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Beithron - Dreamteam Ep (Matrix Musik)
Aus Slowenien ereilte mich diese wohltemperierte Platte. Nicht etwa Zurückhaltung oder anfängliches Producertum, wie man von der in Nachrichten-Horrormeldungen produzierten Erscheinung des Landes annehmen möchte, erwarten einen auf dieser wahrscheinlich nicht erhältlichen Platte. Sondern mit absolut feinem Gespür zeigen hier vier verschiedene Versionen eines Stükkes - von Techno, Acid, Trance und vor allem, der von mir favorisierten, mit fast orientalisch angehauchten Vocalsample bestückten Houseversion, daß guter Geschmack es in alle verständigen Kreise schafft.
(****) House (*** **) kk
Pulse Edmission - Get Infected (Loving Ed Records)
Die aneinander grenzenden Rave-Cities im angeblichen Kriegsbiet Jugoslawiens. Zagreb und Ljubljana. Eine Stunde per PKW voneinander entfernt, die Musik auch nicht weiter weg. Acid-Blubbern, trockene Bassdrum, eine psychedelische Melodie, Köln in nichts nachstehend, rotierend und treibend, immer wieder die Faszination von Acid - es gibt kein Entkommen. (*** **) kk
Bertocucci Feranzano - XTC Love (BZRK)
OK, es ist nichts anderes als der typische holländische Kommerzgabber, den wir von Ruffneck, Knor und all den anderen aus dem Rotterdammer Umfeld kennen. Und trotzdem fällt der Buzz-mix auf. Vielleicht wegen seinen angenehmen 181 bpm. Oder dem Vocal-Sample, das dem Stück seinen Namen gegeben hat. Oder den gut plazierten und dosierten Breaks. Auf jedenfall ein optimaler Partytrack. Der Rest ersäuft im Sumpf der Durchschnittlichkeit, aber das macht dann auch nichts. Übrigens wurden die ersten 500 als Picturedisc gepresst, die sind allerdings schon alle ausgeliefert, wer noch eine findet: zugreifen! (*** **) MV
DIN (Supercheap 001)
Amerikanische Produktion von einem Künstler aus New York. Von Hand gefertigte Tracks, die so klingen, als würde er dazu die Schwingscheibe treten. Sounds, die klingen wie kaputte Trompeten und Bassdrums, die den Eindruck erwecken, man würde den Dreck aus der Sohle seiner Converse schlagen wollen. Cowboy Trax, "loose" und wie mit dem Hammer zusammengeschlagen. Cool and weird shit! (*** ***) RRR
Spasms - Re-VoltEP (Djax-up)
Doppelscheibe von holländischem Boden. Wer glaubt, alle 303-Varianten gehört zu haben, wird hier eines Besseren belehrt. Zum einen mit Dancefloortracks wie "male incubator", dem spacy-trippigem "eternally jammed" oder dem schnelleren "inflation of knowledge", oder mit Experimentellem, wie dem hiphop-mässigen "welcome stranger", dem industriellen "dsp fiend" oder dem zurückhaltenden "persuit of decay". Kurzum, Neuerungen, die nicht nerven. (*** **) MV
Monoton - Now! (Division by zero)
Unser Amsterdamer Held DJ Dano [+ wizzkid Konrad Becker = Monoton) gibt hiermit den Startschuß für sein neues Division by Zero-Label. Geplant ist, alle Releases ausnahmslos als Picturedisc zu pressen, wenn auch dieses Weißmuster schwarz [weiss= schwarz!?) ist. Der Titeltrack etwas schräger, knarziger 170 bpm-acid mit casio-like snares und bis zur Unkenntlichkeit verkürzten Samples. "Go with the wind" ist mehr verträumter Speedtrance, der aber in keine unserer Tranceschubladen passt. Was für den späten Sonntagnachmittag. "Influx" macht da weiter wo "go..." aufhört, mit mehr Intensität und leicht asiatischem Ambiente (...). "Airways" überrascht mit seinem "that's the way (I like it)"-Sample (remember KC...?), ist sonst aber eher ein müder Abschluß dieser sonst recht eigenwilligen Platte. (*** *) MV
Cyberheads - Bird of dawning (White label)
Aus unbekannter Ecke kommt dieser gut gefüllte Trancer. Ohne mit ausgelutschten Sounds zu nerven, bringt diese Scheibe treibende Energie. Etwas rauh aber nicht agressiv. Etwas gewöhnungsbedürftig sind die Erzählereinlagen, die aber zum Glück nur mässig dosiert sind. (*** **) MV
