Subvoice Electronic Music -Tokyo

FP: Was ist Subvoice?

SV: Subvoice ist ein Label und gleichzeitig ein Techno Produzenten-Team. Subvoice besteht aus einer Person mit dem Namen Kanamori und mir, Hideo Sakumsa. Subvoices Intention ist Musik zu schaffen, die funky und minimal ist.

FP: Ist Subvoice politisch motiviert?

SV: Niemals. Wir haben Spaß an uns selbst.

FP: Wer ist Vampirella?

SV: Vampirella ist Vampirella. Verstehst du?

FP: Wann habt Ihr mit dem Label angefangen und was hat Euch inspiriert?

SV: Wir haben 1994 mit dem Label begonnen. Beeinflußt worden sind wir musikalisch durch vieles, speziell aber durch Kraftwerk.

FP: Euer Label ist in der japanischen Szene eine Ausnahme, weil Ihr nicht ausschließlich ruhige Stücke macht, sondern auch Techno für den Dancefloor.

SV: In Japan machen viele Künstler Intelligent Techno. Wir aber bringen Platten heraus für DJs und den Dancefloor.

FP: Auf Eurer zweiten Platte gab es einen Remix von Ken Ishii. Wird er weiter für Euch produzieren?

SV: Ken Ishii ist ein alter Freund von mir. Er wird in der Zukunft auch für uns Stücke machen.

FP: Wie kommt es dazu, daß Daniel Bell bei euch einen Remix von Vampirella macht?

SV: Ich mag die Werke von Daniel Bell sehr gerne. Mein Freund Tatsuro, der mit Dan Curtin als "Purveyors Of Fine Funk" Platten auf Peace Frog macht, hat den Kontakt hergestellt.

FP: Ist die japanische Techno Szene der europäischen nachempfunden, oder ist es eine Sache für sich?

SV: Die japanische Techno Szene hat sich an der europäischen Szene orientiert. Aber in diesem Jahr hat sie sich von ihr emanzipiert und ist zu ihrem eigenem Original geworden. Ich halte viel von den originalen Tokyo Tracks.

FP: Kennt man sich innerhalb der Techno Szene in Tokyo oder ist alles unübersichtlich verstreut?

SV: Ich kenne alle, die für die Techo Szene hier arbeiten. Sie haben dennoch eine strikte Politik, was ihre Arbeit und ihre Label angeht.

FP: Warum hat es so lange gedauert, bis sich die japanische Szene formiert hat?

SV: Das ist ganz einfach. Wir haben keine Vinyl Presswerke mehr hier in Japan. Sie sind verschwunden mit dem Wachstum des CD-Marktes. Das ist der Grund warum es so lange dauerte.

FP: Wie viele Platten preßt ihr?

SV: Wir pressen eine Auflage von 1500 Stück.

FP: Eure erste Platte war "Beat Box" von From Time To Time, die schon jetzt ein Sammlerstück ist. Was passierte mit dem zweiten Release?

SV: Die Platte ist nie veröffentlicht worden auf Subvoice, weil es sich abzeichnete, daß das Preßwerk sehr lange gebraucht hätte, um die Platte zu pressen. Die Platte hätte alt geklungen. Sie ist allerdings später an ein englisches Label lizensiert worden. An welches, das ist ein Geheimnis.

FP: Über welchen Vertrieb laufen Techno Platten in Japan?

SV: Es gibt zwei Distributers, Cisco und Pop Biz. Ein Netzwerk von Underground-Distributers gibt es noch nicht. Ich glaube, Cisco ist für Techno besser.

FP: Was sind Eure zukünftigen Projekte?

SV: Wir mußten uns immer mit den ungünstigen Gegebenheiten hier in Japan, was das Pressen angeht, rumschlagen. Jetzt haben wir die Lösung gefunden. Wir pressen ab unserer nächsten Platte in Detroit und lassen sie über Dan Curtins Deep Records Distribution vertreiben. Unser Ziel ist es, den originalen, Tokyoer Technosound zu kreieren.


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