dan curtin
< Paul Johnson Muzak >
- FP:
- Du bist das 1. Mal in Deutschland?

- Dan Curtin:
- Nein, ich war letzten Monat im Ultraschall und auf einer Party in
Darmstadt, die von den Size Jungs gemacht wurde.
- FP:
- Wie bist du angekommen mit deinen Sets?
- DC:
- Recht gut. Die Party in Darmstadt war in einem alten Warehouse und
die Leute waren in guter Stimmung, schrien und so. Es war cool.
- FP:
- Hast du das vorausgesehen, daß du mit dem Creator auf Tour
gehst? Ist das nicht recht seltsam?
- DC:
- Ja, ich habe DJ Pierre Platten gehört, bevor ich angefangen habe,
Musik zu machen. Es war interessant zu hören, wie er auflegt.
- FP:
- Wie bist du dazu gekommen, eine Platte auf Strictly Rhythm zu
veröffentlichen.
- DC:
- Berry G. von Strictly hatte von meinen Platten gehört und hatte
mich angerufen um zu fragen, ob ich eine Platte auf Strictly machen wolle.
Ich hielt das für eine gute Idee, weil man mir sagte, daß ich
machen könne, was ich wolle. Ich hatte mir schon seit langem
vorgenommen, eine Houseplatte zu machen. Du kannst das selbe Gefühl
rüberbringen, selbst wenn du einen anderen Stil benutzt.
- FP:
- Du warst nicht überrascht, als man dir das anbot?
- DC:
- Doch. Ich fand, daß es eine gute Möglichkeit wäre,
ein neues Publikum anzusprechen. Ich war glücklich.
- FP:
- Was ist mit deinem Label Metamorphic passiert?
- DC:
- Ich mache weiter Platten, Tatsache ist, ich habe die neue Metamorphic
mitgebracht.
- FP:
- Als ich vor 1 1/2 mit dir ein Interview für Frontpage gemacht
habe, hattest du große Pläne für dein Label, neue Artisten,
LP etc.. Es ist alles anders passiert, du hast viel auf Peace Frog gemacht,
Metamorphic lag brach?
- DC:
- Nein, nicht ganz, ich habe einen Schallplattenladen in Cleveland, Ohio
und einen Distribution Company aufgemacht. Das hat meine ganze Zeit in
Anspruch genommen, so daß ich auf Peace Frog veröffentlicht habe.
Zwischendurch gab es noch eine 7" auf dem Label, die auf 700 limitiert und
schnell ausverkauft war . Sie hieß Matter Of Sound EP und beinhaltete
einen Remix eines Tracks der Origins EP "Subconscious Awareness". Unser
neuer Artist heißt Morgan Geist und wird nächste Woche seine
EP auf Metamorphic veröffentlichen.
- FP:
- Der Name kommt mir bekannt vor!
- DC:
- Das sagt komischerweise jeder. Das liegt vielleicht am Namen. Der
Name klingt so, als wenn man ihn kennen würde. Das einzige, was er
bisher gemacht hat, war einen Track auf der Matrix-Detroit Compilation.
Es gab da noch ein Stück der Quadri-Locular von ihm als Vorab-Version
auf einer Cassette von dem Fanzine Surreal Sounds aus Holland. Das hat bei
viele Leuten das Interresse in voraus geweckt!
- FP:
- Was distributest du momentan an fremden Platten?
- DC:
- Wir versuchen so etwas aufzubauen wie Intellinet und Submerge, aber
mit neuen Labels aus Chicago und Detroit oder aus anderen Städten,
Labels die weniger etabliert sind. Wir führen Sublime Records aus
Tokyo, Sonic Mind Records und Black Nation Records aus Detroit. Unser
Neuzugang ist Ersatz Audio. Es ist die erste Platte des Detroiter Labels,
und wir sind sehr stolz darauf, sie zu distributen. Du mußt sie
hören, denn sie ist sehr seltsam, in einem ganz anderen Stil gemacht.
- FP:
- Wann wird wieder etwas von dir erscheinen?
- DC:
- Erstmal ist auf der Quadri-Locular EP ein Mix von mir und dann wird auf
Peace Frog eine zweite Purveyors Of Fine Funk erscheinen. Ein weiteres
Peace Frog Album, für das ich gerade arbeite, wird demnächst
erscheinen. Es dort wird viel mit Hip Hop Beats zu finden sein. Auf dem
letzten Album hatte ich auch schon einen Track in der Art. Es ist
interessant, viele verschiedene Stilarten zu bearbeiten. Ich verfolge
auch nicht nur eine Richtung. Gleichzeitig arbeite ich an der
nächsten Strictly Rhythm.