Genecom - Silicon E.P. (Planet Rhythm)
Was Disko im letzten Heft bei Ascendence's "Torodial Power E.P." auf Planet Rhythm mit "Ernsthaftigkeit" sehr treffend beschrieben hat, setzt sich hier fort: Die "Silicon E.P." ist fernab jeglichen Spaß-haben's-um-jeden-Preis und präsentiert stattdessen ohne grobe Scherze einen kühlen Drink zwischen Hardtrance und Acid. Es war Winter in Schweden. (*** **) JAM
Jimi Tenor Remixes (Puu)
Jimi Tenor kehrt zurück mit sechs Remixen von "Take Me Baby", dessen Original ursprünglich auf seinem exzellenten Album auf Sähkö, "Sähkönomics" erschienen ist. Bester Mix der Platte ist der Slappers, Organ and R70 Mix, ein Ergebnis aus Selbstunterhalter Epos im Suicide Stil. Witzig wie eh und je ist er, der Jimi. (*** ***) RRR
Mike Dread - Three Quarks (Diatomyc)
"Rhubarb" ist ein beschwingtes Acidstück mit einer Uptempo Disco Bassline, die ich so gut produziert noch nie gehört habe. Ebenfalls gut ist das sich wälzende, sture, mir Driller-Frequezen versehende Acidstück "Lysis". Eine der besten Platten von ihm seit langer Zeit!
(*** ***) RRR
Essit Muzique (Dance Arena Productions)
Vom Design des Innenlogos besteht eine loose Verbindung zu den Shiver Platten, diese hier ist allerdings weniger Detroit angelehnt, was die Drums angeht, sondern ist bestimmt von angenehmen Acidmodulationen und Stringsounds. Cool (*** ***) RRR
Karo EP + Princess EP (Eleck Trick Records)
Berliner Produktion von Zky, Angel D und Daniel P. "Tuning Fork", auf der A-Seite der Princess EP, klingt, als ob angelehnt an die beiden letzten Platten von Beroshima (Acid Orange 07 und Pedotherm EP), allerdings mit dem Unterschied, daß es traditioneller, mit fetter Bassdrum und im übersichtlichen 4/4 Takt arrangiert worden ist. Ein guter DJ Track mit vielen Spannungsbögen. Die B-Seite besteht aus klassischen Acid Stücken! Die Karo EP im Kontrast dazu, zeigt seine Vorliebe für die 303 im großen Stil und erinnert von der Stimmung an DJ ESPs "Transporter". "Wood Walk", das zweite Stück der Rückseite, bewegt sich im Detroit House und zeigt zusätzlich Acid Lines. (*** **1/2) RRR
Coopers (DUM)
Splitplatte, mit Stücken des Monojunk und einer fremden Person. Die drei Stücke der B-Seite sind extrem langsamer, clonkiger House. Extrem entspannt und supercool!!!!!!!! (*** ***) RRR
Goto - Snowcrash Oxyd (Multiplex Records)
Haben wir gedacht, daß das Ende der ewigen Modulation gekommen wäre und der Endlosloop dessen Stelle eingenommen hätte, so müssen wir uns korrigieren ,bzw. geschlagen geben von dieser dänischen Produktion. Wie so oft bei nordischen Produktionen, ist die Platte eine gekonnte Kombination aus Beharrlichkeit und unprofessionell wirkendendem Zusammentreffen verschiedener Struktur-Dynamiken, die genau das bewirken, was US Platten auch bewirken., d.h. eine gewisse Zerbrechlichkeit zu schaffen. Warum mastern DJ Skull und Jeff Mills auf Cassette? OK. Zwei völlig verschiedene Stücke finden sich auf der Platte, wobei der nicht beschriebene wesentlich unruhiger zappelt und das auf funkige Art tut, die uns fasziniert. Extrem gut! (*** ***)
Axodia - Keep It Acid I (Axodia)
Schweizer Compilation mit sechs völlig unterschiedlichen Acidstücken, von Roland Casper, Mike Dread, Mike McCoy, Sonic Tourism, Synethics [Marco Repetto und Steffan Riesen) und Box Blaze [ebenfalls M.R und S.R.), die von crazy spinning Acid in der Manier eines Mike Ink bis zu Thomas Heckmanns JJ Style gehen, wenn man das so sagen darf. Dementsprechend sind die Stücke auch gekennzeichnet von einem gekonnten, souveränen Umgang von 303 und 909 und einer ebenso großen Funktionalität. Strong Club-Record!
