Neil Landstrumm
- Neil Landstrumm: Ich glaube, meine Platte auf Moskito hat sich gut verkauft! Es war die erste Platte von mir, die alleine von mir kam und einen eigenen Stil hatte. In erster Linie habe ich nach Chicago geschielt, und das ist auch die Richtung, die mich inspiriert hat. Cristian hat mir sehr geholfen im Umgang mit den Instrumenten und in der Schaffung bestimmter Sounds.
- FP: Du hast auf der Paskal EP Jazz-Stücke gehabt!
- NL: Ich habe sie in nur zwei Stunden gemacht. Das war letzten Sommer. Die Idee kam mir, nachdem ich Hip Hop gehört hatte. Über die Loops habe ich dann eine Roland 909 gelegt. Obwohl die Stücke seltsam genug sind, sind hier die Leute darauf angesprungen. Eine komische Geschichte. Auf meiner Platte auf Peace Frog habe ich wieder ein Jazz-Stück, allerdings in einem anderen Stil.
- FP: Du hast vorher eine harte Platte auf Sativa gemacht?!
- NL: Ja, eine sehr harte Platte. Die haben wir zusammengemacht und rausgekommen ist so etwas. Ein bißchen hat es auch mit dem Club Sativa zu tun, weil dort harte Musik gespielt wird.
- FP: Was hast du mit dem Club zu tun?
- NL: Ich bin nicht direkt involviert. Ich kenne dort alle, und ich gehe auch oft dort hin aus. Ich arbeite ab und zu mit einem der DJs zusammen und gelegentlich mache ich dort ein Live Set. Auflegen tue ich gar nicht.
- FP: Bist schon in anderen Clubs aufgetreten?
- NL:Ich bin Neujahr in Glasgow mit Richie Hawtin im Pure aufgetreten und ab und zu in Brighton bei Cristian.
- FP: Was war dein Zugang zur Musik?
- NL: Also, ich habe 1988 angefangen, Platten zu kaufen. Ich habe aber nicht wirklich einen Zugang gehabt zu Chicago und Detroit in dieser Zeit. Erst 1990 habe ich begonnen, mich dafür zu interessieren. Dann habe ich die Platten gekauft und danach habe ich mich gefragt, wie man die Platten macht. Ich begann so um '91 herum, mir die entsprechenden Maschinen zu kaufen .
- FP: Als ich Deine Platte auf Peacefrog gekauft habe, habe ich nicht glauben können, daß da ein und die selbe Person dahintersteht.
- NL: Ja, sie ist anders. Ich glaube, es ist wichtig, daß ich stilistisch verschiedene Sachen mache, meinen Stil immer wieder mal ändere. Wie gesagt, ich orientiere mich am Chicago Sound. Aber ich glaube es ist notwendig, diesen Sound ein wenig zu ändern, mit dem Tempo hochzugehen und neue Sounds einfließen zu lassen.
- FP: Was muß sich sonst noch ändern?
- NL: Es ist noch zu geradlinig, es muß noch funkyier werden! Vielleicht noch mehr Shuffle-Beat. Es ist nicht einfach es auf den Punkt zu bringen. Die Person, die es geschafft hat, ist Daniel Bell. Er hat Chicago und Detroit zusammengebracht und einen neuen Stil geschaffen. "Loosing Control" ist eine meiner Lieblingsplatten vom letzten Jahr. Ich habe Daniel Bell vor vier Wochen getroffen, weil er meine Platte auf Moskito gehört hatte und sie sehr mochte. Das war für mich natürlich ein unglaubliches Kompliment.
- FP: Deine Platte auf Peace Frog ist unglaublich explosiv, wenn man sie laut hört, eine Mischung, die man so nicht kennt!
- NL: Ja, die Produktionstechnik habe ich von Cristian gelernt, die sehr metallischen Sounds z.B. klingen sehr nach ihm.
- FP: Bei minimalistischen Stücken besteht die Gefahr, daß sie entweder einschlagen oder völlig das Ziel verfehlen.
- NL: Das hat mir Pete von Peace Frog auch gesagt. Er kriegt jeden Tag eine Menge Demos in diesem Stil, aber keines ist wirklich überzeugend. Die Platte von Todd Sines war ganz gut, aber dennoch zu stark an Daniel Bell orientiert. Ich glaube, Daniel Bell hat die Platte abgemischt.
- FP: Seit wann beschäftigst Du dich mit diesem Stil?
- NL: Seit ca 6 Monaten.
- FP: Wie arbeitest Du an Deinen Stücken?
- NL: Ich baue die Stücke um eine Idee herum, aber wenn nichts mehr geht, forciere ich es nicht noch, sondern lasse es ruhen. Wenn ich mehr als nur eine Idee habe, mache ich einen Track an einem Tag fertig
- FP: Hast Du neue Platten in Aussicht?
- NL: Ich habe eine neue Platte für Peace Frog gemacht. Ich bin in Verhandlungen mit Peace Frog über eine LP bzw. ein Doppelpack. Definitiv werde ich eine Platte auf 7TH City oder Accelerate machen und zwei auf Djax Up.
- FP: Hörst Du überhaupt noch Musik von anderen?
- NL: Mmmh, nicht viel. Ich höre Jazz und Sachen wie Born Under A Rhyming Planet, was ich superb finde. Ich mag auch neue klassische Musik von Micheal Nimen sehr gerne.
- FP: Was macht Du nebenbei noch?
- NL: Ich gehe noch immer zur Universität, genau wie Cristian.
Chart of Classic Tracks
1. DBX - Shortwave (Accelerate)
2. Steve Poindexter - Work That Mutha Fucker (Musique)
3. Born Under A Rhyming Planet - Digital/Analog Heaven(+8)
4. Acid Junkies - Sector 3 (Djax up)
5. Robert Armani - Abulance/Invasion (Dance Mania)
6. DBX - Losing Control (Peacefrog)
7. Cristian Vogel - Lambda EP (Magnetic North)
8. Nexus 21 - Self Hypnosis (Network)
9. World Power Alliens - Seawolf (UR)
10. Clemtine - for the Cosmos (Djax up)

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