A brief history
- Wie Wann Wo wurde DISCOMANIA gegründet, bzw. habt Ihr angefangen?
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Sicher wäre alles anders gekommen, ja müßte dereinst vielleicht sogar die Geschichte der heimischen Techno- und Houseszene einmal anders geschrieben werden, wäre nicht Anfang 1984 zwei
dancebegeisterte Jugendliche namens Uwe Kohlwes, damals noch nicht mal 20, und Christian Fehlau, damals anfang 20, in einem Genfer Dance-Plattenladen die Idee zur Gründung eines eigenen Dance-Spezial Ladens gekommen.
So machte man sich, soeben mit den heissesten P-Funk und R&B-Scheiben aus Genf zurückgekehrt, an die Umsetzung der eigenen Ideen. Zunächst einmal wurde in der Heimatstadt Detmold ein Gewerbe für Tonträger An- und Verkauf angemeldet.
- Was habt Ihr damals gemacht?
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Kohlwes & Fehlau begannen zu zweit mit einem Mail-Order Service für Djs und verkauften quasi aus der eigenen Bude heraus Importscheiben an Freunde und Bekannte.
- Wie gings weiter, nächste Station?
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Gemeinsam eröffnet man im Oktober 85 in Hannover den Dance-Spezial Laden DISCOMANIA. Uwe Kohlwes führt ab Mitte 86 den gleichnamigen Großhandel in Detmold, währen Christian Fehlau nach Hannover zieht und den Laden schmeißt. Gemeinsam fährt man ein- bis zweimal die Woche nach Amsterdam zum Einkaufen. Bei den dort ansässigen Großhändlern machen die beiden sich schnell einen guten Namen. Besonders interessieren sie sich für einen ganz neuen Trend aus den USA., den House Sound, später einfach: House genannt. Hier leistet Discomania absolute Pionierarbeit, lange bevor bekannte Szenegestalten anfingen, in den Medien mit Statements zu nerven wie, sie hätten 1994 den House entdeckt. "Freitags hatten wir immer unsere DJs im Laden, und da flog schon ganz schön die Kuh", erinnert sich Christian Fehlau.
- Wann startete der Großhandel?
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Richtig durchstarten konnten die beiden erst nach dem Umzug des Großhandels Anfang 1987 nach Hilden. Im Winter 87/88 beschließt man gemeinsam nach New York zu fliegen, um dort den Direktimport der begehrten Vinyl-Scheiben über den bekannten Exporteur UNIQUE klarzumachen. Bei UNIQUE zeigt man sich solange zögerlich, bis Fehlau & Kohlwes eine größere Dollar-Summe auf das Geschäftskonto von UNIQUE einzahlen, für die sie dann endlich doch Ware mitnehmen dürfen. Es war für beide Firmen der nicht ganz alltägliche Start für eine inzwischen sieben Jahre währende, erfolgreiche Geschäftsbeziehung. Der Fall Discomania spricht sich schnell herum in der Branche: Anrufe der großen englischen Exporteure Lasgo und Lightning folgen. Der Direktimport aus USA & UK kann jetzt erst richtig losgehen... (auch Lasgo und Lightning zählen immer noch zu den Hauptlieferanten von Discomania)
- Wann seid Ihr nach Rosbach gezogen. Wer war damal dabei?
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Mitte 1989 folgte der Umzug nach Rosbach, nördlich von Frankfurt.
Gemeinsam mit Karl-Heiz Hanfmann, der sich vom besten Kunden zum besten Freund von Discomania entwickelte, schmiß man den Laden zunächst zu dritt.
1990 kam Raphael Rack dazu, der vorher im legendären BOY in Frankfurt zusammen mit Achim Szepanski (heute FORCE INC) die coolsten Scheiben unter die DJs (u.a. Sven Väth, Michael Münzing, Dag, Talla 2XLC) gestreut hatte.
- Wann begann Discomania mit Exklusivlabels?
