Norden/Osten/Mitte


Aschaffenburg

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Aschaffenburg

In München dachte man, Aschaffenburg sei längst hessisches Niemandsland. In Frankfurt dachte man, Aschaffenburg sei ein Nest im bayerischen Voralpenland. Der Rest dachte sich, Aschaffenburg sei Provinz. Im Duden finden wir unter "Provinz": Gegend, in der in kultureller, gesellschaftlicher Hinsicht für das Vergnügungsleben o.ä. nur sehr wenig oder nichts geboten wird."
Den weltoffenen jugendlichen Eingeborenen bleibt somit nichts anderes übrig, als in die großen Metropolen des Rhein-Main-Gebietes auszuschwärmen, um dort scheu und staunend an den Aktivitäten des Großstadtlebens teilzuhaben. Daran hätte sich wohl bis heute nichts geändert, wenn nicht, ja wenn nicht....

Die ewige Fahrerei auf der verhaßten A 3 nach FFM hat ein Ende. Wer's bis jetzt noch immer nicht geblickt hat, dem sei hier noch ein letztes mal gesagt "AssMonkeyCastle" (wie die Amis es gerne nennen) hat seinen eigenen Ravetempel, und was für einen. Inzwischen beweisen auf dem Parkplatz Autonummern wie F, HG, WI, OF, HU daß die A 3 jetzt in umgekehrter Richtung die Feierwütigen herankarrt. Fahrtziel: Klangwerk. Das hebt zwar die Stimmung, allerdings habe ich jetzt doch größere Schwierigkeiten mit dem Parken meines Autos, und bei Regen sind Volksmärsche bitter. Wenigstens war mein Auto so vor dem durchgeknallten Schwachkopf geschützt, der, nachdem ihn die Security freundlich abgewiesen hatte, nix besseres zu tun wußte, als mit seinem Audi 100 mal schnell Rambo zu spielen und locker 15 im Hof geparkte PKW plattwalzenderweise die TÜV-Genehmigung zu entziehen. Der Erzeuger dieses Kamikaze-Idioten hätte damals jedenfalls besser auf die heiße Herdplatte...
Allerdings hatte dieser Zwischenfall keine Auswirkungen mehr auf den obergeilen 60hours-Rave, der zu diesem Zeitpunkt heftigst seinem open-end entgegenbeamte. Alle DJs konnte ich mir beim besten Willen nicht merken. Außer Pascal F.E.O.S., Carl Cox, Mario de Bellis (soll am 17.4. wieder ins Klangwerk kommen), Jeyenne, T und Henry (alle anderen fielen meinem Stoffwechsel zum Opfer - irgendwann muß man auch mal schlafen) konnte auch Haus-DJ Sascha Richter wieder einmal zeigen, wer hauptverantwortlich für den Run aufs Klangwerk ist: Besonders Ambient- und Trancemäßig ist der Mann einfach göttlich (Hey Mädels, Saschas Nummer steht im Telefonbuch, ich sag nur nicht in welchem).