- FP:
- Bei deinen beiden ersten Platten auf Peace Frog hatte ich den Eindruck,
daß diese nicht ganz so vielschichtig und zugänglicher sind.
Ist das ein Konzept für England?
- DC:
- Nein, das ist nicht so geplant, sondern war einfach das, was ich zu
dem Zeitpunkt machen wollte. Das Metamorphic Material hat aber irgendwie
eine organischere Qualität, wenn du das meinst. Es ist mein eigenes
Label und regt natürlich mehr zum Experimentieren an.
- FP:
- Bei deinen Stücken habe ich mich schon des öfteren gefragt,
ob du alles mit dem Computer machst, weil es so komplex erscheint.
- DC:
- Ich arbeite nicht mit dem Computer, sondern nur mit einem Sequenzer
und mache viel Live. Für Jungle brauchst du einen Computer, meine
Sache sind nicht so komplex.
- FP:
- Magst du Jungle?
- DC:
- Ja, ich mag LTJ Buckem und A Guy Called Gerald. Ich mag alles von
Jungle, was mit deepen Stringchords arbeitet.
- FP:
- Ich habe dich nie DJen gehört, was hast du z.B. jetzt auf der
Strictly Tour aufgelegt?
- DC:
- Die Basis meines Sets sind Chicago Trax, Dance Mania, Relief und so
etwas, dazu kommt Techno und ein bißchen House.
- FP:
- Du legst nicht deine eigenen Platten auf?
- DC:
- Nein, manchmal mache ich es, aber es macht mehr Spaß, andere
Sachen aufzulegen.
- FP:
- Wie siehts aus mit Parties in Cleveland?
- DC:
- Es gibt Parties jede Woche.
- FP:
- Als ich vor 1 1/2 Jahren mit dir gesprochen habe, hast du gesagt,
daß es nichts gab.
- DC:
- Ja, die Partyszene ist explodiert hier. Ich habe mehrere Parties
organisiert und meine Freundin Cat macht es in regelmäßigen
Abständen. Am 7 April mache ich eine Party mit DBX und lokalen DJs.
Ich mache am 24 März im Rahmen einer Peace Frog Party mit Daniel Bell
und Luke Slater einen Live Gig im FUSE in Brüssel.
- FP:
- Das machst du nicht oft, oder?
- DC:
- Nein, nicht wirklich. Ich habe aber letzten Monat in Schottland einen
Live Gig auf einem Boot gemacht. Die Party war organisiert von Pussy Power
Productions und war recht gut.
- FP:
- Wie sieht ein Live Gig aus bei dir?
- DC:
- Ich reduziere mein Equipment, was sich darin äußert,
daß meine Drums nicht so komplex sind. Ich mache andere Versionen.
Im Studio ist viel analoges Zeug, was ich besser nicht bewege, vieles
was sein Memory verliert oder plötzlich "out of tune" ist. Ich bringe
mehr neues, verläßlicheres Equipment mit, auch digitales. Als
ich nach Schottland gefahren bin und ankam, waren alle Basslines auf
meiner 303 verschwunden. Alle, die ich jemals gemacht habe.
- FP:
- Du hast nicht zufällig neun davon, um alles zu saven?
- DC:
- Nein, ich bin kein Fanatiker. Ich hatte zwei, aber habe die zweite
für einen DAT-Recorder eingetauscht. Ich benutze nicht so viele 303s
wie Hardfloor!
- FP:
- Wie bist du in Kontakt gekommen mit den japanischen Labels wie Subline
und deinem Kollegen von Purveyors Of The Fine Funk Tatsur Hayashi?
- DC:
- Tatsur Hayashi ist in den USA zur Schule gegangen und blieb dann
letztendlich dort. Es lebt schon seit sieben Jahren hier, und wir haben
eine Zeit das selbe Appartement geteilt und an Tracks gebastelt.
Was Subline angeht, sie haben mich angerufen und gefragt, ob ich einen
Track mache.
- FP:
- Kennst du auch Subvoice aus Tokyo. Die bringen auf ihrer
nächsten Platte einen DBX Mix raus.
- DC:
- Ja, das habe ich auch arrangiert. Ich habe den Mix aber noch nicht
gehört. Die Platte davor von ihnen ist ein großer Hit dort.
Auf Sublime oder ihrem neuen Sublabel Real Music werde ich in der Zukunft
sicher eine Platte machen.
< Paul Johnson Muzak >
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