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Tesox - Funky Bassline (Plastic City 8)
Watchman - Cut the midrange (Phuture Wax)
Cyrus - Upstart E.P. (One Way)
Transmigration - The Freax E.P. (Universal Prime Breaks)
Cristian Vogel - Conscious Assays E.P. (Force Inc.)
Lazonby - The Remixes (DMD)
FM Scout - Living Colours (Sax 006)
Richard Benson - Debut E.P. (Force Inc)
Somatic Responses - Methods Of Mutalation (Cross Fade Enter Tainment)
Subsonic 808- 77' (Force Inc.)
Titan & Red Acid Jack - Face 2 Face E.P. (Unknown)
Ian Pooley - Celtic Cross (Force Inc.)
Christian Vogel - Conscious Arrays EP (Force Inc)
Bam Bam Classics- Best of Westbrook (Tresor)
Oval 94 Diskont + Remixes (Mille Plateaux)
Generation Starwars (Mille Plateaux)
Tok Tok -Beauty (Parsec)
Robotnik (Parsec)
Tok Tok - Wool (Parsec)
Asamars (Parsec)
Mike Ink - Live Evil Part 1 & 2 (Force Inc)
Trick Tracks (Formic Records)
Scoop Team (Generator)
Spunk (Acid Orange)
Beroshima -Pedotherm EP (Tanjobi Records)
T.H.P. - Acid Pin Ups II (JJ)
Black Labs (Trope 12)
NKS (Aural Satisfaction Records)
Alpha - Silicon (Silicon)
Virtuality Three (Uptown)
M-Phaser - Armtraxx (Rubble)
Whirlpool Productions - Moon Huh/Harvest (Ladomat)
Monosphere - Chaos Trax (Casa Magnetica)
One In A Billion - Soulfood EP/Egoexpress - EP (Ladomat)
The Infinity Project - Psycho Tools (Spirit Zone)
Gudrun Gut & Anita Lane - Yadi Yadi (Alternation)
Fil-O-Fax (Generator)
Aqualite - Wavemaker (Suck Me Plasma)
Cendoyte - Tales From The A-Side (Suck Me Plasma)
TFF (Trance For Freedom) - Plastik E.P. (Full-E)
Vital Complex - Pyracuse (Spaceflower 004)
Lucid - Eye To Eye (Ugly Frog Productions)
L.U.K.E. - Floatpoint (Ugly Frog Productions)
Mad Max feat. Cairo Mehmet - Boomtown L.E. (Breathless Raver Rec.003)
Anopheles - Deep Moon E.P. (Polytox)
Dr.DNA - Heliomorph E.P. (Polytox)
Mind Diver - The Energy Of Love (Happy Fish)
Monosphere - Synthology E.P. (Polytox)
Sonic Evolution - Quattro E.P. (Polytox)
Komakino - Outface Full Size/Can't Stop (Mad Dog)
Nihilist - The Sybil And Her Prophecies (After 6 am)
Ralphie Dee & Alici (Rubble 03)
Box Blaze - Minimum Effective Frequency Vol.1 (Kromade)
Tieup To Machines - The Dentist (Uturn)
Item One - The Flash Of Sound (Uturn)
No soul - Paralyse (Petit Prince)
Side FX - Primitive Origin (Petit Prince)
One in a billion - Soulfood EP (Ladomat)
Monosphere - Chaos Trax (Casa Magnetica)
Nip Collective - Trance Plant (W.I.P.P. X-Press)
Lunemex - Undo-Ground (Bunker)
Beroshima - Pedotherm EP (Tanjobi)
Whirlpool Productions - Brian de Palma (Ladomat 2000)
Clone ID - Funky Hell (Overdrive)
Mike S feat. Ben Elvis (Superstition)
Joe T.Vanelli feat.Csilla - Voices In Harmony, Paul van Dyk Rmxs (MFS)
Synthetic Progress - Monotune (Harthouse)



Tesox - Funky Bassline (Plastic City 8)
Diese Platte ist der Beweis. Acid-Clubhit auf der einen Seite, der garantiert bei jedem DJ Anklang findet, Überraschung auf der anderen. Es ist als würden Jünger erkennen, daß Jesus lebt, nur hier ist Jesus Trip Hop und existiert nicht nur in irgendwelchen Acid Jazz Kreisen, die gerne von sich Reden machen würden, wie advanced sie doch sind, sondern gerade auch in renommierten Acid [ohne Jazz-Zusatz] Gefilden, und die kommen in diesem Fall aus Heidelberg. Wartet auf der B-Seite diese Platte doch mit einem 303 Track alter Manier auf, um dann überraschender Weise ein Stück zu präsentieren, das selbst James Lavelle wahrscheinlich nur mit zögern gesignt hätte. Skuril, obskur, gespickt mit einer sich äußerst dramatisch steigernden Melodie. Wir sind stolz auf euch, und auf uns, daß wir Trip Hop als solches rechtzeitig genug erkannt haben. A 1 (*** ***),B2 (*** ****), der Rest (*** ** (Für uns alle Sterne der Welt.) kk

Watchman - Cut the midrange (Phuture Wax)
In ausgereifter Fasson: Frankfurt Acid-Trance und slower Happy House von Arpeggiators-Tom, immer mit der allzu prägnanten stampfenden Kickdrum. Ansonsten Acidbassline und Mönchschoral, wie Wellen an den Strand peitschendes Frauengestöhn, wohlplazierte Hölzer... so groove on. (****) kk

