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- Aus den Ursprüngen Chicagos und Detroits geschöpft und durch beste technische Mittel in Südtirol/Italien weiterentwickelt, erreichen uns in Postpaketen ohne Absender die aufregensten Platten dieses regnerischen Frühsommers.
Das Newcomer-Label der ersten Jahreshälfte kommt aus Südtirol, nennt sich "Made in Hong Kong" und veröffentlicht die eindrucksvollen Platten von Robert Livesu & Joe Montana. Robert Livesu prägte bereits den Sound des italienischen Labels Muzak, bevor es in Deutschland überhaupt zur Kenntnis genommen werden konnte, unter anderem auch weil es bis dahin noch keinen Vertrieb gefunden hatte, aber dank Neuton... Robert Livesu nahm dann mit Partner Joe Montana sein eigenes Label in Angriff und verwirrte die bis jetzt sehr erlesenen, nicht in Vertriebsadressdateien vermerkten Hörer, mit den verschiedensten merkwürdigen Angaben. Wer immer von sich dachte, mit schlauer Kombinationsgabe und einem Chinesen die komischen Schriftzeichen des Plattenlabels ganz dem Namen nach übersetzen lassen zu können, mußte leider feststellen, daß Made in Hong Kong Platten japanisch sprechen. Und nicht nur das...
Interview: Karin Kruse
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- ...ist ein unauffälliger Musiker, in der Art Songwriter-Position, die in der elektronischen Musik schon immer einen Platz hatte. Seit er 1994 von Apollo, dem Sublabel von R&S, gesignt wurde und dort sein Debut mit "Weathered Well" hatte, hat er Visionen elektronischer Musik jenseits der immer naheliegenden Science-Fiction-Begriffe entwickelt, die sich rekrutieren aus moderner Musik wie aus dem Jazz oder orientalischen Harmonien. Er sucht lieber den Kontakt mit seinem Publikum, an das er sich in 13 Jahren Bühnenerfahrung gewöhnt hat, wie z.B. in einer geplanten Multimedia-Tour, von der er aber im Detail nicht viel durchblicken läßt.
Als "Locust" veröffentlichte er
gerade "Truth is born of Arguments", eine ziemlich lose Sammlung von Stücken, die eine rauhe aber herzliche Stimmung vermitteln.
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- Seit 1991 Madonna 303s "Love you more than sex can say" eine essentielle Platte im Berliner Summer of Love wurde, hat sich mir immer wieder ein dreckiger Groove unter verschiedenen Namen präsentiert, der durch sein sporadisches Aufklingen auf rätselhaften Labels in richtig schlechten Pressungen immer unfassbar zu bleiben schien. Das Einzige, was immer gleich war, war das Gefühl, daß alles wie der Soundtrack zu Perry Rhodan in der nicht jugendfreien Version klang.
Über die "Neue Frankfurter Elektronische Schule", Shark Traxx und Cube 40 spannen sich die langen Arme von Jammin` Unit, der nach eigener Aussage "Echo-Wissenschaftler" ist.
Mit dem Kölner Ingmar Koch ist er Air Liquide, die nach den Soundtracks für die kalifornischen Robot Wars (SciFiTrash-Festivals mit ferngesteuerten Maschinen-Schlachten) gerade "Stroboplastics" auf dem legendären EMI-Sublabel "Harvest" veröffentlicht haben. Außerdem habe ich gehört, daß sie zur Reichstagsverhüllung Musik machen sollen.
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- ... ist Mitarbeiter der linken "Wochenzeitung"
in Zürich, was die Schweizer "Dossier Redaktor" nennen. Irgendwann kam dann auch der vielbesungene "Einstieg" für Walder, durchtanzte Nächte, verquatschte Stunden, vielleicht sogar verpeilte Tage, bis ihn einige Themen mehr als oberflächlich interessierten.
So stieß er auf "E for Ecstasy", die erste fundierte schriftliche Äußerung zu einem nicht nur in England relevanten Thema.
In Zusammenarbeit mit Nicholas Saunders, dem
britischen Journalisten, der "E for Ecstasy" geschrieben hatte, übersetzte Walder die Texte und erweiterte das Buch um eigene, auf Deutschland und die Schweiz bezogene Beiträge.
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- Von der 93er Move Fast EP mit dem Hit Ear to the Brain bis hin zur neuen Single Sound Transformation war es ein weiter, aber lustiger Weg (abgesehen vom Diebstahl seines kompletten Equipments inkl zweieinhalbtausend Platten während er irgendwo aufgelegte) für Kay Lippert, den jüngsten Schützling von Low Spirit.