Noch ein Wort zu Pascal F.E.O.S.: Danke für diesen ausgeklingten Rosenmontag! Während woanders Närrrinnen und Narrhallamerschesen ihre "Bolognese Blankenese" abkrampfen, zog Pascal F.E.O.S. allen Pappnasen bis 9 Uhr morgens die Füße weg. Scheinbar produziert die Location einen überproportionalen Kreativitätsausstoß bei ihm. Das Abfeiern hätte gerne bis Aschermittwoch weitergehen dürfen. Nächstes Jahr schaffen wir's jedenfalls, wenn es im Bistro dann mittwochs genug saure Heringe gibt ("Was Archie, das soll großes Frühstück sein?"). In jedem Fall hat das ZK des Klangwerks inzwischen Mitleid mit allen Ravern bekommen. Nur Freitag, das ist auch wirklich zu wenig. Jetzt darf man sich auch noch bei der After-hour am Sonntag (12 Uhr - ) einen letzten Kick für den Start in die Woche holen. Dazu gibt es dann das, was ich gerne als "Schaulaufen der Meister" bezeichne. Jeden Sonntag begrüßt Sascha, wenn er denn seinen Arm heben kann, einen anderen Gast-DJ. Bisher wären da gewesen DJ Björn aus dem Gray, Sven Smith vom DJ-Team Smith'n Bell, DJ Kai, Marky B., Afrotrance und Frank Lorber ("Do what you want, but don't forget the Omen!") Somit fällt sonntags die Wahl schwer. Besuche ich meinen Fußball-Verein (FC Schnell am Tresen O-Klasse Süd Nord Buxtehude) oder gönne ich meinem eigenen Kreislauf ein bißchen Action? Wie auch immer. Die Afterhours, die ich mit meiner Anwesenheit beglücken konnte, waren immer sehr gediegen, egal ob der Ball flach gehalten oder ein Powerplay aufgezogen wurde. Und (noch?) ist Platz zum Abtanzen hier relativ unbeengt (verglichen mit den fridays, wo einem jede Legebatterie wie eine Kathedrale erscheinen muß).
So, zum Schluß wandelte ich dann noch als Abgesandter zum Boss des Ladens, um das Orakel (Terminplaner) nach den Events zu befragen. Einem breiten - wirklich sehr breitem Grinsen - folgten die alles erklärenden Worte, nein, nicht "42" sondern "surprise, sursprise, surprise...." Es denkt sich jeder seinen Teil. Doch durch viel Schläue und eine gehörige Portion Gewieftheit konnte ich noch einen verbotenen Blick auf den Wandkalender werfen und jetzt kundtun, daß am 2.4. Logarhthymn einen Live-Act abliefern und am 9.4. DJ Navid auflegt. Es dürfte aber auf der Hand liegen, daß da noch einiges nachkommt, schließlich ist jetzt Schluß mit Provinz, und das nach nicht einmal einem Jahr Klangwerk.
Torch


BERLIN

Wir sagen nur "Starkstrom", leichte, aber bleibende Aussetzer und schließlich Filmriß total - so umschreiben die Berliner Chronisten ihre Erinnerungen an die Octopussy-Party an jenem berühmten Donnerstag im Matrix und verweisen auf die mühsame Rekonstruktion der Fakten auf den eigenen Octopussie-Seiten.
Am gleichen Abend, die sagenumwobene ID-Party im WMF, verantwortlich für die wochenlange Clubschliessung um alle Vorbereitungen zu treffen , sowie geheimnisvolle Ankündigungen um das Booking, James Lavelle, Besitzer von Mo Wax, sei da, Euphorie in den Kreisen der Trip Hop-Hörer, Gästelisten-Streß usw. Tja, was auch immer in dem schönsten Laden Berlins, allerdings mit dem merkwürdigsten Musikkonzept, vor sich geht, man kann es irgendwie nie richtig erfassen. Abendliche Gestaltung scheint sich mehr aus den einzelnen Streitereien der DJs zusammen zu setzen, wird man doch in dem Club Augenzeuge von rasanten DJ-Wechseln (die Mienen dieser verraten nichts gutes)von Hip Hop zu House von House zu Hip Hop und auf einmal Jungle.
An diesem besagten 9. März jedoch sollte es passieren, Musik von einem der teuersten und begehrtesten Djs der Welt war gelistet. Doch ob es nun an dem Status der Begehrtheit oder am Preis lag, James Lavelle schmollte auf seinem Hotelzimmer, ließ einen Cello/Saxophon Kollegen auftreten und ward selber leider nie gesehen, geschweige denn gehört. Trotz allem waren die Leute wohl zum ersten Mal im WMF richtig guter Partylaune und tanzten bis zum umfallen zu Acid Jazz. Bei dem gerade eingeführten Freitag von Kid Paul mit "Uplift" (remember Chromapark 1994) scheint der Design-Kult-Laden jedoch wieder in alte Starrheit verfallen zu sein, und nicht wirklich viele Leute konnten sich in das ach so schön gestylte, dem Technokeller-Volk aber anscheinend zu ästhetische Gemach, einfinden.

Ein anderer, gedenkwürdiger Tag des Berliner Nachtlebens, ist der vier Tage lang zu feiernde, vierjährige Geburtstag der Stätte wo alles einmal begann, dem Tresor.
Der sowieso schon zum Techno-Vip Ereignis gekrönte Bonito House am Mittwoch (11/2 Stunden Hände schütteln ist ganz schön nervig, O-Ton Dirk Lunkenheimer/MAYDAY) sprengte diesmal jegliches Fassungsvermögen. Nach House Classics von Dr. Motte, Cle und Woody robbte man am nächsten morgen entweder ins Bett, oder wie so oft und verheerend, zu seinem Job.