Cyrus - Upstart E.P. (One Way)
Hardtrance, wie ihn selbst die südamerikanischen Eseltreiber bei der Arbeit nachpfeifen, mit den üblichen Jetzt-geht's-los-Trommelwirbeln, die dann aber doch wieder nur komische Flächen für Leute folgen lassen, die schon von einem Shooter Starkstrom den Herzkasper kriegen, um dann im Sauerstoffzelt ihren Vollrausch bei relaxter Atmosphäre auszuschnarchen. Zweiter Release von Cyrus, der im vergangenen Jahr für Spacemate mit "Legal Mission" sein Debüt ablieferte. (***) JAM

Transmigration - The Freax E.P. (Universal Prime Breaks)
Das Label aus Oberursel langt wieder zu, genau dort, wo's auch wehtut [also nicht zwischen den Beinen!]: Transmigration [und nicht Trancemigration, was mal lobend erwähnt werden sollte] liefert häßlichen Analogtrance, vollgepackt mit den ganzen Klischees, die's bei Aldi im Ausverkauf gibt. Altbacken kleben sie an den Zeiten, in denen unsere Vorfahren alle mindestens einen Schwanz hatten und auf Bäumen rumkletterten. (**1/2) JAM

Cristian Vogel - Conscious Assays E.P. (Force Inc.)
Vogel, der merkwürdigerweise gerade an einem Album für Tresor arbeitet, mit einem weiteren Glanzstück auf Force Inc. Strange, durch -x Effektgeräte verzauberte Sounds treffen sich zum Nachmittagskaffee mit vertrackten, clonkigen Rhythmusträumen und erzielen diesen dösigen Trance-Effekt, den jeder kennt, der sich schon mal auf 100 Meter einer 50cm-Blubber genähert hat. Die A-Seite liefert mit einem eigentlich längst aus der Mode gekommenen Low Frequency-Furz-Bass neue Impulse für die erwachsene, geschmackvolle Housemusik dieser Tage. (*** ***1/2) JAM

Lazonby - The Remixes (DMD)
Der beste DMD Direkt-Release bisher sind die Lazonby-Remixe von Sunbeam und Oliver Lieb. Obwohl wieder mit ausgelutschten Arrangements und Sounds hantiert wird, ist beiden Tracks eine erfrischende Kühle eigen, die nur zeitweise von diesen blümlichen Happyphrasen durchbrochen wird, bei denen man sich zu recht fragt, wer in diesem gottverdammten Universum bittesehr so fröhlich sein soll. Like Aids never happened. (***) JAM

FM Scout - Living Colours (Sax 006)
Chilliger Trance, dem es gelingt, Peinlichkeiten zu vermeiden und dem es nicht gelingt, Akzente zu setzen. (***) JAM

Richard Benson - Debut E.P. (Force Inc)
Der Typ muß den Urin von Robert Hood nicht nur geschlürft, sondern auch noch genossen haben. Richard Benson, ein neuer Act auf Force Inc, produzierte scheinbar mit links ein federleichtes, jazziges Technohouse-Debüt, das aus Chicago kommen könnte. Vielleicht kommt's ja sogar daher, who knows? Mir haben sogar schon Leute ganz besserwisserisch klarzumachen versucht, daß sich Benson der Detroiter Jeff Mills versteckt, aber das glaube ich nicht so ganz. Ein 4-Tracker, auf den sich fast alle einigen könnten, der das Herz erweicht und absolut süchtig und geil auf mehr macht. Grandios!!! (*** *** *) JAM dazu disko: Drehwurmorgeln schliddern durch einen Tunnel voller klopfender kicks und claps, die ganze Zeit trommelt es unter Dir, während unmöglich gesetzte loops auch den Letzten aus der Ecke auf die Tanzfläche locken. (*** **) dis

Somatic Responses - Methods Of Mutalation (Cross Fade Enter Tainment)
Der erste Release des neugegründeten Hamburger Labels Cross Fade Enter Tainment von DJ Raid [ex-A&R bei Fischkopf] und Christoph de Babalon [Artist auf Fischkopf, demnächst DHR] liefert erwartungsgemäß eiskalten, industriellen Hardcore der nächsten Generation. Die Waliser Brüder Healy, in diesem Falle Somatic Responses, preschen mit ultrafetten, dermaßen übersteuerten Beats und radikalem, durch zig Effekte verstümmelte Noises voran, denn es gibt einen Krieg gegen dieses menschenverachtende Scheißsystem zu gewinnen. Ein Debüt, das für die nahe Zukunft viel erwarten läßt. (*** ***1/2) JAM

Subsonic 808- 77' (Force Inc.)
Hätte man mir 1992 gesagt, daß Biochip Disco machen würde im Zuge des Neo Disco Hypes, den es so nie gab, ich hätte es nicht geglaubt und auch jetzt kann ich es nicht glauben, wo ich Frauen schreien höre "Joouuaaaah-ja". Die einzige Platte, die änliche Wege eingeschlagen hat in der letzten Zeit, war die Ian Pooley auf Definitive, änlich fröhlich und schrill. OK. Disco trifft 12 Jahre später auf Electro, eine denkwürdige Begegnung, aber das nur zum Teil. Die anderen Stücke sind beseelt von einer feuchtfröhlichen 808 Kirmes, Wasserbahn und einer kreischenden Masse von nichtalternden Teenagern. Unglaublich gut und so klischeehaft wie Disco selbst! Floorburner!!!!!!!!!!!! (*** ***) RRR

