Als Fernseh-Moderator in Sachen Techno mußte er offensichtlich zum Symbol werden... Die Leute, die ihn Woche für Woche sehen, sind Abziehbilder dessen, was er selbst einst war, und deshalb versteht er sie doch nicht besser.
Zumindest aber weiß er, warum man nichts an den Dingen ändern können wird. Die Struktur des Fernsehens zu revolutionieren, ist keine Sache, die man nebenbei macht. Einfacher wäre da das Radio, das in den Staaten wieder an Bedeutung gewinnt, weil sich hier die Inhalte nicht auf Bilder reduzieren lassen, und die Distanz, die man selber zum Medium einnimmt, individuell bestimmbar ist. In dieser Hinsicht dürfte wahrscheinlich der Cyberspace schon in wenigen Jahrzehnten, mit seiner Belagerung sämtlicher Sinnesinputs zu einer der langweiligsten Zukunftsvisionen mutieren. Bleibt eigentlich nur noch der Glaube an die eigene Fähigkeit zumindest für sich selber alles zum besten zu wenden, und daran glaubt zumindest Mate Galic. Alles wird sich von selber einpegeln, und die Zeiten, in denen irgendeine Art von Teacher die eigene Macht gegen die des Systems austaxieren könnte, sind vorbei. Wir leben in einem Wust von Mikrokosmen in denen selbst eine saumäßige Regierung nur noch ein kleiner Teil des Übels sein kann. Wir werden vielleicht noch eine Art Religion des Internet auftauchen sehen, mit den 10 Geboten der Nettiquette als Ersatz für jede Art von Verhaltenskodex, oder diverseste andere Mythologien, aber die Antworten wird nach wie vor jeder für sich selber finden müssen.
Mit Jeff Mills liegt man da immer ganz gut.
Mate: Ich bin gerade umgezogen, und ich habe endlich eingesehn, daß ich diesen ganzen Müll an Schallplatten, den ich seit Jahren mit mir herumschleppe, loswerden muß. Alles wird aussortiert, was für mich nicht wirklich zeitlos ist. Ich kaufe mir auch nur noch Schallplatten die mir wirklich etwas sagen. Ich kaufe nicht mal mehr Platten die OK sind. Ich höre mir alles drei mal an bevor ich es kaufe. Allein die ganzen Promos die ich bei mir rumliegen, das ist die reinste Vinylverschwendung. Ich werde das alles verschenken.
Mate: Ich hab ja schon die heftigsten Sachen mitgemacht, und letzte Woche war eigentlich so eine Art Klimax, auf der mein Party- und Kulturverständnis ins unendliche gesprengt wurden. Alles auf der Open Air-Party war auf das Deliriumerlebnis ausgelegt. Ein Kraftfeld ging durch alle Leute. Alles war unendlich krass. Sehr viele Leute hätten das auch nicht verkraftet, weil der Input einfach zu groß war. Das ging sehr tief, um einen selber und wie weit man da mitgehen , und auch in sich gehen kann. Das war allerdings auch etwas was mich total überrascht hat und was man beim besten Willen nicht jedes Wochenende machen kann. Da denkt man sehr lange noch dran und das zu verarbeiten alleine dauert schon.
