DJ KEOKI

von kk


DJ KEOKI ist New Yorks Aushängeschild der DJs und ein König im Nightlife rund um den Globus. Sein ststen Versuche, die Einflüsse, die er auf seinen Reisen gewinnt, in seiner Musik zu vereinigen, macht ihn zu einem DJ, der auf dem Weg ist, einen Sound zu entdecken, der nicht mehr mit herkömmlichen sprachlichen Mitteln zu fassen ist.

Dieser Antrieb, stets etwas Neues zu präsentieren, um den Menschen in der schnellsten Stadt der Welt gerecht zu werden, machen ihn zum House-DJ des Limelights/Disco 2000 seit nun mehr 4 Jahren. Gang und Gäbe ist es, in diesem Club eine Platte nur einmal zu spielen, danach ist sie veraltet.

kk sprach mit DJ Keoki über Anfang und Ende der New Yorker Szene, Reisen und vor allem über den, im id-magazine als Electronic Trippy Skip Hop bezeichnet, in New York rund um den Temple Recordstore seit Kürze als Trip Hop bekannten musikalischen Trend, dessen Stücke sich aus einem Hip Hop Beat und den Techno-Zutaten zusammensetzten.

FP:
Wie lange deejayst du jetzt?
Keoki:
Seit 6 Jahren.
FP:
Und wie alt bist du?
Keoki:
Ich bin 26.
FP:
Hast du in New York angefangen zu deejayen?
Keoki:
Ja, ich hab in NY angefangen, in einem Club namens Dancetoria und im Area. Ich habe da Gläser abgeräumt. In der Lounge haben sie Special Parties veranstaltet und einmal kam der Manager des Clubs, der jetzt immer noch mein Manager ist, und fragte mich, ob ich nicht auf der Party auflegen könnte. Sie brauchten in letzter Minute einen DJ. Ich glaube es war eine B-52-Party. Ich habe es gut gemacht, und seit dem jede Woche aufgelegt…
FP:
Welche Art von Musik?
Keoki:
Es war Lounge-Musik. Alles von Frank Sinatra bis zu The Cramps, Tones on Tail,... alle Arten von Musik. Ich habe das 2 Jahre gemacht und dann habe ich eine Nacht angefangen, den Acid House Wednesday, in dem Club "The World". Und ich habe nur Acid House gespielt. Es war aber nicht unbedingt nur Disco, es war eine Art Szene-Party - abgefahren! - der Club machte nachts um drei auf bis zwölf Uhr mittags. Um fünf oder sechs Uhr haben wir die Türen geschlossen und jeder mußte drinnen bleiben. Denn wäre jemand gegangen, hätte die Polizei es sehen können. So haben wir es eineinhalb Jahre gemacht und jeder der da war, mußte sich darauf einlassen.

Und dann bin ich zum Limelight gewechselt, Disco 2000. Das ist jetzt vier Jahre her. Und wir haben eine Mischung aus Discomusik gemacht, später war es dann meistens Techno. Denn was wir machen wollten, war eine Nacht mit der Musik von Morgen, und das war notwendigerweise Techno, Trance, Acid. Einfach neu. Das machen wir jetzt seit vier Jahren.