Titan & Red Acid Jack - Face 2 Face E.P. (Unknown)
Die beiden ehemaligen Produzenten von D.A.C.Robinson, Alex Purckhardt und Christian Gimbel, als geschmacksneutrale Wichsvorlage auf einer Picture-12". Soundmäßig bewegt man sich zwischen Plus 8 und Djax-Up, was ja nichts Böses ist. Nicht revolutionär, aber lecker. (*** ***) JAM

Ian Pooley - Celtic Cross (Force Inc.)
Die A-Seite beginnt von der Dynamik da, wo das pumpende Acidstück der letzten Pooley aufgehört hat, nur eben mit dem Unterschied, daß diesmal der Schwerpunkt auf House liegt. Klingt der Beat nach Detroit, so ist der Überbau New York Style. Ganz anders die B-Seite, welche stark nach Armand Van Helden klingt und ganz authentisch im Stil von new yorker Produktionen auf relativ veraltete, bewährte Sounds zurückgreift, die ihrem Umfeld entwurzelt werden, um in einem neuen Betätigungsfeld aktiv zu werden. Für House Freaks und besonders für die Dance Scene in New York könnte die Platte von großem Interesse sein. (*** **) RRR dazu disko: Humpelnd setzt ein Beat ein, der auf großen Tonnen oder sowas getrommelt wird, dazu quietscht was rum und dann packt Dich der Bass. Erlöst durch einen fliegenden Break, geht es einfach nochmal von vorne los; das ist die Platte mit dem "bass is where you spank it" Sample, mit der Dein Lieblings-DJ immer abräumt. Damit nicht genug, auf der flipside gibt's wildpitch vom feinsten. (*** ***) dis

Christian Vogel - Conscious Arrays EP (Force Inc)
Rollender Donner walzt mühsam über eine knochentrockene Geröllwüste. Du sitzt auf einem dieselgetriebenen Gefährt und rollst dem Horizont entgegen. In den Ohren diese Musik, harter, schleppender Slowmotion-Funk, der die Fahrt zum Ereignis des Monats werden lässt. (*** ***) dis dazu Triple R: Ungewöhnlich technoid und traditionell klingt die A-Seite, sieht man von den Industrial Collagen der anderen Seite ab. Hat sich Cristian Vogel hier die letzte Platte von Sysex auf Force Inc zum Maßstab gemacht? Reaktionäre Kräfte wird es freuen, für das Label ist dies recht ungewöhnlich, denn dieses Output bricht ein wenig mit dem Anspruch dessen Anspruch. (*** **) RRR

Bam Bam Classics- Best of Westbrook (Tresor)
Je älter, desto besser, das ist schon mal klar. Auf der A+B Seite sind alle Stücke aus den Jahren 1987-88 und zeitlos klassisch, echt rar. "Land Of Confusion" ist mindestens genauso wichtig wie Phuture Acid Trax. Wer "Magic Feet" nur von Mike Dunn als Remix kennt, der wird hier das Original finden. Als letztes zu erwähnen, weil einfach zu wichtig ist: "Where's Your Child", das seit '87 ohne Pause aufgelegt wird. (*** ***) RRR

Oval 94 Diskont + Remixes (Mille Plateaux)
Zu den Stücken die zuvor unter dem selben Titel auf CD erschienen sind (siehe CD Review in dieser Ausgabe), gibt es jetzt Remixe von dem englischen Multitalent Scanner, Mouse On Mars, Cristian Vogel und dem chicagoer Jazzgitarristen Jim O. Rourke, der bekannt ist für seine übergreifenden Projekte im Industrial Bereich. Wer John Zorn kennt, weiß sich darunter etwas vorzustellen, zumindest vage. Von den Remixen erwartet man eine änliche Wirkung wie vom Original, bei einer anderen Produktionsweise, anderen Loops? Bei Scanner wie auch Mouse On Mars tauchen zwar änliche Sounds auf ,dennoch ist die Bearbeitung von Scanner looser b.z.w. freier und wirkt zuweilen ästhetisch etwas zweifelhaft, kommt man auf das Zusammenspiel verschiedener Harmonien zu sprechen. Besser ist da der dubbige Ansatz von Mouse On Mars, der sich geschickter in das Gesamtkonzept von Oval fügt. Einen völlig anderen Weg geht Cristian Vogel, dessen organisches, rythmisches Zerfließen "stöhnender "Sounds wie ein Kommentar auf das Fortschreiten der Zeit wirkt. Mehr von einem klassisch durcharrangiertem Stück hat der Mix von Jim O. Rourke, dessen Interpretation schon fast an asiatische Klang-Abfolgen erinnert. Fazit; alle Mixe sind interressant, wirken aber im Vergleich zu dem Original einfach historisch stärker vorbelastet. (*** ***) bleed

Generation Starwars (Mille Plateaux)
Industrial Ambient im Sinne des Aphex Twin, Mambo, Obskur Independent Classics. Drumless Ambient, die Anzahl szeneübergreifender Stücke, die hier souverän umgesetzt werden, ist endlos und sehr untypisch für eine deutsche Platte. Auffällig ist auch, daß die Stücke nicht nur aus der Ästethik der 90ger schöpfen, sondern auch auch aus der der 80ger. Highlights der Doppel 12" könnte das extrem funkige "Sonyprostitutes" und das wavige "Blutrote Nacht Über Berlin" sein. Im Ausland übrigens mit Original Cover zu haben, in Deutschland in zensierter Version erhältlich. (*** ** 1/2) RRR