Weitere Größen gaben sich einmal mehr die Klinke in die Hand, Joey Beltram, Blake Baxter und und und, auch an dieser Stelle sei auf das Interview mit Tresor Inhaber Dimitri Hegemannn verwiesen. Ansonsten packte die Berliner die Reiselust und gab Anlaß für mehr oder weniger direkte Fahrten an die restlichen Orte der Rave-Republik. München über Polen, Köln, Frankfurt, natürlich Nürnberg, Hamburg, ja, wo waren wir eigentlich nicht? Und so war mancher Montag ziemlich mühselig, denn wir sind hier alle extrem empfindlich in Sachen Reisekrankheit: Kopf- und Gliederschmerzen, verlorene und erst am Mittwoch wiedergefundene Stimmen oder Kleidungsstücke, um nur die harmloseren Sympthome zu beschreiben. Kurz, Reisen mögen zwar bilden, sind aber entsetzlich anstrengend, hammähatt sozusagen! Und wo wir schon bei Krankheiten sind, den "Bunker" verwandelte Siegbert in ein Feldlazarett. Irgendwelche Filmfritzen gaben ein Motto und die Knete dazu und so wurde an M.A.S.H. gedacht, den herrlichen Ami-Schinken um die Schrecknisse in einem US-Militärkrankenhaus während des Korea-Krieges. Auf dem Bunker-Hof ein Kübelwagen, viel Camo, die Barschlampen als Krankenschwestern, Feldbetten mit Kriegs-oder Ravegeschädigten überall und der Alk aus tropfähnlichen Apparaten. Dazu Oliver Bondzio im Groundfloor, ansonsten Stuff der allerhärtesten Sorte. Wieder einmal ein Selbstverwirklichungs-Streich von Allround-Deko-Talent Siegbert. Wir verweisen an dieser Stelle auf den Pash-Fragebogen, der ein wenig mehr Aufschluß über diese Berliner Szenegröße geben soll.
Desweiteren labt man sich die Finger nach dem Chromapark-Aufgebot, sei es in Verbindung nach multimedialer Gesinnung oder nach einer Woche voller Parties. Wer sich zu diesem Termin nicht in der Hauptstadt einfindet, muß schon außerhalb Europas weilen, um das rechtfertgen zu können... .


Frankfurt

Im müden Frankfurt gab es mal was zu feiern. Höhepunkt der letzten Wochen war zweifellos die Alzheimer-Party in einer gigantisch wunderbaren Location: Einem bis dato secret gehaltenen Luftschutzkeller mit unglaublichen räumlichen großzügigen wie geschmacklich kultigen Ausmaßen. Dieser Keller wurde von den Autonomen so lange geheimgehalten, daß ich bei der Eröffnung nicht überrascht gewesen wäre, wenn mir plötzlich Kriegsgefangene mit langen Bärten und erhobenen Händen entgegengestolpert wären. Jedenfalls wurden ca. 700 Interessierte durch eine geheime Treppe hineingeschleust, die ihr Kommen nicht bereuen mußten. Höhepunkt der spacige LiveAct von CRACKED, dazu nicht mal schlechte DJs und wunderbar gute wie auch billige Cocktails.
So können wir alle nur hoffen, daß die sympathischen Damen und Herren von der AU eine Wiederholung ermöglichen. Also eine schöne Party, trotz der direkten Konkurrenz von Daniel Bell, der bei Ata im Industriehof zu Gast war.

Apropos Ata. Manchmal kommt einem der dumpfe Gedanke, daß außer Ata/Heiko keiner Clubabende organisiert, die funktionieren. Aber jeden Abend Kommerzial-House, wenn auch an verschiedenen Locations, das ist schon verdammt öde. Man wird hier momentan mit House zugeballert. Und zwar mit der Sorte, die auch den Eltern gefällt. Halt so Janet Jackson-mäßig.