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Nach der Auflösung des ersten deutschen Techno-Spezialvertriebes, AMV, übernahm Discomania im August 1991 die ehemaligen AMV-Label. Alex Azary, Geschäftsführer von AMV, hielt es ebenso wie Mark und Thorsten von PCP, nicht lange bei Discomania. Von der ehemaligen AMV-Crew blieb lediglich Armin Johnert bei Discomania, der dort zunächst eine Exportabteilung aufbaute und sich um den Einkauf von deutscher Indieware (Rough Trade, EFA, SPV...)
kümmerte, und dann 1994 für Discomania den Exklusivvertrieb DMD d'Mania gründete, bei dem er seitdem als Geschäftsführer fungiert.
- Wieviele Mitarbeiter hat Discomania heute? Und wieviele Kunden?
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Fest arbeiten zur Zeit 40 Mitarbeiter bei Discomania. Ohne die Aushilfen (vor allem für den Versand ca. weitere 40 bis 50) gehts jedoch nicht mehr! Es werden pro Woche ca. 600 inländische Läden bzw. Kunden und ca. 75 Exportkunden beliefert.
Interview mit Armin Jeff Johnert

- Was wertet Ihr als größten Erfolg der Discomania Historie?
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Das wachsende internationale Ansehen der Firma, verbunden mit einer alljährlichen wirtschaftlichen Expansion.
- Wie hat sich die Stellung von Dancemusik in den 10 Jahren gewandelt?
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Die Entwicklung der Dancemusik kann man ohne Übertreibung als die R/Evolution im Musikbereich überhaupt bezeichnen. Die Techno- und House-Kultur spielte dabei eine besondere Rolle und ich gehe davon aus, daß dieser Bereich in den nächsten Jahren den Rock'n'Roll noch weiter zurückdrängen wird. Andererseits gibt es eine Menge Austausch zwischen den Bereichen Rock und Dance, wobei offensichtlich der Rockbereich mehr vom Dancebereich übernimmt, was ich für sehr bezeichnend halte. Hier eröffnen sich weitere Experimente, was letzlich wieder zu einem Zusammenwachsen von Rock und Dance führen könnte. Das allerdings müsste junge Dancepuristen anspornen und wird dann hoffentlich für einen, dringend notwendigen, Innovationsschub im Dancebereich sorgen, der, ginge es nach meinen Wünschen, lieber heute als morgen einsetzen darf.
- Was ist die Vision von Discomania?
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Discomania war nie eine Firma, die durch Prahlerei mit Verkaufszahlen oder spektakuläres Geschwätz auf sich aufmerksam machte. Deshalb verkünden wir hier keine großen Visionen, das paßt nicht zu uns. Die Firma wird Ende 95 in größere Gebäude in Rosbach umziehen und dadurch in der Lage sein, den Exklusivbereich DMD d'Mania weiter auszubauen.
Auf diesem Gebiet liegt ein Schwerpunkt, und hier möchten wir langfristig den Abstand zwischen uns und EFA, SPV oder ROUGH TRADE verkleinern. Die Zukunftsaussichten für den Importbereich/Großhandel beurteile ich sehr positiv.
- Mit welchen Veränderungen rechnet Ihr?
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Man muß auf alles gefaßt sein, eine Stärke von Discomania lag immer in der schnellen und gezielten Reaktion auf neue Rahmenbedingungen. Was den Großhandel anbetrifft, haben wir schon in Erwähnung gezogen, daß die internationalen Major-Companies irgendwann in ihren Ländern Exportverbote für ihre Produkte erlassen werden, denkbar ist auch eine Änderung des internationalen Lizenzrechtes, die Importe von Tonträgern in Ländern mit Lizenzpartnern verbietet, praktisch würde das z.B. bedeuten, daß man die LPs/CDs von neuen Acts wie TRICKY nicht mehr, wie bisher über Großhändler, wie Discomania, beziehen kann, lange bevor sie hierzulande erscheinen. Dies würde aber nur für die Majors gelten, die bei so einer Gesetztesänderung mittelfristig selber die Leidtragenden wäre, da sich eine Verlagerung zu Gunsten der Indies ergeben würde. Der Trend bei Discomania sieht zur Zeit sowieso günstiger für den Bereich Indie-Dance aus: die Leute suchen nach frischen Platten, neuen Trends, und die kommen nun mal nicht von den Riesen.
