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Don
The Raven
TekknoTrax

Don

Viel hat sich seit der Erfindung des Crossfader auf dem Mixer-Sektor nicht getan. Wir reden hier von den Pulten, die in unseren Clubs rumstehen und oft gekonnt und manchmal grauenhaft schlecht bedient werden...
Das soll sich ändern. Meint die Firma "Intimidation" und nennt ihren neuen Mixer Don. Und DON steht für den Boß, wie jeder treue Mafia-Film-Seher genauestens weiß. FP erhielt vom Hersteller Vorabinformationen. Leider war in der kurzen Zeit kein Testgerät mehr aufzutreiben. Selbstverständlich werden wir das Teil noch von einem Profi auf Herz und Nieren prüfen lassen, unter Echtbedingungen.

Diese Infos also sozusagen vorab: Äußerlich sieht das Ding ziemlich schick-technisch aus. Mit Knöpfen, Schaltern, nur wenige Schiebreglern und vielen bunten Lampen. Das ist gewöhnungsbedürftig und dürfte nicht nur Anfänger erstmal verwirren. Viele DJs suchen aber nach neuen technischen Finessen, nach Features, die es möglich machen, noch mehr mit den Platten zu spielen.
Und da bietet der Don ein paar von. An erster Stelle ein "BPM-Computer" und eine Drumcomputer-Sektion.

Der BPM-Computer ermöglicht die Synchronisation unterschiedlichster Tracks auf ziemlich ungewöhnliche, oder auch bequeme Art und Weise. Der Beat wird gescannt und durch eine LED-Kette angezeigt. Eine einzelne LED-Kette läuft mit dem Beat entlang dieser Kette. Wenn beide Tracks synchronisiert sind, leuchtet ein Mix-LED auf. Die Genauigkeit wird noch durch ein weiteres Licht angezeigt.

Zum Drumcomputer. Der läßt sich starten und von 105 bis 165 BPM einstellen. (165 BPM??? Für Hardcore- und Gabberleute also schon mal nichts) Jetzt kann man den Sound der Bass-Drum verändern, von kurz und trocken bis tief und fett und so lange, bis sie einem a besten zu passen scheint für den Track, den man auf die Schnelle verbessern will. Tempomäßig werden anschließend Computer-"Track" und der laufende Track angeglichen. Mit den Filtern bekommt man die Basschläge beider Platten weg, ohne daß z. B. die Bassläufe davon irgendwas mitkriegen. Das ist nett!

Intelligent scheint auch die Vorpegler-Einrichtung zu sein. Mit dem Kanalfader schiebt man den Analyzer auf null dB. Während des Mixens ändert sich die Lautstärke nicht. Für DJ-geplagte Club-Techniker (Hallo Bunker-Radiesa!! Paß auf, jetzt kommt genau das Passende für dich) hat dieses Features noch einen Riesenvorteil: Die Eingangsvorverstärker des Mixers können so nicht übersteuert und dadurch auch die Boxen nicht durch Verzerrungen allegemacht werden, denn zusätzliche Gain-Potentiometer gibt es einfach nicht mehr.

Als Crossfader eingebaut sind die neuesten Schieberegler von ALPS. Sie sollen leichtgängig sein und kein Seitenspiel mehr haben. Die Schiebeknöpfe sind sehr hoch und auch gut anzufassen. Es sind Potiknöpfe, die längst nicht jeder mag. Aber da läßt sich via Basteltechnik schnell was dran ändern.