FP:
Also wolltet ihr die Musik entwickeln?
Keoki:
Ja, so war's, es ist immer noch so, es ist nicht Techno, es ist nicht - ??? …………
FP:
was denkst du, was es jetzt ist? Welche Art? Es gibt viele Compilations aus New York mit Vocal-House.
Keoki:
Ich mixe alles. Ich mixe jetzt ein paar mehr Vocals, ein bißchen trippige Housemusik, mit Gitarrensamplen, mit Keyboards...
FP:
Ohne Grenzen?
Keoki:
Nein, es gibt da keine Grenzen. Lange Zeit - und noch immer - habe ich viel deutsche Labels gespielt, Labels wie Structure, lange war Harthouse ok, aber Structure ist wahrscheinlich das stärkere, das einflußreichste deutsche Label, das mich in New York beeinflußt hat. Deutsche Musik war definitiv ein riesiger Einfluß.
FP:
In New York, oder nur weil du manchmal nach Deutschland gekommen bist?
Keoki:
Nein, bevor ich überhaupt nach Deutschland kam.
Hier erhält man von New York den Eindruck, daß es eine große House-Szene gibt, Vocal House, und eine Hardcore-Brooklyn-Fraktion...
Strictly Rhythm und die ganze House-Szene ist groß, aber es hängt auch davon ab, wohin du gehst. Es gibt Clubs, die neuer Musik gewidmet sind. Sound Factory ist scheiße z.B., du bringst soviel Freunde dahin, weil sie alle davon gehört haben, und sie stehen schulterzuckend da und fragen, was ist das? Die Musik hat sich nie verändert. Es gibt zwar gute Housemusik und sie wird es auch immer geben, aber für mich passiert da zu wenig. Ich bewege mich schneller fort. Ich will immer etwas neues. Eine Menge junger Leute der House-Szene sind müde. Nicht nur müde, sondern abgestorben.
FP:
Gibts in NY gute neue Labels?
Keoki:
Ja, jetzt gibt es ein paar neue. Strictly Rhyhm hat auch ein neues Label gestartet, First Instinct heißt es glaub ich, und auf ihm gibt es mehr Detroit-Sound, Acid ... - eine Menge junger Artists haben dort Projekte. In Amerika gibt es jetzt wirklich die richtige Techno-Explosion. Ich vergleiche die Techno-Explsosion immer mit der Rock-Explosion damals. Es verändert alles. Und die Labels wissen nicht, wie sie es verkaufen sollen, die versuchen das zu verkommerzialisieren, aber sie können es nicht fassen, es geht alles viel zu schnell. Jetzt gibt es überall junge DJ's und Producer und machen ihre eigenen Labels. Bomb Records z.B. aus Los Angeles, DJ Disko hat ein paar ihrer Scheiben gespielt und ich war überrascht, daß er sie kennt. Die Leute wissen, was passiert, es ist nicht House und nicht Techno, es ist der nächste Schritt. Es ist ein bißchen funkiger, es ist..., gerade in Deutschland habe ich bemerkt, als ich vor 2 Jahren hier war, war es hart.
Ja, alles wird ein wenig softer, funkiger...
Ja, funkiger, das ist gut. Ich weiß nicht, ob überall, ich war in Frankfurt und habe im Omen aufgelegt, und ich denke, da ist es immer noch ziemlich hart. Sven hat einen guten, harten Stil. Er hat jede Menge guter Scheiben und wird deswegen diesen Stil auch noch sehr gut präsentieren. Die Frankfurt Szene ist sowieso so hart.
Das würde ich nicht sagen, es ist eben Harttrance, nicht Gabber oder sowas.
Klar das meine ich, harter Trance, schnell..., das spielt Sven Väth. In Berlin ist es ein wenig langsamer geworden.
Ich denke, das House den Einfluß gegeben hat, aber es ist schwer für Leute, die vorher Techno gehört haben direkt auf House umzuschwenken, deshalb muß es etwas dazwischen geben... ...Das ist das, was ich im Limelight spiele…Trip Hop, wenn man so will. Woody's Platte von Carl Craig auf MoWax ist so, ich schätze du hast sie bei ihm gehört. Ein Hip Hop Beat über den Techno gelegt wurde.
Es ist das Hip-Hop-Gefühl mit drin.
Der Beat erinnert dich dran, es hat aber nichts mit Hip Hop zu tun. Es macht das Stück nur rund. Es ist halt eine Weiterentwicklung unserer Musik mit einer neu eroberten Quelle für ein Zitat.