- Wie wird der Vertrieb der Zukunft aussehen?
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Vielleicht werden weniger Menschen dort arbeiten, aber im Großen- und Ganzen wird sich nicht viel ändern: Das Wesen des Vertriebes ist die Distribution und jemand der eine Platte über E-Mail oder Internet bestellt, hat sie noch nicht bei sich zu Hause. Irgendjemand muß sie ihm liefern. Eine Verdrängung des Tonträgers durch neue Medien, beispielsweise eine Fernüberspielung von Musik über Glasfaserkabel, die den Tonträgervertrieb- und den Einzelhandel überflüssig machen wird, halte ich in absehbarer Zukunft für nicht realisierbar. Interessant könnte sowas vielleicht für Klassik-Freaks, Leute, die unbedingt das neue PINK FLOYD Live 5fach-Album brauchen, oder Menschen die zu faul sind, sich das Programm ihrer Lieblingsradiostation selber aufzunehmen, und sich dieses auf MEGA-HITS Doppel-CDs kaufen, werden. Im Underground Dancebereich sehe ich hierfür keinen Bedarf, man bedenke, daß anfang der 90er die Schallplatte für tot erklärt wurde, die momentan ein beachtliches Revival erlebt. Ein "Save The Vinyl"-DJ wird sich keine Diskette über Internet laden, die er dann im Club in einen PC schiebt...
- Wieviele neue Platten kommen bei Euch pro Woche rein?
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Ca. 600. Man sollte dabei bedenken, das wir in der Regel nur Danceplatten vertreiben (mit Ausnahme der Exportabteilung). Ich bin der Meinung, daß mindestens die doppelte Anzahl pro Monat veröffentlicht wird. Die wichtigen Sachen kriegen wir natürlich mit, aber es ist durchaus denkbar, daß jemand in Cuxhaven, Island oder Hongkong ein Label gegründet hat, von dem wir erst Monate später, oder vielleicht nie was hören.
- Wieviele davon House- und Technoplatten?
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Vielleicht 2/3 davon, also ca 400.
- Wie groß ist dabei der Anteil aus Deutschland?
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Maximal 1/4, das heißt höchstens 100. Aber gerade, was den Deutschen Markt anbetrifft, führen wir bei Weitem nicht alles. Einige Vertriebe wollen nicht an uns verkaufen, weil sie uns als Konkurrenz fürchten, andere werden von uns nur am Rande beachtet, dort bestellen wir nur, wenn einer unserer Kunden konkret Nachfrage entwickelt. Nirgends auf der Welt sind die Kleinvertriebe so verpfrimelt und kleinkrämerisch wie im Inland.
- Wie behaltet Ihr den Überblick?
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Das ist der Reiz des Business und bleibt ein persönliches Geheimnis. Wie sagte neulich ein Geschäftspartner zu mir: Sechs Monate bedeuten im Dancebereich heute zwei Generationen! Wow, das ist doch irre! Nenne mir irgendjemand eine Branche, deren Gesetze noch schnelleren Wechseln unterliegen, und ich werde meinen Job wechseln.
- Was ratet Ihr Labels, die neu auf den Markt kommen?
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Grundsätzlich frage ich diese Leute erst mal, ob sie sich diese Entscheidung gründlich überlegt haben, und wenn, aus welchen Motiven heraus. Leute, die nur mal ne eigene Platte machen wollen, verweise ich, so ihre Songs denn wirklich überdurchschnittlich gut sind, lieber an eines unserer Labels. Leute, die ein Label gründen wollen, das nicht in unseren Vertrieb soll, oder das nicht zu DMD paßt, gebe ich grundsätzlich keine Ratschläge mehr: ich erhalte meist mindesten 10 solcher Anrufe pro Woche, und mir ist meine Zeit dafür zu kostbar. DMD d'Mania ist momentan nicht an neuen deutschen Labels interessiert. Die meisten Neugründungen im Vertrieb kommen von bereits bestehenden Labels, oder von Leuten, mit denen man schon seit Jahren zusammenarbeitet. Interessante ausländische Labels haben zur Zeit bessere Chancen. Auf diesem Gebiet bauen wir aus. Wer unbedingt 1995 noch sein eigenes Techno- oder House-Label gründen möchte, sollte folgende 3 Grundregeln beachten:
1. Die Musik muß sich von bereits bestehenden Labels wohltuend abheben. Wer nur kopiert und wegen der Kohle dabei sein will, sollte besser gleich zu einem Major gehen.