Sollte sich der DON durchsetzen, werden wir bald vielleicht ziemlich verrückte Sachen hören können. Allerdings auch Peinlichkeiten ohne Ende, so 'ne Bauernpolka mit Technobeats gemixt wird nicht mal das Hirnloseste sein - fürchte ich. Aber so ist das eben mit neuem technischen Schnick-Schnack. Dem Könner wirds helfen und er wird damit tolle, neue, noch nicht gehörte Dinge machen. Die Kehrseite ist bekannt. Aber Idioten, solche also, die idiotische Musik machen - und der gibts leider genug hinter den Turntables - können mir jedenfalls die Freude an neuer Technik nicht vermiesen. Im DON steckt einige graue Gehirnmasse der guten Sorte. Sie hilft das Plattendrehen noch spannender zu machen. Nachdem die Studiotechnik in den letzten Jahren reichlich mit Neuigkeiten beschenkt wurde, waren jetzt endlich mal die DJs dran... ste.


The Raven
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"Hoch süchtig machend und eigentlich unters Betäubungsmittelgesetz fallend", das meinten eigentlich alle, die bei der Musikmesse in Frankfurt am Stand der Kirchhainer "Garagen"firma Quasimidi hängenblieben, um wie verrückt mit dem neuesten Baby der Synthesizer-Schmiede zu spielen: "The Raven" heißt das Kind und es ist - ja was eigentlich so genau? Ein Keyboard, ein Synthesizer, ein Drumcomputer oder von allem etwas. In jedem Fall ist es ein richtig geiles Teil. Jeder, der bis vier zählen kann, müßte in der Lage sein, aus der Maschine innerhalb von ein paar Minuten etwas herauszuholen, was nach was klingt. Denn eine Menge Leute aus der Dancefloorszene haben ihren Grips in das Gerät investiert, Sounds eingespeist, unzählige Bassläufe, Drumgrooves und Begleitsequenzen eingespielt. Aber der Reihe nach. Quasimidi spricht selbst von einem "interaktiven Sequenzer" und das dürfte allem so ziemlich nahe kommen.

Integriert sind im "Raver" ein Synthesizer, ein Drumcomputer und eben ein Sequenzer. Sprechen wir erst mal über den Synthi. Eingespielt sind 512 Singl-Sounds speziell für Dancefloor und Technoproduktionen, also beispielsweise all die Moog/ARP/Oberheim-Bässe, Töne a la TB 303 sowie reichhaltig Flächen, Chöre und Orgeln. All das läßt sich noch durch den Wolf drehen, also durch Filter verfremden. Bis zu vier Singl-Sounds lassen sich zu "Performances" kombinieren und mit den dazugehörenden Klangparametern und Effekteinstellungen speichern. Damit man auch genügend Auswahl hat, stehen sowohl Ready-to-use-Performances aus dem ROM als auch genügend RAM-Plätze zur Archivierung der eigenen Kreationen zur Verfügung.

Vom Synthi zum eingebauten Drum-Computer. Kein Dancefloor oder Techno ohne die ganz und gar typischen Drums, sei es die 808 oder 909, nur um diese beiden wohl mit Abstand bekanntesten zu nennen. Die - und selbstverständlich noch ein gutes Dutzend anderer - sind hier integriert, man kann sie abrufen und speichern. Einzelne Instrumente des Schlagzeugs lassen sich während des Spiels ein- und ausschalten, beim Live-Betrieb eine der Möglicheiten, eingespielte Grooves unkompliziert zu verändern.

Um schnell und ohne großen Aufwand neue Techno-, House- ode Ambient-Pattern zu erzeugen, wurde ein interaktiver Sequenzer in die Maschine integriert. Da sich jedes Pattern aus unterschiedlichen Tracks zusammensetzt, war es naheliegend, diesen Tracks verschiedene Funktionen zuzuweisen wie Drum, Chord- oder Sequenzertracks. Patternübergreifend lassen sich diese Tracks zu immer neuen musikalischen Grundmustern und Strukturen zusammensetzen. Das geschieht in Echtzeit Wer seine so immer wieder variierten Schöpfungen behalten will, der kann sie ganz einfach abspeichern und bei Gelegenheit wieder hervorkramen.