Tok Tok -Beauty (Parsec)
Tok Tok leben auf ihrem eigenen Planeten, auf dem die Weltgeschichte wie durch ein Bullauge betrachtet in Zeitraffertempo Revue passiert. Die Stücke sind eben dieser Betrachtungsweise entsprungen, die Hi-Energy Sequenzen in Industrial Collagen einbaut. Zusätzlich findet sich wiederum ein Track im Stil von Tok Tok 7`` s. (*** **) RRR

Robotnik (Parsec)
Maschinelles Herzrasen und wie auch bei der Paeallax, befinden sich wieder zwei Stücke auf der Platte, die eine kraftvollere und etwas langsamere Variante eines analogen Live Jams darstellen. (*** **) RRR

Tok Tok - Wool (Parsec)
Es muß nicht alles phunky, phat und phantastico sein, was man Techno nennt, aber bei Minimaltracks dieser Art ist man heutzutage arg verwöhnt. Leute wie Richie Hawtin basteln an solchen Stücken bewußt Woche für Woche und da erscheinen diese hier einfach zu willkürlich und mit zu wenig Konzept. Das mag an der Änlichkeit der Sounds liegen, die diesen Eindruck vermitteln, denn Tok Toks Herrangehensweise ist von ihrer Art etwas anders. (****) RRR

Asamars (Parsec)
Marsmenschen, unidentifizierte Substanzen und alles, was in pseudo-wissenschaftlicher Science Fiction der 60ger eine Rolle spielt, erfährt mit dieser Platte den ultimativen Soundtrack. Sei es, daß hier analoge Geräte verwendet werden, die genau diese Frequenzen zuwege bringen, die man aus den Filmen kennt, oder das genau dies das Konzept der Platte ist, wie auch immer, die nüchterne, dokumentarische Soundästhetik ist verblüffend authentisch und eindringlich. (*** ***) RRR

Mike Ink - Live Evil Part 1 & 2 (Force Inc)
Mike Ink live and direct. Beide Platten bestehen aus Tracks, die er in der Vorbereitungsphase für Live Auftritte von Köln bis Chicago zu Hause produziert hat. Alle Stücke sind demnach in bester Studio Qualität aufgenommen und gekennzeichnet von enormer, Mike Ink typischer Dynamik. Schneller, direkter und effektiver als seine Stücke auf den letzten Force Inc Veröffentlichungen wird hier Material im Zeichen seiner R.E.S.P.E.C.T Platte geboten. Faust-Funk in unübertroffener Klarheit und Härte!!!!!!!! (*** ***) RRR

Trick Tracks (Formic Records)
5 Track EP mit völlig unterschiedlichen, Detroit- angelehnten Tracks, " Tracky", der Opener der Platte klingt nach kaputten, auslaufenden Batterien, ein geniales Zapping von "auf- und zuschlagenden", trippigen Sounds. "3000°ree; Fahrenheit" ist ein monoton ruhiges Stück, nasal abfahrend und die Erde aus der Vogelperspektive beobachtend. "Handmade" ist konstantes nach vorne Weglaufen, ein sich fast überschlagendes witziges Stück, das in dieser Hinsicht keine Gnade zu kennen scheint. " Turn On Tune In" ist lässiges Spazierengehen durch die Grüngürtel von Köln, ein Frühlings-Stück mit bescheidener Beschwingtheit. "It's gonna rain" ist ein Stück, das sich zwei verschiedene Klangfarben andauernd zuschiebt und somit eine flackernde Dynamik aufrechterhält, die sich durch das ganze Stück zieht. (*** ***) RRR

Scoop Team (Generator)
Kesser Trance mit Telespielmelodien und Sesamstraßen-Ernie-Stimmbrocken. Verschiedene Mixe, aber alle gleich. (**) JAM

Spunk (Acid Orange)
Spunk setzt seine Bassdrums behutsam wie Katzenpfoten, eine vor die andere, um in einen funky 808 Beat zu verfallen. Claps, die nach "Möbelrücken" oder kurzen Backspins klingen, metallisches Klopfen, an Stelle von Pianaccorden, und alles setzt sich nach und nach zu einem pumpendem Mechanismus zusammen, der seine Perkussion im Verlauf des Stücks wie ein Kettenhemd hinter sich herzieht. Die maschinelle, posthume Variante eines Dave Clarke, dürfte die bisher attraktivste, Dancefloor-freundlichste Acid Orange Veröffentlichung sein. Mover! (*** ***) RRR

Beroshima -Pedotherm EP (Tanjobi Records)
Die Foetus Side ist düsterer Trance, etwas getragen und schwerfällig, anders die Rückseite, die mit "Gate Attack", ein an Spunk (siehe Kritik oben!) anknüpfendes Stück darstellt. Weniger vorsichtig, eher provokativ/fordernd im Sinne eines "loosen" Tribal-Industrial Drummings und mit einem stechendem Technosound, wie er mich an Klang Der Familie erinnert. Cool !!!!! (*** ***)RRR

T.H.P. - Acid Pin Ups II (JJ)
Hinter T.H.P. verbirgt sich Thomas Heckman und der schafft nach seinem phänomenalen Erfolg der ersten Platte einen absolut würdigen Nachfolger. Acid Pin Ups II vereint Oldschool House und Acid auf der einen Seite mit kraftvollen, progressiven Stücken im Stil seiner letzten A.F.U. (Acid Fuckers Unite). Kick Ass Platte! (*** ***) RRR