(*** ***) RRR
Virtus Vol II E.P. Demic (Re-Load)
Wie bei der Atom X-Neutron 5 EP, so wird auch hier die Funktionalität eines Luke Slater zum Instrument. Die Berechtigung einer Platte wie dieser ergibt sich alleine dadurch, daß nur wenige heutzutage konsequent ein hardcore Thema angehen, das auf dem Dancefloor auch Wirkung zeigen soll und das die Nachfrage nach Post-UR Stuff noch immer genauso groß ist, wie vor zwei Jahren. Brachial, übersteuert und mit hoher Dancefloor- Funktionalität, schießt die Platte in die Top 15 der Hardcore Releases dieses Monats. (*** **) RRR
Dynamic Structure (Re-Load)
Dynamic Structure ist ein Crossover von Accelerator und Spinning Atoms. Matt Spinner, Carl Drake und Zinno haben in diversen Besetzungen bei allen drei Projekten gearbeitet und so ist es verständlich, daß hier wieder eine Hardcore Platte entstanden ist, die sich messen kann mit den Besten des Genres!
(*** ***) RRR
Psychonauts -Alchemy (Reload-Ambient)
Das ist die erste einer Reihe von Veröffentlichungen im Ambient-Sektor. Verantwortlich dafür ist der Acid Kirk, dessen Psychanautic Experience seine Dancefloor Ambitionen markieren und der hiermit sein Debut in einer anderen Sparte von Musik gibt. Psychonauts Alchemy ist "Evil-Music", ist der feuchte, schwere Atem eines spirituellen Dämons. Tracks mit und ohne Beat, keine Musik zum chillen, sondern beängstigende Tracks. Als Bonusplatte zu der Doppel 12" gibt es eine unveröffentlichte Psychonautic Experience, im transparenten Vinyl. Check it out! (*** **) RRR
Armani - Madman Stand/ Double 12" (ACV)
Mit Abstand das beste Stück der Platte ist "Madman Stand", das mit melancholischen, zeternden, nach einer "Singenden Säge" klingenden Sounds und Anleihen an klassische Detroit Piano Chords, etwas mit Ambiente schafft. Ansonsten finden sich viele geradeaus Bassdrum Trax, die selten über das konventionelle Schema hinausgehen, mal an Lil' Louis erinnern, mal an ihn selbst, die aber nicht so stark sind, wie die Stücke auf seinen letzten Platten.
(*** **) RRR
Alex Galiver - Travel (Hot Trax)
Die bis dato schlechteste Platte des Labels. Happy Hardcore b.z.w. -Acid.(**) RRR
Indoor Management (Minimal 001)
Ein weiteres Label aus der Bunker- Ecke. Indoor Management ist ein Cross Over zwischen Unit Moebius und Inter-Ference Style. Trippige Chicago Trax. (***+ 1/2) RRR
Unit Moebius - Lunemex Undo-Ground (Bunker 22)
Fade, trockene Soundcollagen mit Understatement-Charakter sind immer willkommen, hier aber verlieren selbst diese ihre Dynamik und stehen hinter dem Knacker der Platte zurück. Schade(****) RRR
Arzemis 16 (Hott)
Arzemis ist Inter-ference und da weiß man, was auf einen zukommt; trippiger Acid, mit keinem direkten Dancefloorappeal sondern Chill Out Charakter. (**** 1/2) RRR
Duracel + Interr-Ference (Bunker 21)
Als würde die Energie von einer Sekunde zur anderen entmaterialisiert, so werden die Sounds im Rollstuhl von einer Person zur anderen gekarrt. Das ganze hat sehr wohl einen Kunstcharakter, entfernt sich aber vom Dancefloorappeal früherer Platten.