Wer nun einem totalen Black-out unterliegt - sowas kann schließlich mal nach einem entsprechend harten Wochenende passieren - wer aber an so einem Montag/Dienstag/Mittwoch unbedingt und partout schöpferisch tätig sein will, der kann auf ein ganz spezielles Feature zurückgreifen. Wie am Anfang bereits gesagt, wurden eine Menge Bassläufe, Drumgrooves und ähnliches eingespielt. Allein diese 400 verschiedene Pattern kann man sich erstmal ganz einfach anhören und dabei natürlich auch andere teilhaben lassen. Bei 400 Sounds kann man sich schon ausrechnen, wann die ersten Wiederholungen auftreten. Die einzelnen Spuren dieser Pattern lassen sich jedoch noch beliebig zu neuen Pattern "zusammenwürfeln", sozusagen per Zufallsgenerator. So genau haben weder wir es noch die Quasimidi-Leute ausgerechnet, aber an Möglichkeiten kommt eine Zahl mit so ca. 20 Nullen zustande.

Die Kurzbeschreibung des "Raven" macht schon klar, wer mit der Maschine angesprochen werden soll, in erster Linie Anfänger und solche Leute, die genügend Kleingeld haben, um sich so ein nettes Spielchen zusätzlich leisten zu können. Wie sich aber auf der Musikmesse in Frankfurt schon zeigte, ist mit dem Teil auch mancher Profi zu begeistern, nämlich alle die, die sich im wahrsten Sinne des Wortes ihren Spieltrieb bewahrt haben.

Das Gerät wird lt. Quasimidi im Laufe des Mai lieferbar sein und DM 2.498,- kosten. Ein guter Preis, wenn man bedenkt, was man dafür alles bekommt. Da wir in der Redaktion noch kein Testgerät hatten (nur in Frankfurt eben damit mal so ne halbe Stunde rumspielten), warten wir hier mit einer ausführlichen "Würdigung" ab. Die erfolgt vermutlich im nächsten Heft. ste.


Sample CD
TekknoTrax

Sample CDs gibt es meistens in zwei verschiedenen Ausführungen. Zum einem Libraries von Einzel-sounds, zum Absamplen und selber als Sounds benutzen.Die zweite Kategorie, wozu "TekknoTrax" gehört, sind fertig gemachte Loops, in verschiedenen Stilrichtungen und Bpm`s. Vorteil: Man kann ganz schnell einen Track zusammenstellen - einfach zwei oder drei Loops samplen, zusammenlaufen lassen, und voila, Instant-Techno. Ein paar Original-Sequenzen dazu, und schon hat man ein halbwegs gutes Stück. Nachteil: Man kann die Loops nicht selbst ändern, und falls man sich ein anderes Tempo wünscht, hat man keine Wahl über die Tonart mehr. (Ohne eine Menge Time-stretching Geschichten usw.)

TekknoTrax bietet eine sehr techno-freundliche Wahl: Die meisten Loops liegen zwischen 140-180 Bpm, mit ein paar Exemplaren um die 200-230. Die Loops sind alle selbst programmiert, nicht von Platten runtergesampelt. Die Sounds an sich sind etwas billig, aber genau diese dreckige Qualität macht es so leicht, diese in einen Track einzubauen. Die zweite Hälfte von "TekknoTrax" bietet auch Einzel-Samples an. Leider nicht die ganze Loop-Elemente einzeln, aber dafür ein reiche Wahl von Synth-Sweeps, Sound FX, und Kick Drums, 909-, 303-, 101- Samples usw. Die Gabba Kick Drums sind besonderes brutal und nur zu empfehlen, sowie die Multisampled Bässe.

TekknoTrax ist eine praktische Toolbox für Anfänger, Produzenten auf der Suche nach Instant-Inspiration und alle Techno-orientierten Samplers. Das Rauschen ist durchaus minimal, und das Info-Booklet ist trotz nicht vorhandener Index-Punkte klar und informativ geschrieben.

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