Es ist vielleicht das, was ich mache, aber man kann es eben nicht beschreiben. Die Musik füllt einen Raum... In die Disco 2000 kommen die Leute seit 4 Jahren und du mußt ihnen etwas bieten, sie interessieren, einen neuen Sound erhalten. Das letzte, was passieren darf, ist, daß die Leute sagen, oh der Scheiß schon wieder…
Aber das passiert mir nicht, ich reise eine Menge in der Welt herum, nach Australien, Tokio und überall kaufe ich Platten und versuche den Einfluß einzufangen und mitzubringen. Ich glaube, wenn du als DJ viel reist, kann es dir gelingen, wenn du aber in einem Ort hängen bleibst, und nicht jede Art von Musik hörst, kannst du gefangen werden. Carl Craig und Richie Hawtin z.B.,
sie haben in ihren Platten so etwas wie Universal Uound, und das liegt daran, daß sie viel reisen. An einem Ort gefangen zu sein, ist etwas wovor ich Angst habe. Ich möchte immer ein offenes Ohr für alles behalten. Rock'N'Roll, Punk, alles...
FP:
Welche Musik ziehst du vor?
Keoki:
Ich mag Billy Holiday…
FP:
?>?>?>Toller Geschmack>!>!>!
Keoki:
Jazz, Hardrock, Sex Pistols, bei Dance Music eben mein Lieblingslabel Structure, manchmal MFS aus Berlin, aus Amerika liebe ich Bomb Records. Hardkiss Records aus San Francisco ist auch cool.
FP:
Du hast eine Compilation compiled auf denen auch Mike Ink etc. drauf sind.
Keoki:
Ja, ich habe da aus aller Welt Platten genommen, sie zusammen gemixt und sie haben es für mich aufgenommen und releast. Wir haben innerhalb von 5 Monaten 40.000 Stück verkauft! Deshalb bin ich jetzt hier, ich fahre nächste Woche nach England, um eine neue Compilation zusammenzustellen. Ich glaube, daß sie so gut läuft liegt daran, daß ich Platten von überall her gemixt habe.
FP:
Wen magst du von den deutschen Producern am liebsten?
Keoki:
Mike Ink.
FP:
Tja, morgen kommt er ins E-Werk um live zu spielen und du bist nicht mehr da.
Keoki:
Aber ich komme nächstes Jahr wieder, um zwei Monate in Berlin zu leben & 1 Album zu machen.
FP:
Das scheint auch so ein Trend zu sein, erst Jeff Mills, dann Rob Hood und jetzt du.
Keoki:
Ich glaube, die Leute kommen her, weil in Berlin jeder machen kann, was er will, sie sind alle völlig open-minded. Berlin ist gut für alles und jedes. Jeder wird hier seine Niesche finden.
FP:
Zurück zu New York: was ist mit Lord Michael passiert?
Keoki:
Ihr dachtet er wäre in Kalifornien, aber ich weiß es nicht. Aber ich kann dir was über Michael Alec erzählen, er hat jetzt eine neue Zeitung herausgegeben, nach Project X gibt es nun Project Next.
FP:
Ist es dieses komische Drug-Fanzine geworden, wie es geplant war ?
Keoki:
Nein, es ist über heute und Realität, und Julie wollte sowas nicht machen. Micheal wollte keine Kompromisse machen, weil er damals schon Project X angefangen hat.
FP:
Was für Rubriken gibt es in Project Next ?
Keoki:
Der Haupteil besteht aus Fashion und es ist tierisch schön. Es geht nicht um Drogen, es ist ein Heft, das die Realität zeigt. Drogen ist ein Hauptthema der ganzen Welt. Man kann das nicht ignorieren. Du gehst in irgendein Büro-Haus und du findest garantiert Kokain. Die Leute verschliessen nur ihre Augen, wenn sie sagen, nehmt die Technomusik weg, dann gibt es keine Drogen mehr, das ist bullshit! Project Next ist ein Magazin der Clubs, Fashion und Musik, Drogen sind eben Teil. Aber sie sind gefährlich und das zeigt Project Next. Eine Menge der jungen Fashion Kids kennen keine Grenzen. Wenn sie Heroin nehmen, wirst du lesen, daß sie dumm sind und die Bilder der Dummen sehen. Es ist kein verherrlichendes Blatt, sondern ein Spiegel der Realität, und die bestimmen die meisten doch für sich selbst.


Copyright © 1995, Technomedia GmbH HomeBattnSm2 HomeBattnSm1