(**** 1/2) RRR
Herold Jones - Acid Jac (Diki)
Aggressiver, aber cleaner Acidtrance mit ganz merkwürdig kommenden Piano-Akkorden und einer vorbeihuschenden Soulsängerin, die wohl nur mal schnell "Guten Tag!" sagen wollte. Putzfrauen-Frühlingsputz-Putzmusik. (***) JAM
Pandemonium - Slammin' (Blackhand)
Tribale Trancehouseplatte, die mit unnötigen Stimmsamples jongliert und dadurch dem durchaus hypnotischen Groove sämtlichen Flair entzieht. Könnte ein Hit im Radio werden. Als Trailer kurz vor den Nachrichten, wo eh keiner erwartet, daß noch etwas Aufregendes passiert. (***) JAM
Inferno Meets R.N.O. - Ragga Sound (Inferno)
Nicht etwa Jungle, wie vielleicht zu vermuten wäre, sondern Happy Hardcore mit Vocal-Reggae-Samples. Die Mixe stammen von DJ Bass-D & DJ King Matthew, dem R.N.O.-DJ Team aka Skorp und Pila, sowie Stoned Fever. Alle Mixe sind typisch Benelux: Knallige Bassdrum, Happysounds von Dr.Glücklich und - das ist mal anders - die erwähnten Reggae-Parts, die sich irgendwie galant reinmogeln, ohne zu stören. Schwach nur der Stoned Fever-Remix, denn Reggae und Beinahe-Trance funktionieren so nicht so richtig. (*** *) JAM
Poltergeist - Vicious Circles Rmxs (Platipus)
Ein Ohrwurm wird wiedergeboren. Reinkarnationshebammen sind die Originalkünstler und Carl Cox. Der übernimmt lediglich den Groove der Vorlage, lässt die prägnante Sirene weg und knattert davon. Poltergeist belassen es im Prinzip beim alten, frischen die Sounds auf und bringen so ihren Evergreen auf neuesten Rave-Standard. Geht bestimmt weg wie warme Füße. (*** **) dis
Tetraflux - The untold Story (Touche)
Touche bringt nur gutes, immer anders aber trotzdem immer genial. Angefangen mit Jamshod, Kamasutra über Paper Moon und Pimp. Tetraflux erzählt eine Geschichte. Sie ist so bezaubernd, schon mit dem unschuldigen Piano zu Beginn, das so nach first rate splatter Film klingt. Man könnte Angst bekommen, denn auch der beat bleibt höflich, und gefesselt wartet man auf das Monster. Aber vergebens, denn die Geschichte ist zu bunt, um schlecht zu enden. Die B-Seite bietet Room 21, den ersten Track, und in diesem Zimmer steht: Tanzen! Immer noch verspielt im Traumland wurden Schiebemaschinen eingeschleppt, auch beat genannt, und es bleibt einfach kein Ausweg: Tanzen! ! ! Danach, als ob nicht schon genügend Gutes dagewesen wäre, begibt man sich mit dem zweiten, ruhigen "return" zurück ins sanfte Traumland und grinst. (*** ***) Aroma
Juantrip' - Switch out the sun (f-communications)
Sakraler, progressiver Trance, der durch flangende Kirchenchöre ordentlichen drive entwickelt, mit kleinen electro-percussion Klatschern garniert, gut gemischt, in den richtigen Händen eine kleine Partymaschine.
(a mad house *** ** rest *** *) dis
Traxx Boy - a trip toward chicago (acv)
Jaulende Joghurtbechersounds gehören nicht unbedingt zu den essentials der Chicagoszene, aber wir befinden uns auch auf einer Reise in die Idee der Hauptstadt des Jacks. Entlang der Reiseroute sehen wir Bilder, die Erinnerungen an Zeiten wachwerden lassen, als noch nicht zwischen Rave, Club oder sonstwas unterschieden wurde. Tanzmusik für alle Gelegenheiten.
(*** **1/2) dis
Emmanuel Top - Tone (Attack)
Durchgestylte Tranceplatte, die pizzicato-sounds als Melodie über einer durchschnittlichen 16tel - Sequenz benutzt und durch stur auf die 1 gesetzte handclaps einigermaßen Schwung in die Bude bringt, aber nichts sensationell neues zu melden hat. Besonders eigenartig ist die B-Seite geworden, orientalische Fiepser auf einer Leierkastensequenz und darüber schlechte breakbeats.
(Tone *** ** la pipe a eau ***) dis
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