THE CONNECTION MACHINE
- FP: Wann habt Ihr beide angefangen, Musik zu machen?
- J:So vor 2 1/2 bis drei Jahren ungefähr.
- FP: Welche Platten habt Ihr außer der auf Planet E und der "Black Hole" auf U-Trax gemacht?
- N: Wir hatten vorher schon einmal eine auf U Trax.
J: Das sah zwar alles aus wie eine Compilation, war aber in Wirklichkeit ganz und gar unsere Platte. Wir haben in dieser Zeit noch nach einem guten Namen gesucht. Und ich glaube, wir haben ihn jetzt gefunden.
N: Nicht mehr Syndrome oder Utroid Machine Missions. Wir bleiben von nun an bei Connection Machine.
- FP: Weshalb seid Ihr bei diesem Namen geblieben?
- J: Wir waren von der Philosophie dieser großen Company in Amerika so fasziniert. Die haben sehr riesige parallele Computer gebaut, Thinking Machines hieß die Firma. Ihre Philosophie für die Zukunft hat uns die Augen geöffnet. So vor 5 Jahren gab es ein Interview mit dem Typen. Das hat uns beeindruckt. Die lagen vollkommen falsch.
N:Mittlerweise sind sie pleite.
J: Aber die Philosphy war wundervoll. Sie hatten eine Art vollkommen vernetzter Welt im Auge und wollten gerne die Computer dazu liefern. Die Dinger hießen Connection Machine.
- FP: Das wollt Ihr mit Connection Machine auch machen?
- J: Vielleicht. Erst mal wollen wir natürlich Musik machen. Wir sehen das auch als eine Antwort auf das, was in der Welt passiert. Ich denke, daß wir in einer sehr futuristischen Welt leben. So in dem alten Sinn von futuristisch. Die Leute lieben Maschinen, wir auch, all das ist schon mal geschehen. Und es ist gut, daß Menschen jetzt so Musik machen können wie sie denken. Das ist die Ähnlichkeit zur Connection Machine: Menschen einzuspeisen.
- FP: Ihr scheint von einer ziemlichen Menge an musikalischen Einflüssen auszugehen. Wo liegt euer Background?
- J: Natascha ist ein ausgebildeter klassischer Pianist, und ich ein alter Punkrocker. Cabaret Voltaire und solche Sachen.
- FP: Glaubt Ihr, daß es Eure Musik noch beeinflußt?
- N: Mich nicht, vielleicht die Technik, die ich gelernt habe, und jetzt noch benutzen kann, wenn ich Akkorde spielen will. Aber es hat nichts mehr mit Inspiration zu tun.
- FP: Was inspiriert Euch?
- N: Sachen die man sieht, Umgebungen, Menschen, mit denen man spricht, andere Schallplatten und Science Fiction. Wir sind totale Science Fiction-Fans.
- FP: Welche Richtung?
- N: Hauptsächlich Cyberpunk, oder vielleicht sollte man Postcyberpunk sagen, weil es sich ja mittlerweile ziemlich weiterentwickelt hat. Was ich am liebsten mag sind Stephansen, Greg Bear und Peter F. Hamilton. Und Filme natürlich, Science Fiction.
- FP: Wie kamt ihr zu Planet E?
- N: Wir haben tatsächlich ein Demo verschickt, und tatsächlich nur eins, an Planet E. Unsere Inspiration hatte viel mit ihm zu tun.
J: Du weißt wir leben in Holland, und da kommt einem alles, was nicht knallhart und grade ist, ein Track, der nicht ballert, einfach unglaublich vor. Da waren die Sachen von Carl Craig, die ersten 69 Sachen, einfach unglaublich. Die Freiheit und die Atmosphäre in diesen Track war einfach unglaublich.
N: Wir haben das Demo auch eigentlich nur geschickt um herauszufinden, wie er es findet, was er darüber denkt. Dann hat er angerufen und gesagt, daß er es so gut findet daß er es rausbringen möchte.
- FP: Hat Euch das überrascht?
- N: Ja, sehr stark. Er kam dann etwas später nach Holland, um alles zu besprechen und war sehr offen und nett. Wir waren einfach überrascht, daß er es wirklich mochte.
- FP: Was denkt ihr über die neue Generation von Acts auf Planet E?
- N: Wir glauben, sie will die Grenzen und Horizonte von Techno erweitern. Sie will neue Wege finden. Wir haben den Vertrag tatsächlich schon vor einem Jahr gemacht. Es gab ein unglaubliches Delay, warum auch immer.
- FP: Die Track sind also schon älter?
- N: Ja, 1 1/2 Jahre.
J: Die auf U-Trax sind sogar noch älter.
- FP: Wie klingt Ihr denn jetzt? Habt Ihr Euch sehr verändert?
- N: Nein, nicht so sehr. Wir haben vor kurzem einen Remix für ein neues amerikanisches Label, Environment, gemacht. Das Label von Morgan Geist kommt so in einem Monat. Das wird dann ganz neu sein. Aber ich denke nicht, daß es so sehr verschieden ist. Natürlich verändert man sich, aber das Gefühl ist das gleiche, glaube ich.
J: Ich glaube, es ist etwas darker. Und, obwohl ich das nicht gerne sage, jazziger. Aber schreib das nicht auf.
- FP: Warum?
- J: Das ist so ein Hypewort, und ich will nicht mit Jazz in Verbindung gebracht werden.
- FP: Kann man verstehen.
- J: Ich bin mit Jazz aufgewachsen. Ich muß es hassen. Es kommt wohl jetzt ein bißchen hoch.
- FP: Viele Sachen bewegen sich Richtung Jazz.
- J: Hier in Utrecht sind wir im Kriegszustand. Die meisten der Clubs haben jetzt zu Jazzdance gewechselt. Das ist irgendwie kommerzieller. Hier zumindest.
N: Mit Techno kann man hier nicht mehr viel machen.
J: Wir verlieren an Boden.
- FP: Was machen die Leute bei U Trax denn dann?
- N: Die produzieren Musik. Wer nicht ausgehen kann.
J: Nach Amsterdam kann man noch.
- FP: Glaubt ihr es gibt eine Clubszene für eure Art von Musik?
- N: Nein, nicht wirklich.
J: Das spielen hier nur unsere Freunde. In den Staaten scheinen sie das im Collegeradio zu spielen. Wir haben da schon einiges an E Mail bekommen.
- FP: Wo werden Eure nächsten Platten erscheinen?
- J:
N: Das ist ziemlich rough geworden.
J: Wir denken, daß es rough ist. Wer weiß, was die anderen denken.
N: Dann kommt erst mal noch eine für Planet E, und eine CD.
- FP: Ihr habt vermutlich noch sehr viele Tracks bei euch zu Hause?
- N: Ja, kann man wohl sagen.
J: Wo hast du das gehört? Wir hatten Zeiten, wo wir 6 Tracks in der Woche gemacht haben. Aber diese Periode ist jetzt vorbei, wir haben uns jetzt stabilisiert.
- FP: Was haltet Ihr für das offensichtlichste Gefühl in Euren Tracks?
- J: Ich glaube es ist eine Vision der Zeit, wie ein Bild ohne Bild, wie ein beängstigender Science Fiction.
N: Manchmal machen wir einen Track und denken danach, daß es wie eine Nuklearexplosition war.

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