2. Das Labelprofil, der Name & das Artwork sowie die öffentliche Erscheinung sollte innovativ, auffällig und auf den Musikstil abgestimmt sein.
3. Wer selber keinen guten Namen in der entsprechenden Szene hat, und nicht mit Titeln von etablierten Künstlern oder DJs für seine ersten drei Label-Releases auftrumpfen kann, sollte es doch besser sein lassen, es sei denn, seine Tracks sind mindestens 200% besser als die letzten Top 10 der Frontpage- oder Groove Top 10.
- Wie kann ein Label seinen Vertrieb unterstützen?
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Die erfolgreichen DMD d'Mania-Labels sind fleißiger als andere: vor allem setzen diese gezieltes Marketing und Kooperationen mit verschiedenen Medien verkaufsfördernd ein. Ein Video muß allerdings, ebenso wie eine Anzeige oder ein Label-T-Shirt, auch wirklich gut sein. Ein schlechtes Video kann sich unter Umständen sogar schädlich auf den Verkauf auswirken. Sehr wichtig ist es, dem Vertrieb rechtzeitig über alle Marketingmaßnahmen zu informieren, und diese mit ihm abzusprechen, besonders, was den Zeitpunkt der Veröffentlichung anbetrifft. Einige Labels, z.B. FORCE INC, ENERGIZED oder 23 arbeiten hier vorzüglich, während andere im stillen Kämmerlein brüten, was sie 3 Tage vor der Veröffentlichung dem Vertrieb bekannt geben, der dann natürlich nicht mit voller Power loslegen kann. Ein immer wichtiger werdender Erfolgsfaktor für ein Label sind die internationalen Szene-Kontakte. Ein Label, dessen Namen man in New York, London, Melbourne und Paris kennt, wird es auch in Deutschland leichter haben. Die Danceszene ist eine internationale Gemeinschaft, und leider gilt gerade hier die Binsenweisheit, daß der Prophet im eigenen Land nichts gilt. Viele DMD Labels sind im Ausland erheblich erfolgreicher als in Deutschland, dies galt immer besonders für LABWORKS und noch bis vor kurzem auch für FORCE INC und 3 LANKA.
- Wie verkauft Ihr an Läden? Wie fällt die Entscheidung, wie Platten in die Läden kommen?
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Es gibt einige Verkäufer, die zu bestimmten Kunden ein sehr gutes Verhältnis aufgebaut haben, sodaß der Kunde dem Discomaniaverkäufer die Zusammenstellung der Lieferung überläßt. Für den Exklusivbereich DMD spielt die Verkaufsliste eine zentrale Rolle: viele unserer Kunden orientieren sich an den Kurzbeschreibungen und machen daraufhin ihre Bestellung per Fax oder Modem. Der einzelne Telefonverkäufer versucht im Verkaufsgespräch bestimmte Platten zu hypen, dies kann auf einer Marketingmaßnahme des Vertriebes beruhen, oder auf den eigenen geschmacklichen Vorlieben. Die Hauptentscheidungsgewalt liegt in unserem Vertrieb aber immer beim einzelnen Einkäufer, den wir zwar mit allerlei hilfreichen Informationen versorgen, und im Verkaufsgespräch nach besten Kräften beraten können, den wir aber nie bestimmte Ware reindrücken oder solange zuquatschen, bis dieser entnervt klein beigibt und seine Order erhöht, soetwas rächt sich spätestens bei der nächsten Retour! Die DMD Exklusivlabels bieten wir zwar mit einem 100%iger Retourenrecht an, faktisch ist unsere Retourenquote jedoch kleiner als 3 Prozent.
- Was sind die Trends der Stunde?