Black Labs (Trope 12)
Black Labs kommen aus den UK und es wird beim Durchhören der Doppel 12" sehr schnell klar, warum sie auf Trope erschienen sind, weiß man um die Tradition in der sich T.P.H. selbst sieht. Die Platte ist gekennzeichnet von einer Kombination aus konzeptionellem, künstlerischem Verständnis und Dancefloor Funktionalität. In ihren Stücken haben Black Labs deutsches Gedankengut der Neuzeit sowie Ambiente der Spätsiebziger eingefangen und verarbeitet, natürlich innerhalb ihres Cosmos'. Manche der Stücke sind angelehnt an deutschen Acid Anfang der 90ger, andere sind trippige Stücke mit Electro Beat. Ein sympathisches Output für den historisch geschulten Hörer. (*** **1/2) RRR

NKS (Aural Satisfaction Records)
Kraftvoller Acid mit oldschool Percussion, wie man ihn von T.P.H. in änlicher Art auf der neuen JJ findet. Vielleicht nicht ganz so gut und traditioneller, aber dennoch eine der besseren Acidplatten derzeit aus Deutschland. Wer auf Electro steht, findet als Bonus auf dem milchigem Vinyl einen guten Electro Track mit analogen Flächen. (*** **) RRR

Alpha - Silicon (Silicon)
Wie auch die Tie Up To Machines auf U-Turn, so hat auch diese Platte wieder etwas von der Placid Flavour No 3, meint natürlich dieses sich schleifen lassende Charakteristikum, das typisch ist für sie. Eine Ausnahme macht da auf jeden Fall das B1 Stück, das in seiner gekonnt gelangweilten und coolen Art an alte Sweet Excorcist und Chill Platten erinnert. Klasse Track! B1 (*** ***), Rest (**** 1/2) RRR

Virtuality Three (Uptown)
Eine erstaunlich gute Produktion für das sonst eher kommerziell agierende Label. Oldschool Acid und Acid Trance kommen hier in einer ideologisch gefestigten Form, die einem gefallen kann. Cool! (*** **) RRR

M-Phaser - Armtraxx (Rubble)
Die Platte hat mehr von Steve Lazard als von der letzten Rubble und gefällt wesentlich besser. (***) RRR

Whirlpool Productions - Moon Huh/Harvest (Ladomat)
Ganz toll, daß sich die Jungs um Hans Nieswandt dann doch entschlossen haben, nicht den housigen Track zur A-Seite zu machen, sondern lieber das triphoppige "Harvest". Triphoppig ist natürlich Quatsch, Harvest" hat eben Dope Beats statt Four-To-The-Floor, besticht aber vor allem durch einen warmen, angejazzten Orgelhook, der von der unwiderstehlich-kühlsten Frauenstimme seit A Guy Called Geralds "Voodoo Ray" gekrönt wird. Wenn das anstehende Album genauso elegant die Kurve zwischen Neue-Wege-gehen und Beim-Tiefsten-Inneren- Ankommen kriegt, dann steht die Platte des Jahres schon fest. (*** ***) sl

Monosphere - Chaos Trax (Casa Magnetica)
Der Titel der Platte ist ein wenig irreführend, denn es handelt sich hierbei nicht um eine Chicago Platte, sondern um ein Trance Output, daß sich geschmacklich und musikalisch absetzt von demm, was zur Zeit in Deutschland unter diesem Vorzeichen erscheint. Analoge, klangfixierte Stücke mit leichtem New York Techno Einfluß, die im Vergleich zu den vorrangegangenen Outputs von Sam Jennings emanzipierter wirken. Interessant wird es auf der B-Seite im ersten Teil seines Live Jams von "Reduction", der mit einem guten Drumarrangement den Geist der Zeit an den Haaren packt. Ein gutes Stück, das die Platte attraktiv erscheinen läßt. B-Side (*** **) RRR

One In A Billion - Soulfood EP/Egoexpress - EP (Ladomat)
Deutsche House-Platten wirken auf mich immer eher halbfertig, wenn sie zu sehr nach den Vorbildern streben. Setzen sie aber ihren eigenen Kopf durch, dann entsteht immer öfter fantastische Musik, einfach schon, weil man sowas noch nie gehört hat, es aber trotzdem auf Anhieb nachvollziehen kann. So auch bei den neuesten Produkten aus dem Hause Ladomat; je schiefer und komischer die Produktion ist, umso besser funktioniert das Ganze. Versuche mit tollen Vocal-Hymnen dagegen sind selten vom Erfolg gekrönt. Macht bei One In A Billion aber gar nichts, da sie immer noch drei tolle andere Tracks auf Lager haben. Daß bei all dieser Herumexperimentiererei manchmal, zum Beispiel bei Egoexpress, Musik herauskommt, zu der man nicht tanzen kann, und die man sich auch nur mit einer gewissen Portion Geduld ausgestattet anhören möchte, sollte das Hamburger Label nicht schrecken. Schließlich ist Kunst machmal anstrengend, und außerdem gibt`s bestimmt bald die goldene Unique-3-Medaille für atonale Vinylerzeugnisse. (One In A Billion *** **, Egoexpress *** *) sl