Das Omen ist trotz Fummeltür nicht spritziger geworden und weiterhin in Hardtrance-Hand. Nicht überraschend, daß hier auch Damon Wild seine Linie verlor. Weiterhin gut die Serios-Dropout-Parties im Industriehof. Hier setzt sich Jammin'Unit mit seinen experimentellen Electronic-Dub, live vorgetragen, eindeutig ab. Auch gut und sympthatisch DJ Reverend. Aber auch die traditionelle Schiene fand ihre Freunde. Insgesamt wird noch an der Abstimmung gefeilt, wie ich aus informierten Kreisen erfuhr. Man darf gespannt sein, wo die nächste Dub-Party stattfindet, nachdem der Industriehof endgültig seine Pforten schloß.

Apropos Industriehof: Die geplante Bar Modern von Hans Romanov im Cafe an der Hauptwache wurde erst gar nicht eröffnet, da der Hauptmieter für die abendliche Nutzung des ansonsten gähnend leeren Etablissement DM 50.000,- Untermiete als symbolischen Obolus erwartete. Da ja auch die Gloria Bar, diesmal an behördlichen Bedürfnissen, scheiterte, gibt es jetzt das Saint Tropez als Nachfolger der legendären Intim Bar. Wenn man mal ein Bier trinken will und die alten Freunde treffen möchte, ist man hier richtig. Mittwochs-"Elektrothek" - abwarten. Sonst kann man hier noch Leute treffen von der Sorte "Guck mal, tagsüber ist das ein Striptease-Lokal." - "Nein, echt...."
Sonst noch: Cafe Marakech in einem Döner-Restaurant als Lissania-Alternative. (Ich wußte gar nicht, daß es Döner-Restaurants gibt.) Aber immerhin interessante Gäste und Musik. Trip Hop ist hier der Schwerpunkt. Eintritt zu teuer. Getränke auch. Die Cocktails würden mit Alkohol noch besser munden.
Ach ja, da gab es mal wieder die Pride-Party im Römer mit den ach so tollen Leuten. (Wie kann es soviel Ballett-Tänzer in einer Kleinstadt geben? Und alle haben Erfolg in Amerika!!!) Das Personal war ganz Klasse verkleidet und zur Musik muß ich wohl nichts mehr schreiben. Das ganze findet demnächst im Zoo-Gesellschaftshaus statt. Kann das Zufall sein? Frankfurt ist eben nicht New York.
Jens Schmidt


Hamburg

Was ist so in Hamburg los? Trotz brodelnder Gerüchteküche bleibt das Opera House noch im Grünspan und zwar bis Mitte April. Danach zieht Kemal Kurim mit seiner Crew in eine andere Locations (wer suchet, der findet...). Der sonntägliche Rage-Club ist bereits ins SLAM umgezogen. Dort ist wegen mangelndem Publikuminteresse der Freitagsabend geschlossen worden.

Seit dem 2.3. hat das Unit seine Pforten auch am Donnerstag geöffnet. Heiko und Mitch geben in ihrem N.E.T. Club Nachwuchs-DJs die Möglichkeit, ihren eigenen Sound zu rpäsentieren. Das Freitagskonzept im Unit weicht ab sofort von seiner angeblich innovativen experimentellen Techno-Schiene ab. Bernd Cunze vermietet ab sofort seine Locations an verschiedene Partyveranstalter. Der 1. Freitag im Monat gehört Housefrau Andrea Junker, der 2. Freitag im Monat Tobias Lampe mit seiner Superstitian-Night. RGPH und DJ Martink präsentieren den Mystery Pool jeden 3. Freitag im Monat mit den Stamm-DJs Hooligan und Martink (...incl. der Schröder-Posse). Der 4. Freitag bleibt offen für wechselnde Parties.