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Am hipsten ist sicher Elektro-Funk, gefolgt von Neo-Techno (X-Trax Stil), progressive House, Trip-Hop, Disco-House, nu-NRG (Legend B, Cenith X...) und immer noch (der Dauertrend) Acid-House, für den Herbst erwarte ich ein Hardcore Slashback. Zu dem Zeitpunkt da dies gedruckt wird, kann sich allerdings der Trend schon wieder gewendet haben, deshalb lerne: in der schnellebigen Dancewelt sollte man sich nie an erfolgreiche Trends dranhängen. Denn: if it works it's out of date!
- Was war die bestverkaufteste Discomania Platte aus dem Technobereich?
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Die erfolgreichsten Maxi-Singles waren "Hands Up Ravers" von RAVERS NATURE, "Lost In Love" von LEGEND B (beide über 20.000) und zur Zeit ist "Celtic Cross" von IAN POOLEY auf dem besten Wege ähnlich gute Verkaufszahlen zu erreichen.
Das erfolgreichste Album ist die TRANCESYLVANIA 4 (Triple-CD) von 23 FRANKFURT, es folgen 6000 OHM (SUCK ME PLASMA) und die aktuelle TRANCESYLVANIA 5.
Im Großhandel war "Right in the Night" von JAM & SPOON der Bestseller. 1995 verkauften wir über 10.000 Maxi-Singles von WINX "Don't Laugh"
- Was war die am schlechtverkaufteste Platte aller Zeiten?
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Die Import-12" von "All That She Wants" von ACE OF BASE verkaufte, ca. 1 Jahr bevor die Platte in Deutschland zur Nr. 1 wurde, null Exemplare, weil ich den Titel so beschissen fand, daß ich keine einzige Platte einkaufte. Bei ganz kommerziellen Themen tun wir uns meist schwer. Die schlechtverkaufteste DMD Exklusivplatte stammte von ALADIN & THE WUNDERLAMPE und verkaufte 176 Maxi-Singles, den Titel dieser Technopolka habe ich vergessen. Die Platte landete in unserem Vertrieb, weil der Labeltyp solange auf mich einredete, daß ich zum Schluß resigniert einwilligte.
- Discomania übernahm damals AMV, den ersten deutschen Technovertreib. Viele der Labels sind jetzt nicht mehr bei Euch. Würdet Ihr heute etwas anders machen?
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Die Mär von den vielen Labels, die uns inzwischen verlassen haben, nervt. Wer hat eigentlich diese Geschichte in die Welt gesetzt?
- . Discomania hat im August 1991 mit den folgenden Exklusivlabels angefangen: FORCE INC, OVERDRIVE, SUCK ME PLASMA und PCP. Lediglich PCP ist heute nicht mehr exklusiv bei DMD, allerdings bestehen immer noch sehr freundschaftliche Beziehungen zwischen PCP und Discomania. Von den Labels der zweiten Stunde: NO RESPECT, LABWORKS, 23, INFLUENCE, NOW! und WHITE LABEL ist auch nur eines gegangen, NO RESPECT, was wir jedoch nicht unbedingt bedauern, da die Zusammenarbeit mit denen nie besonders einfach war; inzwischen sind die bei EDEL gelandet und visieren die Charts an, why not? Aus WHITE LABEL wurde FIRE, LABWORKS kehrte uns kurzzeitig den Rücken und jetzt zurück. Leider haben wir gerade, was die Übernahme anbetrifft, sehr viele Fehler gemacht, die jedoch auf Fehlinformationen beruhten. Sowas kann man im Nachhinein nicht anders machen. Man würde nur in einem ähnlichen Fall ganz anders vorgehen. Im Übrigen haben wir nie einen Monopol-Stellung im Technobereich angestrebt, die hatte nichtmal AMV. Für all die schnell aufstrebenden Neu-Labels aus dem 93/94er Jahrgang (Noom. Liquid, Time Unlimited, Plastic City, Le Petit Prince, Dos Or Die, Frankfurt Beat,...) war MMS genau die richtige Alternative, die liegen vom Sound zu dicht beieinander hätten garnicht
zu uns gepaßt. Ich erinnere mich noch, wie der verdiente Raver des Volkes, Jens Lissat, anfang 1995 ziemlich angetörnt unangemeldet im DMD Büro
auftauchte und ganz ernsthaft vom "MMS-Monopol" redete. Eine ähnliche Begegnung hatte ich auch auf der MIDEM im Januar 95, als mir irgendein Raver der vierten Stunde ebenfalls weißmachen wollte, das uns MMS den Rang abgelaufen hätte:
In beiden Fällen dachte ich mir: schaunmärma...