The Infinity Project - Psycho Tools (Spirit Zone)
Hinter dem Namen Infinity Project verstecken sich die beiden Londoner Rothfield und Wood.. Sie haben diesen Voov Experience-Stil mächtig gut drauf, sprich: sie liefern Euphoric Acid mit sparsam eingesetzter Bassdrum und massig Goa-Sphären zum Ausklinken. Richtig rundum niedliche Birkenstockravemusik. Die erste Spirit Zone, die in diesem Sektor Sinn macht. (*** **) JAM

Gudrun Gut & Anita Lane - Yadi Yadi (Alternation)
Von Johnny Klimek (Effective Force) produzierte, treibende Vocal-Hardtrancescheibe mit verruchten Stimmfetzen der alten Rockdamen Gudrun Gut (u.a Tödliche Doris) und Anita Lane. Kommt auch ohne Gitarren stimmungsmäßig wie die Rolling Stones im E-Werk. (*** *) JAM

Fil-O-Fax (Generator)
A-Seite: Langsamer Trance. Für DJ's, die die Leute unbedingt zur After Hour treiben wollen. B-Seite: Trance, einen Tick schneller. Dürfte jeder Trance-/Hardtrance-Plattenaufleger schon 100 Stück dieser Art in der Kiste haben. (**) JAM

Aqualite - Wavemaker (Suck Me Plasma)
Hardtrance mit Jean-Michel Jarre-Klangfolgen. Transportiert den Flair eines deutschen Staatsbesuchs in Paris. (***) JAM

Cendoyte - Tales From The A-Side (Suck Me Plasma)
Rasanter Hardtrance mit modifizierten Cosmic Claydermann-Piano und schon wieder diesem Jean-Michel Jarre-Sounds (siehe Aqualite). Sphärisch, mit brottrockenen Beats und trotz des flotten Tempos verträumt. (***1/2) JAM

TFF (Trance For Freedom) - Plastik E.P. (Full-E)
Rave-Acidtrance, der nicht ganz so überzeugend ist, wie auf TFF's zuletzt veröffentlichter "Hyperspace E.P.". Biedert sich an wie ein Tippelbruder, der schon immer mal mit Naomi Campbell in die Koje wollte. Jetzt ist er ganz aus dem Häuschen, weil die neue Aldi-Kassiererin ja irgendwie auch aus Afrika kommen muß. Stark der House-Remix von "Blow It" (Original findet sich auf der "Hyperspace E.P."). Die geil verruchte, mädchenhafte Luderstimme ist geblieben, die wenigen dazugekommenen Elemente Hammond-Orgel, teppichniedriger Furzbass und minimalistischer, stark groovender Beat geschickt drumrum postiert. Erspart Alleinstehenden die teuren Sex-Lines. (Blow It-Remix *** **, Rest ***) JAM

Vital Complex - Pyracuse (Spaceflower 004)
Militärisch trommelnder Minimal-Hardtrance mit leicht housigem Groove und Hammond-Akkorden (was wesentlich moderner als alle Pianos dieser Welt ist). So weit, so primaprima, wären da nicht penetrant bimmelnde Glöckchen und Klerusgesänge, die einem den Lebensgeist in Melissengeist transformieren wollen. (**) JAM

Lucid - Eye To Eye (Ugly Frog Productions)
Schon beinahe mies, schlecht, böse und gemein zu nennende Geräusche auf einer Trance-Platte? Ja. Michael Köhler aka Lucid setzt Sounds ein, die genausogut von Praxis oder Empire kommen könnten und stellt sie schleimig triefenden Sphärensounds gegenüber. Teilweise wirkt das recht paradox, aber ein deutlicher Schritt in die korrekte Richtung. (*** ***) JAM

L.U.K.E. - Floatpoint (Ugly Frog Productions)
Pianoschmarrn von Thorsten Faßbender mit ganz viel um die Hüften gewickelten euphorischem Tranc-Allüren. So euphorisch, das einem glatt das Kotzen kommt. So ist niemand - nicht mal nach 40 Euphorie-Pillen - drauf. (* ) JAM

Mad Max feat. Cairo Mehmet - Boomtown L.E. (Breathless Raver Rec.003)
Dritter Release des Leipziger Rave-Labels. "Boomtown L.E." präsentiert hetzenden Hardtrance mit sphärischen, 100.000 Mal gehörten Sounds in einer Dichte, wie sie in den letzten Monaten nicht gerade häufig war. Nichts für den Dorfclub, sondern für den nächsten Gigarave. Wenn diese E.P. auf der nächsten Mayday gespielt wird (und sie wird gespielt werden) schreien erstmal 3000 Leute "Hurra!" und ca. 50 Typen werden vor lauter Begeisterung zu ihrer Freundin etwas so unglaublich Blödes sagen, daß sie für den Rest der Nacht Streß haben. Gefährlich gut. (*** ***) JAM

Anopheles - Deep Moon E.P. (Polytox)
Stefan Dietrich, ex-Drummer von NDW-Bands wie Korpus Kristi und Blumen Ohne Duft, im Technowahn. Auf "Deep Moon" vermengt er - ulkig wie er nunmal ist - aufgeweckten Hardtrance mit orientalischen Flöten und verregneten Maigret-Flächen. Macht Laune. (*** **1/2) JAM

Dr.DNA - Heliomorph E.P. (Polytox)
Doppel-Maxi mit acht Acid-Goa-Tracks. 72 Minuten Laufzeit zuviel. (**1/2) JAM

Mind Diver - The Energy Of Love (Happy Fish)
4-Tracker, der sich nicht zwischen enervierendem Analogtrance und der feisten Dummbatzvariante entscheiden kann. Zwiespältig, wie ein Mann mit 'ner Axt im Schädel. (***) JAM