Party Reviews: Am 17. Februar fand in den Docks die Raveland statt, die nur für die Gabbafanatiker spaßig war. Am 24.2. fand ebenfalls in den Docks die Phutura 3 statt. Aufgrund der harten Tür - ausgesiebt wurde alles, was unter 18 war - blieben die heiligen Hallen angenehm gefüllt. Ilsa Gold überraschte mit einem gewöhnungsbedürftigen Sound. Phutura ist aber immer noch der innovativste und erfolgreichste Rave Hamburgs.
Marc Oh wurde am 3.3. mit rotem Obst beschenkt (Tomaten lügen nicht) Außerdem sollen bei seinen Charts-Hits nur die Autogramm-Jäger getanzt haben.
Aktiv waren auch mal wieder unsere Freunde in Grün. Ende Febr. gab es im Opera House ein nicht im Verhältnis stehendes Polizeiaufgebot und Jugendamt-Vertreter. Eine Handvoll Minderjährige wurde nach Hause geschickt und ca. 15 drogenähnliche Substanzen gefunden. Die Sicherheitspolitik des Units und des Tunnels versagte am 11.3. Dort wurden wieder einmal unbeteiligte Gäste verletzt. Sollte man sich jetzt als Raver unbedingt schußsichere Westen kaufen?!
Noch ein kurzer Ausblick auf April: Am 7.4. findet der World of Rave II in der Ziegelei statt. Mit dabei sind DJ Hell, Miss Yetti, DJ Edge, n.a. Die No Respect Leute feiern am 14.4. im Parkhaus ihre Table Party. Am 16. April bringt Elmar Jansen die Frontpage-Tour in den Tunnel, mit Daz Saund, Trevor Rockcliffe und Kamasutra.

Leider etwas Tragisches zum Schluß: Ende Februar verstarb George T. Stein im Alter von 30 Jahren an einer Gehirnblutung. Er war einer der bekanntesten House- und Technoveranstalter Hamburgs. Sein Amphore Club, das Powerhaus + Party, die Sun-Dance und Moondance und das Loveboat gehörten zu den high-lights des Jahres 1994 in Hamburg. Somit ging uns ein Veranstalter verloren, der sich in erster Linien nach den Wünschen des Publikums richtete, stets gut gelaunt war und allseits beliebt.
E & M


Kassel

Ey! Frühling. Als Vorzeichen eines hoffentlich glühend heißen Sommers verstand es der (Vor)Frühling bis jetzt hervorragend, die Feiergewillten in Kassel einzuheizen. Am 18. 2., einem Tag, an dem keine auswärtigen DJs gebucht waren, konnten die drei Locals Pierre, Marky & Chi wieder einmal die im Aufschwung Ost anwesenden Mitglieder der gefönten Feiergemeinde in eine euphorisch feiernde Masse verwandeln. Bei der anschließenden After-hour im MT war erst nach Verlängerung, zu denen DJ Pierre von der feierwütigen Menge fast gezwungen wurde, ein Ende um 14.oo Uhr abzusehen.

Am folgenden Wochenende (25.2.), an dem sich ursprünglich Frank Lober angesagt hatte, dann aber doch nicht erschien, ließen sich DJ Yanick (Frankfurt) und Simon Shurey (London) die morschen Gebeine der Kasseler Festgemeinde erzittern. An diesem Wochenende hatte es den Berliner Verein Eve & Rave, die auf dem Gebiet der Drogenberatung ganz neue Wege gehen, nach Kassel verschlagen. In ihrem Gepäck hatten die Berliner auch Brainmachines, die heftig genutzt wurden.
Im Anschluß an die Party im Aufschwung und der anschließenden After-hour fand erstmals mal wieder eine größere Privat-After-hour statt. Bei dieser in einem House stattfindenden Festlichkeit, an der ca. 160 Leutchen teilnahmen, wurde das House so zerfeiert, daß der Vermieter die Anlage wegschloß, um so einen Pfand für weitere Forderungen zu haben. Tja, auch so was kann beimFeiern halt passieren... Am drauffolgenden Wochenende bahnte sich ein brachiales Fest an. Housegott Chi hatte Geburtstag und dieser wurde mit großer Unterstützung von C-Smooth (London) so gewaltig gefeiert, daß im Cafe der Schweiß von der Decke tropfte und sowohl Tische als auch Theke von praktisch elchfrisierten Housesüchtigen gleich als Tanzareal mitverwendet wurden. Zum erstenmal bot jetzt auch das MT am Freitagabend (3.3.) seine Hallen für Technofeiereien an. Es war zwar nicht ganz so, wie man es aus dem Aufschwung Ost oder aber der sonntäglichen After-hour gewöhnt ist, aber es war schließlich das erste mal.