- Was sind Eure bestlaufensten Labels?
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Bis Anfang 95 ganz klar FIRE, doch die haben durch ihre letzten Major-Releases extrem an Image verloren. Zur Zeit genießt FORCE INC eine Ausnahmestellung. Immer noch alive & kicking sind: SUCK ME PLASMA, OVERDRIVE und 23, also in etwa die Labels, mit denen wir auch angefangen haben. Von den neuen 93er-Labels haben sich 3 LANKA und ENERGIZED gut entwickelt. Die erfolgreichsten Neulabels waren 1995 JUNKFOOD (dahinter steckt Michael Zosel von BOY RECDORDS) und VIRTUAL RECORDINGS, das neue Baby vom LABWORK-Hoschi, also ebenfalls zwei alte Hasen. Irgendwie scheint es, als wären 1995 diejenigen am erfolgreichsten, die auch schon 1990/91 dabei waren.
- Was bietet Ihr Euren Labels?
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Sicherheit, pünktliche Abrechnung, kostenlose Promotion (Dancepresse, Key-DJS, TV & Radio) und Handelspromotion, aktive Verkaufsförderung über DMD d'Mania. Enge Zusammenarbeit und Beratung in allen Marketingfragen.
- Betreibt Ihr eine Backkatalogpolitik?
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Einige unserer Klassiker sind noch immer erhältlich. Zur Popkomm 95 erscheint der neue DMD Exklusivkatalog in Form des 60seit. Din-A4 Magazins CLIMAX, daß auch noch einen umfangreichen Backkatalogbereich, sogar für 12"s, enthält.
- Glaubt Ihr, daß Ihr über die DMD d'Mania-Struktur auch irgendwann mal einen Charthit landen könnt?
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Der Grundstein dazu wurde mit der Gründung des Exklusivbereichs DMD d'Mania im September 1994 gelegt. 1995 sind wir sehr erfolgreich gestartet und arbeiteten zielstrebig am Ausbau des Exklusivvertriebes. Dann folgte ein kleiner Einbruch, der hauptsächlich mit der Kommerzialisierung des Technobereichs, verbunden mit dem Ausverkauf an die Majors, zu erklären ist. Für Herbst 95 haben wir einige gezielte Umstrukturierungen vor, die noch vor Ende des Jahres greifen werden. Einen geplanten, kommerziellen Rave-oder Eurohouse-Charthit wird es bei DMD sicher nicht geben, dazu sind wir zu sehr dem Underground verbunden. Dennoch ist es immer wahrscheinlicher, daß sich einer unserer Exklusivtitel aus dem Underground zu einem Chartthema entwickeln wird. Theoretisch wäre das schon 1994 möglich gewesen, aber inzwischen haben sich die internen Voraussetzungen dafür extrem verbessert. Wir sind bereit, dafür unsere gesamte Power einzusetzen. Allerdings haben sich leider die äußeren Bedingungen des gesamten Chartmechanismus etwas verschlechtert. Die sogenannten Chart-Plugger, ohne deren Mithilfe man im Dancebereich kaum einen Charthit landen kann, haben inzwischen eigene Labels und würden im Fall, daß wir mit ihnen zusammenarbeiten wollen, sicher erstmal versuchen, den Hit für eines der eigenen Labels einzukaufen. Man kann also kaum auf die Hilfe dieser Plugger hoffen, die wiederum inzwischen den Markt zu ziemlich kontrollieren. Dennoch bin ich der Meinung, daß
DMD d'Mania es schaffen kann, es wird
jedoch verdammt hart werden!
Die Fragen beantworte
Armin "Jeff" Johnert
teilweise nach Auskünften
von Christian Fehlau.

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