Monosphere - Synthology E.P. (Polytox)
Monosphere ist bekanntlich der 21jährige Sam Jennings, der u.a. bereits als Plasma für Spacemate produziert hat. Seine "Synthology E.P." ist fieser Acidtrance ohne 303, stattdessen mit allerlei üblen Analogsequenzen, die sich aufdringlich in den Vordergrund drängeln, um dort ein positives Bild zu hinterlassen. Die B-Seite ist Trance nach der momentan gültigen Definition. (A *** **1/2, B **) JAM

Sonic Evolution - Quattro E.P. (Polytox)
Der vierte Release des neuen Polytox-Labels, der uns diesen Monat erreicht hat. Sonic Evolution (Oliver Wischenrath und Jürgen Schneider aus Köln) gehen auf ihrer "Quattro E.P." den Weg nach Detroit, kommen irgendwann nachmittags wieder zurück und kombinieren Acidtrance mit jazzigen Ein-Ton-pianobreaks und durchaus korrektem harten Sound. Wahrscheinlich alles andere als die dümmste Detroit-Platte aus Europa. (*** ***) JAM

Komakino - Outface Full Size/Can't Stop (Mad Dog)
Quäkendes-Baby-in-vollgekackten-Windeln-Hardtrance mit völlig berechenbaren Jetzt-geht's-aber-los-Breaks und einem so scheißfreundlichen Piano, daß man dem Pianisten am liebsten einfach mal eine mit dem Vorschlaghammer mitten ins Gesicht geben will und wenn er "Warum?" fragt, gleich noch eine hinterher. Um es kurz zu sagen: Diese Platte ist geboren, um ein Hit zu werden! Da führt wohl oder übel kein Weg dran vorbei. Die B-Seite kombiniert die netten Sounds von A, ohne das Piano von A mit den Breakbeats, die es wirklich nur auf B gibt.Die Platte ist scheiße, aber sie hat was. (*** **) JAM

Nihilist - The Sybil And Her Prophecies (After 6 am)
Trance, der sich aufplustert und versucht einen auf Warp zu schieben, jedoch an seinem Posing kläglich scheitert, weil Warp nunmal keinen Trance machen. Egal wieviel Schminke im Gesicht klebt und wieviel Amphetamine in den Oberarmen stecken: Der Nihilist ist nicht Mister Universum. Nichtmal eine billige Comic-Adaption. (***) JAM

Ralphie Dee & Alici (Rubble 03)
Billigster Hardtrance. Läßt Hunde gegen Bäume pinkeln und verheiratete Frauen über ihr Sexualleben lügen. (*) JAM

Box Blaze - Minimum Effective Frequency Vol.1 (Kromade)
Minimalistische Analogplatte mit - wie der Name schon prophezeit - geringem Effekt. Blubbert im Stil der ersten Electric Music Foundation, läßt aber den hypnotischen Effekt vermissen, der einen gegen Türrahmen rennen läßt. Definitiv untanzbar. Aber wen interessiert das schon. (***) JAM

Tieup To Machines - The Dentist (Uturn)
Monotoner Analog-Techno ohne viel Effekthascherei. Tritt dir in den Arsch und grinst dich dann noch dämlich an. Hypnotisch, kühl und sexy. (*** ***) JAM

Item One - The Flash Of Sound (Uturn)
Übersteuerter, tribalistischer, von ganzem Herzen fieser Analoggabberacid im Stil von Toktok & Moonraker. Pervers, diese unglaublich falsch gesetzten HiHats. Wenn Uturn so weiter machen, wie es ihre ersten Releases andeuten, ist das Label bald ein Thema in der Progressiv-Ecke. (*** ***) JAM

No soul - Paralyse (Petit Prince)
Eine satte Mischung aus dicht kompremierten Kickdrums, schleifenden loops und einer dezenten bassline, die sich in aller Ruhe breitmacht, verfangen sich unmerklich ineinander, legen sich über-, unter- und nebeneinander, paralysieren Dich ganz geschickt. Patrick Lindsey hat Soul, keine Frage.(paralyse *** ** the bang ***) dis

Side FX - Primitive Origin (Petit Prince)
Nicht besonders gelungen. Side FX's Bemühen, Unterwassermusik im Detroitstylee abzuliefern, ist einfach zu durchschaubar. Eigentlich ganz anständig tanzbar, plätschert alles so vor sich hin, unfähig, Dich wirklich unter die Oberfläche zu ziehen. Also meine Herren Miesem und Breuer, das nächste Mal mehr Arbeit in die Samplerei stecken, dann geht's deeper. Trotzdem (*** *1/2) dis

One in a billion - Soulfood EP (Ladomat)
Wenn es auch draußen stürmt und schneit, regnet oder nieselt, irgendwann einmal wird sich auch der Himmel über Dir aufklären, die Straßen werden trocknen, und von allen Seiten wirst Du eine Stimme vernehmen, die Stimme einer Frau, die Dir heiter und schonend beibringt; es wird alles besser. Musik wie der Geruch von Haarspray. (*** *1/2) dis

Monosphere - Chaos Trax (Casa Magnetica)
Hypnotische Sequenzen und tribal-Trommeln trudeln durch 3 Stücke, von denen zwei durch beliebige Sounds zu schnell nerven, "Reduction" aber, ein Livemix in zwei Teilen, baut sich sorgfältig von break zu break auf, bis es im zweiten Teil ordentlich beschleunigt und sich zu einer Modulationsorgie aufschwingt. (Reduction *** ** Rest ***) dis