Am 11.3. hatte sich Carl Cox angekündigt und nervöse Leute brannten im Vorfeierstimmung einem weiteren Höhepunkt der Feierkultur im Aufschwung Ost entgegen. Sie sollten nicht enttäuscht werden. Selten kann man jemand beobachten, der sein Handwerk so perfekt beherrscht, wie eben Carl Cox. So war es nicht verwunderlich, daß Carl Zugaben geben mußte, bevor die Gemeinde zufrieden zur After-hour im MT weiterziehen konnte. Ab 13.oo Uhr fand dann zum ersten mal eine After-After-hour in der Lolita Bar statt. Zu diesem Vergnügen kann man sich ab sofort jeden Sonntag verführen lassen. Man wird sehen, wie es weitergeht.
Graf & Punky


Köln

Die 72 Stunden Party von DJ Triple R im Underground-Kölns war die erlebnisreichste Veranstaltung seit langem in Köln. Maßgeblich dafür war das riesengroße Angebot an DJs, wobei ausschließlich Underground-DJs am Start waren und der Zeitfaktor. Da der Club relativ klein war, waren über die drei ganzen Tage dort Leute aktiv. Der Eintritt betrug zwischen DM 2,- bis 5,- DM und so konnte sich jeder erlauben, einfach vorbeizuschauen. Neben den Live Acts Tok Tok, Robotnik und Alec Empire aus Berlin, Digable Rhythm und E De Cologne konnten im besonderen Thomas Heckmann und Jammin Unit überzeugen.
Extrem angenehm auch der Ambientraum, oder besser die Ambientbar, in der sich über zwölf DJs die 72 Stunden aufteilten. Erwähnenswert in diesem Zusammenhang auch der Live Auftritt von Acoustic Shift, die hiermit ihr Debut gaben. Schade allerdings, daß von den 60 beteiligten DJs und Acts Leute wie der Acidscout und Patrik Pulsinger kurzfristig absagen mußten. Dafür aber sprang Baby Ford ein.

Die Eröffnung des Oszilliator Clubs in Köln Ehrenfeld, in der Herbrandstraße ist auf den 27. April verschoben worden. Das Line up steht noch nicht fest, eventuell wird es einen Live-Auftritt von Burger Industries geben. Dagegen steht schon fest, daß ab April jeden Sonntag im Blue Shell ab 15.00 Ambient laufen wird, DJ wird Frontpageredakteur Bleed sein. Infos unter: o221-5502861.
Die Nimm 2 Party, die groß geworben hatte mit zwei Parties, bei nur einmal zu zahlendem Eintritt, man erinnere sich Shuttle -Bus und sonst was, verärgerte zahlreiche Raver, denn auf jeder Party mußte zusätzlich jeder 10 b.z.w. 15 DM Mindestverzehr zahlen. Von den DJs soll Farley Jack Master Funk besonders eindruckvoll gewesen sein.

Das Warehouse wirbt derzeit in ihrem Mini-Fanzine mit der Entdeckung des Montags Kesselhaus DJ Dr Wipp, der von sich sagt, von Acid über Pop, Hip Hop, Reggea bis hin zu Karnevalsschlagern alles aufzulegen. Das läßt uns für die Zukunft hoffen. Roland Casper dagegen scheint ganz aus dem Warehouse-Umfeld verschwunden zu sein, glaubt man deren Fanzine und legt jetzt im Essener Passarella Club auf. Das Loft, daß anfangs gute Kritiken bekommen hat, hat sich trotz seiner exklusiven Flyerverteilung, blödes XTC Publikum ins Haus geholt, das nun auch Freunde wie Mate Galic fernbleiben läßt. Das Rhenania auf dem Dockgelände, in dem es immer schwieriger geworden war, Technoparties zu organisieren, wir erinnern uns,"Techno ist keine Live-Musik", läßt dies wieder zu. Eine Menge Djungle-Parties von ehemaligen Reggea DJs, mit dem Schwerpunkt auf gerade diesem Thema, sind in den letzten Wochen dort gelaufen, immer mit großer Beteiligung von c.a. 600 Leuten. Eine der wenigen Technoparties wird dort unter dem Namen "Night Mission" am 22.4.95 laufen. Hardcore und Gabba ist angesagt unter der Führung des Herausgebers des "United Papers Of Techno" Fanzines, DJ Sex Smyly mit Unterstützung diverser Düsseldorfer und Rotterdamer DJs.

Das "42" ist noch immer der beste und einzige Club der Stadt, der erfolgreich zeitgemäßen Techno featured. Techno für jeden, ohne geheime Einladung und mit absoluten Highlights. Zum festen Team des Clubs an jedem "House Of Dominations"- Samstag gehören mittlerweise abwechselnd Electric Indigo, Monika Kruse, Baby Ford und Residents Triple R, DJ Bleed b.z.w, Ben Adler. Die Frequency Nacht am Freitag wird am7.4 mit der Radikal Fear Party unter Besetzung von Felix Da Housecat, Armando, Mike Dunn und Roy Davis seinen Höhepunkt finden. Zumindest hoffen wir das!
Jens Eichler


Leipzig

Nach einer Pause gibt es jetzt mal wieder einen Überblick über die Geschehnisse der Boomtown LE. Am 20. Januar war DJ Marco Zaffarano in der Opera Dancehall und überzeugte mal wieder restlos. Der gute Marco spielte überraschend sogar zeitweise Detroit-House. Geile Mucke. Am 21. Januar war DJ Tom aus Frankfurt in der Distillery und brachte ebenfalls die Leute zum Ausflippen.

Das Leipziger »Raindrop-Label" feierte am 10. Feburar eine gelungene Party in der Opera. Dabei waren die Live Acts Marco Polo, Mindflyer, Wavedriver und der Michael L.E.Sandig. Die 800 Leute wurden von den DJs Mad Max, Rainer Meskalin, Samarkande und Tino gut bedient. Am 11. Februar war dann DJ Electric Indigo im Elastic zu Besuch, und auch diese Party war ein absoluter Volltreffer. Jeden zweiten Freitag ist im Elastic jetzt übrigens Gay-Night, was voll abgeht.
Der 25. Feburar ist eigentlich ein fast geschichtsträchtiger Tag (Nacht), denn der dienstälteste Club, die Basis, feierte zusammen mit den DJs Jens, XL, Bert, Matschiste, Jana & Uwe 3jähriges Jubiläum. Herzlichen Glückwunsch. Dagegen fand zur gleichen Zeit in der Distillery nun wohl endgültig die letzte Party statt. Die Ultraschall-Clique aus München war zu Gast. Auch die Demo vor dem Rathaus mit über 1000 Ravern dürfte die Schließung seitens der Stadt kaum noch abwenden. Begründet wird die Schließung mit der nicht gewährten Sicherheit der Räumlichkeiten in der ehemaligen Brauerei. Man darf gespannt sein, wie die Geschichte weiterläuft. Der Kultclub wird sich wohl doch eine neue Locations suchen müssen, es sei denn, ein Wunder rettet die altehrwürdige Distillery.
Am 14.4. soll Frankfurt Beat mit ihrem Energy Rave in der Opera vorbeikommen. Das Line-up: Mario de Bellis, Tanith, Kid Paul, Steve Mason, Mad Max, Gary D und Live Act Jeyenne. Am gleichen Tag soll im Easy Auensee auch Prodigy und Moby sein. Das hört sich nach Festtagen an. Apoplexy mit Marcus (Phunky Chicken) gibt's ja schon seit 91, doch nun scheint das Comeback nahe. Das neue Material soll auf dem neugegründeten Label "Phunkyness Rec." veröffentlicht werden. Auch ansonsten hat sich das "Phunky Chicken" gut eingelebt in den neuen Räumen im Keller der Collins Boutique.

Auch die Jungs von City Traxx scheinen sich wohl zu fühlen in der Jägerpassage. Philip und Josh sind schwer aktiv. Beide haben eine limitierte (500 Stück) 10" auf dem Mayflower Label veröffentlicht. Dabei hat Philip den Künstlernamen Dr. Stomp ausgewählt. Auch Samarkande hat sein Doppel-Album endlich released, und auch Mad Max Platte ist endlich da.

Habe ich jetzt noch was vergessen? Klar, am 16.4. ist der Deelite Rave 3 geplant und auch Josh und seine Crew planen einen Trommelabend mit Good Groove und einigen mehr aus Holland. Mit dabei sein soll auch XDP Wolle. Kuschel's X-Recordstore expandiert übrigens. Die Filiale soll in Chemnitz entstehen. DJ Enny One wird sie wohl leiten.
Trancemann der II.


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