tribut gefordert, vor allen Dingen von den Veranstaltern, die richtig draufbezahlt haben. Die Medien Nie zuvor war die Love Parade ein solches Medienereignis. Alle waren dafür. Und so konnten wir folgende recht gleichförmige Headlines lesen: Die BZ "Durchgeknallt", Musik, Sex, Suff - Gipfelsturm auf die Gedächtniskirche. blah blah Ku'damm größte Disco der Welt, schrill , bunt, friedlich und schöööööön schräg", blah blah "Ich will Spaß, ich hab Spaß". Die Berliner Morgenpost: "Die Love Parade und ihre Jünger - Berlin im Technofieber" Bild "Wild, sexy, bunt" Berlin bebte: Love Parade. 100000 Watt Liebe. Ich dachte mein Kopf fliegt weg. Tagesspiegel "Berlin im Techno Taumel", "Woodstock am Wittenbergplatz", "Schon Stunden vorher warteten Raver auf den Beginn der Parade" blah blah. Berliner Zeitung "Ku'damm wurde zur Open-Air-Disco" "Partystau bis zu Kreislaufkollaps", "Auch Charlie Chaplin zuckte mit" (naja), "Hunderttausende tanzten Techno" Kritiker und Gegner der Love Parade: die seltsame Koalition aus FAZ und TAZ., der FAZ fiel außer dem Müll gar nichts auf, die TAZ rätselte noch ein bißchen über politische Demonstrationen. Auch im Fernsehen gab es jede Menge Reportagen, die sich ungefähr auf dem Niveau obiger Berichterstattung befand. De best war die Sendung der "Reporter", inkl. denen in jeder Love Parade Berichterstattung auftauchenden Omas, die die Welt nicht mehr verstehen . Schwach dagegen der VIVA Bericht, bei dem man die ganze Zeit das Gefühl hatte die Love Parade sei ziemlich flau gewesen. Der Ausblick auf die nächste Parade Daß die Love Parade inzwischen fast schon den Status eines wichtigen nationalen Feiertags hat, dürfte allen Teilnehmern und allen, die am 8.7. in Berlin waren, klar geworden sein. Auch die Stadt Berlin hat inzwischen erkannt, welch prestigeträchtige Imageveranstaltung das ganze ist und auch Berliner Hoteliers, Einzelhandel etc. Man darf deshalb auch davon ausgehen, daß es im nächsten Jahr kein Gerangel um den Demonstrationsstatus geben sollte (welcher Politiker seiner Politik 90% aller Wählerstimmen unter 35 klauen will, werfe den ersten Stein). Da die Zusammenarbeit zwischen Behörden und dem Veranstalterteam prima geklappt hat, sollte es 1996 keine Probleme geben. Allerdings erschien der Ku'damm schon dieses Jahr fast schon ein bißchen zu klein, um den Ansturm zu bewältigen. Die meisten fanden es einfach zu voll. Falls im nächsten Jahr 1 Million Gäste kommen, und ganz abwegig ist das nicht, würde der Ku'damm kaum mehr für eine schöne Parade langen. Deswegen wird derzeit darüber nachgedacht, die Parade über "Unter den Linden", der doppelt so breit ist, laufen zu lassen. Eine andere Variante: Ein Zug vom Wittenbergplatz über den Ku'damm in einer Fahrtrichtung bis hin zum zum anderen Ende des Ku'damm. Oder sogar bis zum Olympiastadion mit einer gemeinsamen Riesenabschlußparty (vielleicht for free oder supercheap). Auf jeden Fall wird die Love Parade auch übers Jahr weiter für Gesprächs- stoff sorgen und wenn es News gibt, dann zuerst hier.