Interviews 4.07


Amorph

Der erfolgreichste Act des vielseitigen Berliner Labels Formaldehyd heißt Amorph, das Projekt von Thomas Fanger (im bürgerlichen Leben kaufmännischer Angestellter) und Jan Siebert (Azubi zum Vermessungstechniker).

Im vergangenen Sommer veröffentlichten sie mit "Sunflow" einen der wenigen euphorischen Hardtrance-Hits mit einer etwas längeren Halbwertzeit, was auch der Grund sein dürfte, warum sich ihre E.P. in der Folge 5000 Mal verkaufte und auf allen bedeutenden Compilations wiederzufinden war. Im März releast das Berliner Duo neben einer neuen 12" ("Pyrostatic E.P.") ihr Debüt-Doppelalbum "Isolar", das sich aus einer uplifting Club- und einer leicht depressiven Ambient-CD für daheim zusammensetzt.

Anlaß genug für Joel Amaretto das "dicke Doppel" (O-Ton Thomas: "Du erkennst uns daran, daß wir beide etwas korpulent sind. Sowas gibt's im Technobereich nicht allzu häufig!") in der Nautilus-Bar zu treffen, um mit ihnen über ihre Geschichte, Ideen und die Zukunft zu reden.


Ellen Allien

Ellen Allien ist eine Frau in einer Männerdomäne, wie schon Arabella Kiesbauer in ihrer Talkshow ganz richtig zu berichten wußte, und deckt gleich ein ganzes Spektrum der Männerwelt ab. Sie ist DJane, Producerin, Radiomoderatorin und nun auch noch engagierte Labelbesitzerin.

Sie kommt aus Berlin, dürfte durch Raves im In- und Ausland hinreichend bekannt sein und falls nicht, dann durch ihre Braincandy-Sendung auf Kiss FM oder spätestens durch die Kiss FM Radio Parade zur Love Parade 1994, wo sie mit allen großen Artists Live-Interviews¥ vom Interference Festival führte. Wer sie jetzt noch nicht kennt, kann sich eventuell dankbar an den Kiss FM Ü-Wagen vor der Deutschlandhalle zur ausverkauften Mayday erinnern und wenn dann nicht ... (lies doch einfach nach)!


Joey Beltram

...is back !

Was man mit Joey Beltram verbindet ist sein Hardcore-Image der frühen 90ger. Der Erfinder der Metasm Sounds und des legendären "Vortex", scheint für immer auf dieses Bild festgelegt worden zu sein, obwohl dieser zu Nu Groove Zeiten 1989-1990 seine höchste Phase der Kreativität hatte und in New York seit dem fest verwurzelt ist.
Cool und lässig wie eh und je, läßt ihn der Medienrummel um ihn deshalb kalt und auch auf die Frage was er in den Jahren 1993 bis 1994 gemacht hat, antworted er schlicht, er hat seine Keller aufgeräumt, mal alles sortiert...

Juan Atkins: "MISTER MAGIC"

Obwohl er der Gründer des amerikanischen Labels Metropolex ist, arbeitet Juan Atkins regelmäßig bei europäischen Labels wie zum Beispiel R&S oder E.F.A., wo er aufnimmt. Mit diesem Pionier der Techno - Musik diskutierten wir darüber, was seinen musikalischen Stil beeinflußt hat.

R&S

Seit mehr als zehn Jahre ist R&S zweifellos eines der besten Dance-Labels der Welt. Reenat und Sabine, die Macher des vielleicht bekanntesten und profiliertesten belgischen Labels, haben ihre Begabungen "gebündelt", um die Promis der House-Szene von heute und morgen zusammenzubringen.
Wenn R&S sich vorstellt, haben wir bereits eine bekannte Klangfarbe in den Ohren, die die unzweideutig wichtigen Namen der Musik-Szene hervorrufen. Mutigerweise setzt sich R&S der Modernität, der Kreativität und der Erneuerung in allen Bereichen (Grafik, Image, Philosophie) aus. Solidarisch und eigenwillig hat R&S immer seine kulturellen Hintergründe mit Leidenschaft verteidigt.

Öffnen wir weit unsere Augen! Entdecken wir ohne weiteres Zögern die "Galaxie R&S".


Steve Stoll

So etwas wie eine weltumspannende Technoszene hat es möglich gemacht,daß man nicht mehr mit Leichtigkeit den Ursprungsort einer Platte errät. Techno hat schon seit längerem universellen Charakter erlangt, aber die Form der Produktion, die spezifische Handschrift des Künstlers und die des Preßwerks, sprich des Cutters, führt zu dem, was man Stil nennt. Dennoch gibt es einige, die sich wie ein Chameleon durch die Technoszene bewegen.
Steve Stoll ist einer, der seine Coleur von Platte zu Platte ändert und in seiner Form von Mimikri in einer unheimlichen Art und Weise überzeugt.

Triple R sprach mit ihm...


SUN ELECTRIC

Sun Electric, Tom Thiel und Max Loderbauer aus Berlin, sind der einzige deutsche Ambient-Act, der über die Grenzen des Landes hinaus Akzeptanz findet. Erklärungsmodelle, woran das liegen könnte, gibt es einige. Letztendlich dürfte es neben ihren klassischen Produktionen wie "O' Locco" aber vor allen Dingen damit zusammenhängen, daß bereits 1989 durch ihren damaligen Partner Thomas Fehlmann (Teutonic Beats) ein sehr freundschaftlicher Kontakt zu den Pionieren des Ambient, den Londonern The Orb, entstand.
Nach einem ziemlich schlechten Deal mit Trevor Horn's ZTT-Label (u.a. Frankie Goes To Hollywood, Propaganda, 808 State), der das Duo für längere Zeit auf Eis legte, folgte 1993 die erste Produktion für Renaat Vandepapeliere´s Renommierlabel R&S aus Gent, für die sie heute noch aktiv sind.
Im Monat Februar veröffentlichten die Berliner ihr bereits 1993 releastes Album "Kitchen", das nicht reiner Ambient ist und mit Hardtrance-Elementen experimentiert, ein weiteres Mal. Zwei Wochen später schoben sie ein Live-Album mit dem Titel "30.07.94.Live" nach.

Joel Amaretto lud aus Termingründen Tom Thiel und Max Lodermann zum Interview "19.02.95.Fax".


Robert Leiner

Robert Leiner ist viel bekannter unter dem Name "The Source". Der 28-jährige ist zweifellos einer der zur Zeit wichtigsten Künstler. Aus Göteburg in Schweden stammend, hat er uns bewiesen, daß auch skandinavische Länder ihren eigenen Begriff von House haben, und zwar keinen geringfügigen Begriff.

R&S hat in Robert Leiner einen unvergleichlichen Erneuerer und Techniker gefunden. Seit 1992 hat Robert mehrere Maxis und Alben produziert, die auf den Dancefloors erfolgreich waren. Vom Ambient bis zum progressiven experimentellen Techno, überall bewies er seine Anpassungsfähigkeit und Kreativität.

Seine Auftreten als DJ und seine Live-acts haben einen internationalen Ruf, der durch seine Alben "Organized Noise" und "Vision of the Past" noch untermauert wurde.


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