Sound Transformation auf seinem Stammlabel Fire,
eingeleitet von seiner Vocoder-verzerrten Stimme, ist jedenfalls die gelungene Verbindung von atmosphärischen Sounds mit der hauseigenen Energie mit dem Ergebnis einer Platte, die sich irgendwie reifer anhört als bisheriges Hardsequencer-Material. DJ Disko traf den Hardsequencer in Berlin.
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- Dies ist das erste Interview mit Gigi Galaxy aka Gary Martin,
dessen Platten auf seinem Label Teknotika seit 1 1/2 Jahren für cosmische Interferenzen sorgen.
Wer kennt sie nicht, die Platten mit dem goldenen Innenlogo und dem Motiv, das halb Mensch, halb Natur ist? Hinter Gary Martin verbirgt sich ein junger Künstler, der abseits der "Großen" der Detroiter Szene für sich ein eigenes Label gegründet hat, das von Submerge unterstützt wird, welche, so Mike Banks, in ihm einen großen Künstler sehen.
Gary Martin macht Musik, wie sie nur Jules Verne erfunden haben könnte. Unvorhersehbar ist die Richtung seiner nächsten Platte, die von hartem Tribal über Electro bis zu Trance geht. Sein künstlerisches Schaffen richtet sich nach nichts außer nach sich selbst. Eine Deutung dessen, was er macht, liegt ihm fern. Für ihn ist alles da, wenn es da ist. Wenn nichts kommt, gibt es nichts, wonach man suchen muß. Und genau deshalb kann eine Platte entstehen wie die legendäre Tigertrance, die vielleicht Kitsch ist ohne es jemals beabsichtigt zu haben. Seine Platten sind ein kreativer Prozeß, den es einzufangen gilt. Gary Martin ist eine bescheidene Person ohne Ideale, auch wenn deutliche Red-Planet-Einflüsse anwesed sind.
Wie bei vielen anderen Artists aus Detroit kommt die Inspiration für die Musik aus den eigenen Reihen, ist zur Selbständigkeit geworden und ist kein kulturell losgelöstes Produkt, wie man es von europäischen Produktionen gewohnt ist. Es wird nichts hineininterpretiert, denn es ist so, weil es ist.
Die Begeisterung für Dinge verschluckt er in dem Augenblick, wo er sie für sich begreift. Schüchtern, aber stolz ist er. Er ist kein Mensch der vielen Worte, aber Leerstellen sprechen eine ebenso deutliche Sprache.
Triple R sprach mit ihm.
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- ... ist der 23jährige Norditaliener Gianluigi. Ein Mensch, der ähnlich anderen, bekannten italienischen Experimental-Musikern, ohne eine den Rücken stützende Techno-Szene aufgewachsen ist.
Im Unterschied zu seinen Zeitgenossen bedauert er dies aber keineswegs, sondern bevorzugt die Zurückgezogenheit. Der Neuzugang bei Rephlex hat mit Scharlach Eingang ein Debut abgeliefert, das überzeugend und souverän ihren Cosmos beschreibt und an die schleichend melancholische Stimmung früher Aphex-Twin-Platten erinnert.
Klingen viele italienische Experimentalplatten digital und "kalt", so findet man hier eine 180°ree;-Kehrtwendung zu angenehmen, warm-analogen Kompositionen. Scharlach Eingang ist losgelöst vom Techno-Kontext und wirkt selbst neben den vielen exotischen Platten auf Rephlex wie ein Außenseiter. Sie erinnert vielmehr in ihrer konzeptionellen Auffassung an moderne E-Musik. Ein Feld, das dem Normal-Raver recht fremd sein dürfte… Gerade diese fehlende Technodiziplin ist mit ein Grund für das Entstehen dieser Platte. Warum auch sonst sollte jemand auf einen absurden Namen wie "Bochum Welt" oder "Scharlach Eingang" kommen?
Die Produktionen von Bochum Welt werden in Zukunft mit Aufmerksamkeit verfolgt werden müssen, denn hinter ihnen verbirgt sich ein großen Talent, mit noch größerem Potential.
Neben seiner aktuellen Platte auf Rephlex ist er im Besitz seines eigenen Labels, Kromode Records, auf dem bisher stärker dancefloor-orientierte, minimale Techno Tracks von Marco Repetto und Stefan Riesen veröffentlicht wurden. Seine erste eigene Platte auf dem Label erscheint in den nächsten Tagen ebenfalls unter dem Namen Bochum Welt "Les Dances D`Ete"!
Triple R sprach mit Bochum Welt.
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- Pascal ist einer der Producer, die schon lange dabei sind, und mittlerweile ist er einer der Top-Producer Englands.