Nip Collective - Trance Plant (W.I.P.P. X-Press)
Der ausgefallene Name der Platte lässt schon Furchtbares erwarten, was dann auch prompt eintritt; einfallsloses Trancegewimmer, endlos langweilige Zappel sequenzen und das gelegentlich von einer kräftigen Herrenstimme eingeworfene Sample garantieren den Abtörn. (**) dis

Lunemex - Undo-Ground (Bunker)
Es dauert eine Weile, bis Du Dich mit der sehr eigenartigen Idee anfreunden kannst, daß die Musik als Sound track für den letzten Film, den Du sehen wirst, läuft. Jen seits der 100bpm-Grenze gibt es keine kickdrum, viel mehr schwingt ein tonnenschwerer Hammer gegen ein riesiges Tor, donnert stumpfsinnig dagegen, schwingt langsam pfeifend zurück, um am Scheitelpunkt scheinbar stehenzubleiben, und so fort. So breitet sich ein Gefühl unmenschlicher Ruhe aus. (*** *) dis

Beroshima - Pedotherm EP (Tanjobi)
Das Debüt des neuen Sublabels von Acid Orange bietet, es war nicht anders zu erwarten, ausgereifte Experimentaltrax, beide sehr getragene, lange Arrangements ungewöhnlicher Sounds und komplizierter Rhythmen, nicht gerade Happymusic, die eine Seite klingt eher nach der Beschallung eines Trauerzuges der Hinterbliebenen von Opfern einer nuklearen Katastrophe, die andere definiert Horrorfilmgeigen neu. Klar und deutlich produzierte Trax für fortgeschrittene Tänzer. (*** **) dis

Whirlpool Productions - Brian de Palma (Ladomat 2000)
Verspielte H-Muzik, Discofetzen, Streicherquartette und niedliche Hörspieleinlagen. "die Idee von einer primitiven, unwiderstehlichen Tanzmusik." (*** **) dis

Clone ID - Funky Hell (Overdrive)
Unglaublich vergräbt sich der Cocoon eines Schmetterlings in die Gehirnwindungen und ist bereits als kleine Raupe heftig. Aber Monster entwicklen sich nicht von 0 auf hundert in 20 Sekunden und so schraubt sich der Schmetterling durch die Gehirnwindungen. Mit Totenkopf auf dem Rücken (incoverbild der B-Seite) bleibt als letzter Gedanke der Massenmörder aus dem Schweigen der Lämmer, der doch nicht so böse ist, wie man versucht wäre, anzunehmen und glücklich wird so dahingesegelt, bis irgendwann die Gehirnstränge irrsinnig schmerzlos, melodisch und housig ausbluten... der Track ist die B-Seite und heisst Funky Hell - alles klar? Das Beste an dieser Platte ist ihr Wegschiebefaktor, der sonst bei derart verspulten, soundgetragenen Platten schnell ausbleibt. Clone ID sind ohnehin nicht zum ersten Mal auf Overdrive, jedoch auf der Hardcore Traveller 12" vor ca. 2 Jahren noch viel härter in der prä-gabber Pose. Dass sie 1995 sehr viel housiger klingen, macht den Verspulungsfaktor nicht geringer, was auf der A-Seite bewundert werden kann, wo sich erstens ein House Piano nach 1988 anhört und doch schön ist neben vielem Gezwirpe und der zweite Track doch schon fast ins tief trancige abgleitet. A (*** **) B1(****) B2 (***) Aroma

Mike S feat. Ben Elvis (Superstition)
Ziemlich unabwechslungsreicher Beat, angetrieben von dagegengesetzten acidbässen und schiefen Streichern, ein ungewöhnlicher break, das ist so ziemlich alles, was hier zu hören ist. Die Sounds sind auch nicht wirklich gut, irgendwie passt aber alles ganz gut zusammen und bringt immerhin drei Mixe, die auf einer Tranzveranstaltung ganz gut hinhauen dürften. (*** *) dis

Joe T.Vanelli feat.Csilla - Voices In Harmony, Paul van Dyk Rmxs (MFS)
Eine nicht mehr jungfräuliche, aber morgenfrische Melodie, geträllert von einem sich unbeobachtet fühlendem, rothaarigem Mädchen mit Sommersprossen so groß wie Pfennige. "Voices In Harmony" ist der Frühling, wie ihn Paul van Dyk sieht, wenn er von dem Italiener Joe T.Vanelli die Ideen vorgesetzt bekommt. Die beste Happytrancepop-Platte seit langem, da sie ohne viel Brimborium auskommt und irgendwie an Opus 3 ("It's A Fine Day") erinnert, einem Track, der uns vor drei Jahren in die schwülwarmen Sonnenuntergänge begleitet hat. (*** ***) JAM

Synthetic Progress - Monotune (Harthouse)
Das Titelstück beginnt vielversprechend mit einem satten, ausgeleierten Bass-Sound, der den ganzen Track zusammenhält. Sehr tief und bedrängend baut sich darauf ein Rhythmus auf, der sich zwar über das 08/15 Schema hinwegsetzt, leider aber nie so richtig durchstartet. So wird der Charakter eines Grooves zwar im Ansatz deutlich, DJ Sebbo hat es aber nicht geschafft, den wirklichen Überflieger, auf den er hier offensichtlich abzielt, hinzulegen. Auf

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