Seine Remixe landen auf Ganja Records, Suburban Bass und andern Labels und sein Label mit Sponge, Face Records, war mitverantwortlich für die Entwicklung, die Hardcore im letzten Jahr so weit nach vorne gebracht hat.
Face hat sich aufgelöst, zum Abschied gabs eine LP mit nie veröffentlichten Tracks und beide gingen ihre eigenen Wege: Sponge mit IQ Records & Pascal mit Frontline, das gleich mit seinen ersten Releases klar gemacht hat, daß auch in Zukunft mit Pascal zu rechnen ist. In kürzester Zeit haben sie sich etabliert, und ihr Stil reicht von den swingenden, harten Raggatracks RudeBoyMontys über die unberechenbaren Hardware Trax bis hin zu den Tracks von Pascal, die sich nicht auf einen Stil festlegen lassen , sondern mit unglaublicher Präzision neue Richtungen einschlagen.
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- Es gibt wenige Musiker, in welchen Sparten auch immer, die so kompromißlos wie Juan Atkins an ihrem eigenen, unverwechselbaren Stil festgehalten haben. Seit er 1985 als Model 500 im Alter von 23 Jahren No Ufos veröffentlichte, war Techno geboren.
Nach dem Abschluß der Belleville Highschool waren er und seine Schulfreunde Derrick May und Kevin Saunderson in der einmaligen Lage, nichts verlieren zu können, Motorcity Detroit war damals eine Geisterstadt ohne Zukunft für junge Schwarze. Beeinflußt von Alvin Tofflers Sci-Fi-Buch "Third Wave", formten sich die Gedanken zu Cybotron und später Model 500. Sein neues Album "Deep Space" entstand in Zusammenarbeit mit Kevin Saunderson, Francois Kevorkian und Moritz von Oswald in Detroit, Berlin und New York.
Text: DJ Disko
Interview: Gregor Wildermann
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- Eins der Label, das einen Artikel schon längst verdient hätte, ist Sublime Records aus Tokyo. Es hat vor allen anderen damit begonnen, den Tokyoter Techno-Sound auf Vinyl zu pressen. Sublime ist das Plus-8-Label Japans. Das Label wird geführt von Manabu Yamazaki, den seine Freunde liebevoll "Yama" nennen. Schon früh hat er mit Ken Ishii, Susuma Yokota, Yoshihiro Sawasaki und Dan Curtin bekannte Artists an das Label gebunden.
Yoshihiro Sawasaki und Ken Ishii gelten in Japan zu den Pionieren des Techno und der Ambient-Musik. Ihr legendärer Live-Gig im Frühling '93 hatte starken Einfluß auf die japanische Szene. Mit ihren fast zwanzig Veröffentlichungen (darunter befinden sich zahlreiche Schätze wie z.B. eine LP-CD von Ken Ishii und Sasumu Yokota), hat das Label Profil gezeigt. Auch die Einstellung, ihre Platten in den USA pressen zu lassen und über Dan Curtins Vertrieb Deep Distribution weltweit vertreiben zu lassen, anstatt sich dem englischen Markt mit all seinem Intelligent Hype zu unterwerfen, zeigt Charakter.
Viele der Acts veröffentlichen auf Sublime anderes Material, als man es von ihren Platten auf europäischen Labels gewohnt ist. Bestes Beispiel ist Ken Ishii, der hier auch humorvolles bzw. hartes Techno Material veröffentlicht. Auch Susuma Yokota knüpft nicht an sein Material auf Harthouse an. Viele der Künstler produzieren unter verschiedenen Projektnamen auf Sublime, was zu unerwarteten Ergebnissen führt. Mit Erscheinen dieser Ausgabe wird Sublime ihr neues Sublabel Reel Music installiert haben, welches die Veröffentlichung zusätzlicher Stilrichtungen ermöglicht.
Das Interview enstand mit Hilfe von Danny Zelonky, der Sublime USA leitet und die Antworten ins Englische übersetzen ließ. Von hier aus dafür ein Dankeschön.
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- "Das lustigste, was mir beim Auflegen passiert ist, war eines morgens vor einigen Jahren in Goa.
Am Ende einer 12 Stunden langen Nacht kam ein Mädchen vor das DJ-Pult, kniete sich hin, riß ihr Kleid in Streifen und fing an, drauf rumzukauen. Erst konnten wir nicht so genau erkennen, was sie da macht, aber als wir mitkriegten, was sie da macht, haben wir uns totgelacht. Die hat ihr eigenes Kleid aufgegessen!" > Goa Gil 1995
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- Nur ganz wenige Label haben es geschafft, sich in letzter Zeit so schnell - fast über Nacht - nach ganz oben zu katapultieren wie >> X Trax
Ihre Mischung aus Housegrooves und 303 liegt genau am Nerv der Zeit: