City Reports


Düsseldorf

Ja, es tut sich was in der Düsseldorfer Szene. Es gibt einen neuen Club. Nach dem Poison Club im Rheingold ist nun der G-Club in die Räume des ehemaligen Purple Haze eingezogen. Zum einjährigen Jubiläum schenkten sich die Grasshopper den Partykeller an der Liefergasse. Ab sofort tanzt man freitags und samstags zu HipHop und Swing, sonntags feiert man die Nacht des Kölner Labels "Petit Prince".

Nichts neues war dagegen der vierte Union Rave im Tor 3. Cosmic Fredel schmückte seine heiligen Hallen mit riesigen Fröschen und Libellen, die im Schwarzlicht gruselig leuchteten. Voll wars, aber die Stimmung war nicht so doll. Schade. Schön war das Chill-out im Biergarten: Verschwitzte Raver tanzten im Regen weiter. Das Line-up: Westbam, Carl Cox, Hardsequenzer, Daz Sound, Pierre Morgan u.a..


Kassel

Mitte September erwartete uns Kasseler die "Welcome Documenta 10 Party" im Fridricianum. Gekommen waren Londoner DJs, die uns mit House verwöhnten und viel Künstlervolk, das uns mit außergewöhnlichen Tänzen entzückte. Wer in dieser Nacht noch nicht genug kriegen konnte, zog danach weiter in die Factory (Aufschwung Ost), um sich den Klängen von Marco Zaffarano hinzugeben. Überhaupt wurde man von den Aufschwung-Ost-Machern in letzter Zeit regelrecht verwöhnt, denn es wird auch ständig neu und abgefahren dekoriert. Stellmacher und Jensen, die auch für VIVA-Housefrau und "The Tribal Cathering München" arbeiten, erschaffen jedesmal wahre Deko-Wunderwelten. Außerdem ist fast immer für eine After-Hour gesorgt, und das Line-up der letzten und der kommenden Wochen ist genial: So war Cle´ da, eine Woche später Plank und beide räumten ab wie nix. Zu erwarten sind noch C-Smooth aus London, Sven U.K. sowie endlich die erste Gay-House-Party (6.11.), eine Bielefeld-Nacht mit Gumdrop, Timo und Andre Michelle (12.11.).. Am 19.11. findet dann in der alten Mensa die HR 3-Clubnight mit Perplexer und Pierre (Aufschwung Ost) statt und ab 6.oo Uhr ist die offizielle HR 3-After-Hour mit Marco Zaffarano, Plank, Pierre, Marky, Chi, Acid Maria (Pulverturm) und Micky (HH) angesagt. Und jetzt die etwas verfrühte aber furchtbar wichtige Vorwarnung: Am 3.12. wird Richie Hawtin erscheinen und am 10.12. kommt Laurent Garnier. Ist das nicht schööön???
Aber auch die New York Factory ließ sich nicht lumpen und feierte Mitte Oktober zusammen mit Frontpage, Hardsequenzer, Tom Clark, PMC und Axl + Bene die "High 5 Anniversary Frontpage Party". Viele waren zum Feiern gekommen und dementsprechend feucht und hot war es auch. Wie heißt es so schön: "Axel+Bene am Teller und die Kleinen zappeln schneller." Am 4.11. wird Steve Mason erwartet und am 18.11.kommt Perplexer, der hoffentlich seinen Dudelsack im Koffer läßt. Man wird sehen und hören...
Andere Aktivitäten findet man in ländlichen Gefilden, denn Jörg und Sven sind so nett und organisieren jeden Freitag im Hippodrom in Bebra wilde Parties, z.B. geschehen am 7. Oktober mit Jeyenne, dem sehr rührigen Shoot-DJ-Team, RMB, Zwombel und DJ Juc. Danach gabs dann noch eine ziemlich angedrehte Afterhour im Subway am Kirchheimer Dreieck, wo Meike und Carmen ständig irgendeine Katja anglotzten und dafür dann beinahe einen aufs Maul bekommen hätten. (Wir vermuten aber, daß Katja die mit dem gelb-grünlichen Make-up war.)
Übrigens: Die Lolita-Bar sollte man nicht vergessen, denn dort soll das 1000-2000 Quadratmeter große Kellergewölbe entrümpelt werden, damit dort Ende Oktober "The Crypt Party" steigen kann. Hoffen wir, daß schnell entrüpelt wird.

C-ya+stay tuned, Wiebke.

Schon vor Mitternacht drängten sich die Schlangen bei der Unity-Backstage-Party im Ratinger Hof. Mit Carl Craig, Andrenalin, sowie Groovemaster K. ravten die Party-Maniaxs - hauptsächlich Hof-Stammpublikum - bis zur After-Hour. Höhepunkt des abends: die Präsentation der neuen Unity-CD vorab zum Unity-Rave. Um sieben Uhr in der Frühe trudelten Jens Mahlstedt und Jens Lissat ein. Feucht-fröhlich strichen die letzten unersättlichen Szenemenschen gegen 20.oo Uhr die Segel.
Eine große Ehre wurde dem Ramrod zuteil. Nach dem internationalen Gay-Happening in der Krefelder Königsburg schaute Grace Jones zur After-Hour an der Charlottenstraße vorbei. Mit dem Haus-DJ Stefan und Gordon begrüßte die Diva des Pops. Übrigens: Absoluter Outfit-Renner auf der Piste wurde das neueste Werk von Düsseldorfs Kult-Shirt. Gibt dem Energy-Drinks keine Chance und tragt stattdessen "Dead Bull = Enemy Drinks". Zwei Ochsensklette lassen statt der gut genährten Bullen im Original grüßen

Nina.


Mannheim

Weil D-Man und MoveD ihren Dubtools-Recordstore in Mannheim geschlossen haben, war es für Goa Rec. die besten Gelegenheit, im Heidelberger Dubtools eine Filiale zu eröffnen. Dazu gibt es zwei Eröffnungsparties im Normal. Am 29.10. werden Carl Cox und Grooverklein und einen Tag später Ellis Dee, Jonathan und Tobi die Platten drehen.

Wie versprochen organisiert Leo`nd Bach die 2. Housefloor-Party. Voraussichtlich wird es Ende Januar stattfinden. Gebucht sind u.a. Hazel B., Grooverklein, John Aquviva, Armand van Helden und DJ Pierre. Außerdem wird von Leo`nd auch diesmal ein Bus zur Mayday fahren. Anmeldungen unter 0621/ 404966.

Das letzte große Event der Walzmühle wird die Time-Warp von Pepsi sein. Stattfinden wird es am 26.11. Mit dabei sind Speedy J., Robert Armani, Laurent Garnier, Kid Paul, Trope und einige andere.

M.S.


Leipzig

Ich habe das Glück, mal wieder vorwiegend positives aus der Techno-Hauptstadt des Ostens zu berichten. Denn die Aktivitäten nehmen weiter zu, und nachdem sich vier Clubs fest etabliert haben, gibt es jetzt viele neue (oder alte erfahrene) Veranstalter, die doch sehr viel auf die Beine stellen.

Mitte September war es soweit, die Distillery feierte Geburtstag (2 Jahre) mit den DJs Adama, Uwe, Malcolm, Tommy Raven und Leipzig-Fan Marcos Lopez. So voll war die Distille lange nicht mehr und die Stimmung war kaum zu überbieten. Absolute Super-Party! Ob wir auch noch den 3-jährigen Geburtstag erleben werden? Die Distelle-Crew mit Steffen (TLL) hat Ende Oktober einen Super-Rave geplant. Es sind die DJs Paul van Dyk, Eric Ruge (Paris) Doc B. (Dresden), Sven UK (Erfurt) uvm., sowie die Live-Acts Oliver Lieb, Cal-Q-lator am Start. Die Deko wird Elsa for Toys machen und für die Videos sind die Stressjets zuständig.

In der Opera-Dancehall sind weiterhin freitags Gast-DJs. So war Paul Cooper aus Köln echt super, Mate Galic von Viva gleichfalls gut und experimentel, während Marco Lopez an diesem Tag eher etwas müde wirkte. Opera Saturday Night DJ Mad Max bringt übrigens Mitte November seine erste Platte raus, der Titel "Boomtown L.E.". Im Opera ist der Song bereits ein Hammer-Hit. Für den 15.11. hat sich Sven Väth angekündigt, the robot wird wieder ausgiebig tanzen und feiern.

Am 2.10. war auch endlich wieder Deelite Rave Time in der Nonnenstraße. 1200 Raver kamen in die Buntgarnwerke und es war eine Superparty. Gute Soundanlage und gute DJs (Slik, Roxy, Phillip, Joshua, Malcolm, Tino, Jens, Mikk, Tiny, Andrew und Jana). Der absolute Party-Live-Act war Samarkande, aber auch Marco Polo war geil drauf. Super-Bonus: Die ersten 1000 Gäste bekamen gratis eine CD. Ich war leider der 1001. Gast, habe mich aber trotzdem bestens gefühlt.

Anfang Oktober hatte Thomas Schwarwel (The Housers) Marusha zu Gast. Der Grund war natürlich die Housers- und Schwarwels Comic-Künste. Für ihre Sendung Feuerreiter machte sie einen Filmbeitrag über unsere Leipziger Helden. Auch Viva-Housefrau Mate Galic interessierte sich brennend für die Housers, und so hat Schwarwel wohl bald den nächsten Fernsehauftritt vor sich. Es leben die Housers! Die Ausgabe 4 soll übrigens zur einjährigen Party seines Basements-Shops in der Kochstraße herausgegeben werden.

Auf Marc Puchtas Label "Mayflower" sind nun auch die 002 (Leprechaun) und die 003 (Roxy-Just your E.P.) erschienen. Die Platte von Mad Max wird ebenfalls auf einem Leipziger Label von Steffen Kuschel erscheinen (Breathless Raver Record 003). Endlich geht es jetzt auch producer-mäßig professioneller ab und das hebt unser City-Niveau um einiges.

Zum Schluß doch noch was negatives: Das Easy Auensee kündigt auf Fleyern DJs und LiveActs an (Prodigy), die dann gar nicht erscheinen. So was dürfte dann wohl in die Hose gehen, denn auf den Mist hat hier echt keiner Bock.

Bis zum nächsten mal Euer Tranceman


Frankfurt

Die Universe im deutschsprachigen Raum und auf Beton in München, cooperativ organisiert von Frankfurt Beat, hat sich bewährt. Da schau an: Die Ecke In Frankfurt, die keiner mag, hat sich dann doch noch einen Stein in ihr leeres Brett geholt. Jeder von uns hatte seinen Spaß - außer denen, die immer auf der Suche waren. Der bittere Beigeschmack war, daß fast keiner ausgeschlafen auf der Euphoria erschien.

Die Euphoria war dann leider auch nicht so euphorisch, wie sie sein sollte. Das lag nicht zuletzt an den DJs, die fernblieben ohne vorher abzusagen. Frosch behielt aber den Umständen entsprechend die Nerven und fand Ersatz, der natürlich einen Slipmat DJ oder Laurent nicht ganz ersetzen konnte. Der Laden war so überfüllt, daß viele sowieso nicht mehr in Betracht zogen, sich irgendwen anzuhören. Doch vor der Einlaßtür standen noch so einige 100 Raver, und viele davon starteten ihre eigene Party irgendwo auf dem Flughafengelände. Bald sah das ganze eher wie eine Universe aus. Die zuständigen Ordnungsbeamten konnten verständlicherweise nicht zulassen, daß das Prestige unseres internationalen Flughafens so geschändet wird und setzten ein Ultimatum. Innerhalb einer Stunde sollte man die Raver zu ordnungsliebenden Menschen umfunktionieren oder aber der Laden würde die Konsequenzen zu tragen haben. Es kam zu keiner Konsequenz...Wie das gelöst wurde, bleibt das Profi-Veranstalter-Geheimnis.

After-Hour mit Sven. Die Fete wurde dann das große Trostpflaster. Sven überraschte mich ja schon in Tibet...Nein, im Tresor bei der Tibet-Benefizveranstaltung mit seinem doch flexiblen Sound, der härter und cooler als sonst war. Aber im Dorian Gray hätte ich besser Schuheinlagen kaufen sollen, denn so humpelte ich heulend von der Tanzfläche. Und betete zu Gott, er möge endlich den Höhepunkt wieder senken. Aber er ließ sich nicht erweichen. Meine Füße wurden zu Meuterern gegen den eigenen Körper. Francesko ist auch cool. Der lud noch zur After After in sein Helium ein und hielt auch zu uns, nachdem wir das driste Feiertagsabend-Publikum mit unseren Mutanten und Andree als DJ in vollen Beschlag nahmen. Mitgeholfen haben die Münchener dabei, die zu Besuch waren.

Groupie de Luxe of the month ist diesmal Katja- und Frankfurt sollte stolz auf seine Frauen sein, ohne die so manches Buisness nicht zustande gekommen wäre. Ricardo, mein Lieblingsveranstalter, der weit ab von der Norm des Frankfurter Nachtlebens Parties mit Herz, Verstand und Idealismus betreibt (Paranoia Paradies) nahm die Gelegenheit war und so entstand zu Carl Craigs Ehren eine Party mit Heiko, Chris und Yannick in dem Kellergewölbe seines eigenen Hauses bzw. in dem seiner Eltern. Die schliefen bei ihren Eltern oder waren in einer langen Filmnacht....Man weiß es nicht. Jedenfalls tun mir die leid, die diese Party nicht miterlebt haben. Carl Craig gab auch ohne Profit sein Allerbestes und bestand so seine Prüfung als ein auf dem Boden gebliebener Erfolgsmensch. In diesem Zusammenhang muß ich endlich loswerden, daß die Size-Leute meinen ganzen Respekt für ihre Projekte haben. Es sind eben wenige, die Niveau mit einem stilvollen House-zine hier in Deutschland gehalten und sich Freunde allein durch ihr Musikverständnis geschaffen haben.

Ihr seht, auch hier in Frankfurt gibt es mehr als nur das, was ihr aus Bequemlichkeit seht und anklagt. Wer wirklich hungrig ist, soll losgehen und alle Felder absuchen, denn es gibt noch andere Ernten.

Dann war da noch die Unity Bad Party im Rebstock, auf der ich selbst nicht war (Hallo Alex, Berichte müssen nicht nur auf dem, was man selbst erlebt hat, basieren. Man kann sich auch durch diverse Schilderungen eine Meinung bilden.) Die Party war in jedem Falle eine willkommene Abwechslung, zumindest was die Location betrifft. Wer Badesachen dabei hatte, konnte auch ins Becken pinkeln. Oder mit aufgeblasenen Tieren im Tiefen umherpaddeln. Es gab keine Schiffsbrüchigen, aber ein paar Assos vor der Tür, die schon immer mal auf die Rutsche wollten, sonst aber nicht dürfen und sich dann dachten, einfach das ganze zu stürmen... Die Rutsche führte aber leider direkt auf die Polizeiwache.

Die Borsigallee feierte mit Motte und Hell einen etwas mißlungenen Abschied (ohne funktionierende Anlage kein Sound, ist doch klar). Aber später wurde es doch noch richtig nett und voll. Hell fällt immer mehr für seinen überaus guten Musikgeschmack auf.

So, das wars dann. Bis zum nächsten mal

Zille


Alb - Bodensee

Der letzte Monat stand hier ganz im Zeichen der Party-Time. Best Event of the month war dabei Commander Tom und DJ Moe im Magic in Überlingen. Hier zeigte sich mal wiueder, daß man zu einem anständigen Rave nicht unbedingt großen technischen Firelfanz benötigt, um eine ordentliche Stimmung zu bekommen. Die DJs müssen stimmen, und da ist Commander Tom allererste Wahl. Die Location war bis unter die Ventilatoren gut voll, viel Platz zum Stehen gab es nicht mehr. Commander Tom zeigte den ca. 500 Ravern, was einen professionellen DJ ausmacht. Seine Mixings waren die Krönung und seine Musikcollection reichte von Hardtrance bis Hardcore. Wer bis dahin noch keine erhöhte Körpertemperatur hatte (z.B. durch Fieber), dem konnte man nicht mehr helfen. Aber "glücklicherweise" gabs für alle des öfteren kleinere unfreiweillige Verschnaufpausen. Und zwar immer dann, wenn die Anlage mal wieder meinte, eine Gafährdung der Boxen verhindern zu müssen. Dann war es für einige Sekunden angenehm still. (Jaja liebe Freunde vom Magic, da sollten wir vielleicht etwas dagegen unternehmen?!). Um 2.oo Uhr war aber trotzalledem Schichtwechsel. Commander Tom mußte noch ins OZ, und somit war bis um 4.oo Uhr noch Zeit für DJ Moe, aber eine Steigerung der Stimmung war einfach nicht mehr möglich.

Eine Woche drauf war dann Startschuß für Tekknodrome im Extrem bei Mengen. Der Hit wars nicht, denn wie bei Premieren so üblich muß natürlich auch jeder Rock-Hippie-Heavy-Metall-Jazz-Sympathisant seine Nase reinstecken, was gnadenlos zu einer Überfüllung führte und sich zusätzlich auch hemmend auf die Stimmung auswirkte. Als Gast-DJ kam Hooligan. Aber trotz guter Musik kams einfach nicht zu einer akzeptablen Stimmung mit Rave-Standard. Denn man war einfach zu sehr mit Sich-durch-die-Menge-kämpfen beschäftigt. Am folgenden Freitag allerdings (DJs F.A.C.T. und Andi) war es dann zwar bedeutend leerer, aber dafür fehlte dann auch völlig die Stimmung. Nichts für Ungut: Das Tekknodrome steckt noch in seinen Kinderraverschuhen und mit der Zeit wird es sich schon rumsprechen, daß es hier gute Parties gibt. Ganz nebenbei, immer freitags geht es weiter: am 11. November mit Mark Ohh und am 2. Dezember ist es dann endlich so weit: Die Kerzen gehen an, der Nebel senkt sich, die Stimmung wird feierlich. Frontpage zelebriert ihr 5-jähriges Bestehen mit der Hi-Five-Tour.

Doch ansonsten ist der Freitag immer noch "Feiertag" im Abby. Mit dem Landratsamt ist man seit neuestem wieder im Reinen, und somit war es auch möglich, am Sonntag dem 2. Oktober die "3. Dimension" zu feiern. Zu diesem 14-Stunden-Event kamen Oliver Bondzio, DJ Moe, Pinky, Monrow, Sioux und Asia. Einziger Schönheitsfehler war der Ravebeginn um 11.oo Uhr am Sonntagvormittag. Bis zum abend füllte sich die Location zwar dann immer mehr, aber mehr als halbvoll wurde es einfach nicht. Zumal dann nachts um 1.oo Uhr auch Schluß war. Nun denn, wem es gefällt, mittags um 3.oo Uhr rumzuhoppeln, der hatte Gelegenheit hinzugehen. Mein Fall war es allerdings nicht. Aber der Sonntag wird im Abby noch nicht abgeschrieben. Auch für die nächsten Wochen wird es auf der sonst so ruhigen Alb wieder einiges für die Raving Society geben. See ya beim nächsten Report.

Ahoi & have a good rave-life.

Oliver


Sauerland

Die Sauerländer Techno-Szene wächst von Tag zu Tag wie meine Hämorrhoiden und der Haß auf Renne. Eine Party jagd die andere und endlich wurden die ersten regelmäßigen Clubs eröffnet.

Die 2. Ausgabe der "Acid-Orange" war der Start für den ersten Freitags-Techno-Club im Neheimer Cult. Zuerst sollte in der oberen Etage samstags Techno laufen, aber nun wurde das ganze auf den Freitag verlegt. Sollte der Laden nun doch nicht pleite gehen ist das vielleicht eine gute Idee, auch wenn unten nur Langmähnen-Musik gespielt wird und die Gäste nicht immer friedlich sind. Als Gast-DJ sind u.a. Sonic, Beroshima und Clouse Bachor geplant, die sich regelmäßig abwechseln werden.

Ebenfalls am 2. Oktober fiel der Startschuß zur Eröffnung des Ravium Clubs Neuenrade. Von nun an läuft Techno jeden Freitag in der Diskothek Runaway. In den Laden passen etw 280 Leute rein, ein schöner gemütlicher Club, der nur bei der "Ravers Delight 1" Probleme mit dem Sound gehabt hat, weil naja... Am 14. fand dann Delight 2 statt mit den besten DJs aus dem Bochumer Planet. Als Resident DJs werden Dense (der gerade erst mit seiner Heike Schluß hat) und Jerk (dessen Freundin gar keinen Techno mag) an den Tellern drehen. Außerdem werden regelmäßig Gast- und Nachwuchs-DJs aus dem Ruhrgebiet eingeladen werden.

Im Briloner Musikpalast macht ein DJ Woody von sich reden, der seinen Künstlernamen sogar im Paß stehen hat. Wenn ich mir Westbam reinschreiben will, geht das denn auch???

Im Arnsberger Zero fand die 3. "Go-Hight" statt mit typischem however Publikum. Draußen gabs ne Schlägerei, auch nix neues. Der erste DJ, ich weiß gar nicht, wer das war, schaffte es leider nicht, die durch ihn selbst aufgebaute gute Stimmung zu halten. Michael K. dagegen war um einiges besser.

Das Lüdenscheider "Image" ist samstags auch nicht mehr so voll, da die DJs (incl. Incredible Olli) ins Mendener KM abgewandert sind und dort den Samstag bestreiten.

So to say: it is very much los in se Sauerländ. Let`s häv fann, jes!!!

D.S.P.


Würzburg

Wenn ihr diese Zeilen lest, wird das Airport in Würzburg schon nicht mehr sein. Gott hab es selig! Wie ihr wahrscheinlich schon längst wißt, haben Rudi & Michael auf die heftigen behördlichen Drangsalierungen (Nachtsichtgeräte auf dem Dach/Wer raus will muß nochmal zahlen/ razzialähnliche Autokontrollen/ Zivis ohne Ende etc.) einfach keinen Bock mehr gehabt, da auch eine Besserung nicht in Sicht war. Im Gegenteil, wahrscheinlich hätte es die liebe Polizei irgendwann geschafft, die Szene vollends zu splitten. Vielleicht wäre es sogar soweit gekommen, daß Techno-Hörer die Auflage bekommen hätten, eine rote Armbinde mit einem "T" drauf zu tragen.

Tja, das Thema ist gar nicht lustig. Ich bin einerseits, wie viele andere regelmäßige Airport-Gänger, unheimlich traurig, daß es das Air nicht mehr gibt. Aber andererseits könnte ich kotzen, wenn gewisse Leute sagen: "Was, das Airport macht dicht? Das ist ja Oberscheiße! Wo sollen wir denn dann hin?" - Das sagen oft diejenigen, die sich alle sechs Monate mal auf ein Stündchen blicken lassen und die wegen den krassen Bullenkontrollen nicht mehr kamen. Hättet Ihr dem Laden die Stange gehalten, wäre es vielleicht gar nicht soweit gekommen.

Auf jeden Fall haben wir noch ein paar obergeile Nächte im Airport durch"e"hhht! Der Sonntags-Rave mit Dave Clarke, Massimo und live Appregeators war richtig gut (außer Appregeator) und im Noise-Club haben die Aqua-Traxxxler schee Musik gemacht. Wirklich Henne, war obergeil, du konntest ja wirklich nicht ahnen, daß sich so ein paar Jungwixer tatsächlich auf die Tanzfläche hocken, weil sie Breakbeats hören wollten. Total durchgeknallt die Jungs. Grade mal trocken hinter den Ohren, aber Breakbeats hören wollen! Ich finde, der Staat sollte wirklich mehr Kindergarten-Plätze schaffen, so daß sich solche Gören nicht im Airport rumtreiben müssen!.

Zur Frontpage-Tour, die eigentlich schon o.k. war, kann ich nur sagen: Rok it - Fuck it, Alter!. Mehr schreib ich nicht dazu. Stop - ich sollte schon noch erwähnen, daß Würzburg einen wirklich hoffnungsvollen Live-Act hervorgebracht hat: Logarythm haben es echt drauf.

Rechtzeitig zur Schließung vom Airport hat der Anter quasi ein Techno-Bistro in der Gneisenaustraße eröffnet. "Zone" nennt es sich und ich finde es geil, daß es endlich mal eine Anlaufstelle gibt, wo man sich unter der Woche mal treffen kann. C-ya!

Aber wie ich soeben erfahren habe, werden Rudi & Michael jetzt aber doch noch nicht in Rente gehen sondern den "Airport - the flying circus" veranstalten. Zunächst wird es mal ein schönes Boot - the Love-Boat - geben, auf dem die Shooter und Gast-DJs auflegen werden. Gebucht sind für die ersten Events: Jeyenne als Live-Act, DJ Hell, Kid Paul, Paul Cooper und Tanith (jeweils an verschiedenen Samstagen). Ob das Boot fest irgendwo anlegt oder ob es nur dreimal pro Nacht kurz anlegt und ansonsten rumschippert, ist noch nicht ganz klar. Und was sagen wir da alle? Das ist Spitze!.Flyer werden demnäxt überall ausliegen.

Ansonsten werden wir uns alle im Mayday-Zug sehen, gell? Denn wenn man schon auf einen Groß-Rave will, dann doch bitte auf einen, der professionell organisiert ist! Um mit dem Persil-Mann zu sprechen: "Da weiß man was man hat- Guten Abend!"

Denn nachdem wir die DJ-Epedemie einigermaßen heil überstanden haben, macht sich nun die Maul- und Veranstalter-Seuche breit. Jeder, der das ABC und seinen Namen schreiben kann, macht nun auf Veranstalter (Ey Du, hier haste ne VIP-Karte. Fest zugesagt haben Jean-Paul Belmondo und Arnold Schwarzenegger - und es kommen auf jeden Fall 20.000 Raver!"). Ich denke, diese Seuche wird einige Todesopfer fordern: erfrorene Raver, verhungert Groupies, die drei Tage auf Paul van Dijk gewartet haben, orientierungslose Druffis und Techno-Teenager, die obdachlos wurden, weil sie ihr Monatstaschengeld für den Eintritt geopfert haben und nun kein Geld mehr zum Leben haben. Also, liebe Amateur-Veranstalter, seid Euch Eurer Verantwortung bewußt. Und wer ein Rave plant mit Marusha als Headliner hat eigentlich eh schon verloren. So was braucht wirklich kein Mensch mehr, schnelle Mark machen und weg oder was??? Kam mir doch glatt zu Ohren, daß einer dieser Möchtegern-Organisatoren den Idar-Oberstein-Rave als positives (!) Beispiel zitiert hat - wenn ich auskriege wer das war, werd ich ihn mit der nassen Zipfelmütze erschlagen. Aber 100%zig!

Nun zu was erfreulichem: Super-Wastl-Bastl-SebBo feiert am 25.11. seinen Geburtstag in einer Überraschungslocation. Fünfhundertdreiundachtzig Jahre wird er alt und er hat mir gesagt, daß er Melmarck gar nicht mehr vermißt.

Am 11.11. wird unser Schlabbo im Düsseldorfer "Tribehouse" die Raver zum Tekkno-Schwitzen bringen. Soll ein geiler Laden sein und wer Lust hat mitzufahren, kann sich ja bei mir melden.

Ach ihr meint, ich solle noch was zum Goa-Rave schreiben? Sorry, war nicht da, siehe oben.

Schnittchen


Stuttgart

Put on your raving Shoes denn Totgesagte leben länger.....

Es war viel losi n Stuttgart, es wurde aber wenig berichtet und so sparen wir uns den großen Rückblick und fangen an: Mitte September gehts los mit der US-House-Night, wo uns DJ John Aquaviva, Derrick May und die House-DJs vom unbekannten Tier ganz schön zum Tanzen aufgaben. Move your body and let there be house, Remember my name is Jack. Housig gings dann gleich weiter, denn unser guter Dirk vom Perkings Park holte am 23.9. Joey Vasquez himself, der die leider wenigen begeisterten leute gut abzappeln ließ und bis in die frühen Morgenstunden einheizte.

Am gleichen Wochenende war dann auch die Abseits-Modenschau, wo sich die gesamte Stuttgarter House-Szene zur kollektiven Fashion-House-Party traf. Marcus Fischer legte obergut auf (mit kleinen Ausrutschern: Harry Belafonte) und großen Hip Hop Hour, auf die das Publkum prompt reagierte und er sozusagen gezwungen war, seine guten alten House-Vinyls auszupacken und den Killesberg incl. Flamingos mit fetten House-Turns wegschoß. Danach ging es quer durch den Stuttgarter Kessel rauf zu Fernsehturm, wo Stami und Consorten uns den rest gaben. Happy-Tech war angesagt, und es legten ausschließlich lokale No-Names auf, die sich hinter den Be-Names garantiert nicht verstecken müssen. Besonders hervorheben wollen wir da z.B. DJ Inuid (Alex), der zusammen mit DJ Jan ein gutes Acid-Set ablieferte. Auf dieser Party erlebten wir auch noch ein Lehrstunden in Sachen raverhaftem Fehlverhalten: Ein paar Pseudoabfahrer in Hooligan-Uniform meinten, sie müßten die Kasse klauen und eine Keilerei veranstalten und somit den Veranstaltern für weitere Feiern den Garaus zu machen. Aber von hier aus: Toi toi Stami will never die!

Acid-House-High-Light des Monats war selbstredend Dave Clark im Nachtwerk zu Eislingen, eine Party, die ihresgleichen noch ein Weilchen suchen muß. Ein großer Bonus geht an DJ Miguel, der uns dermaßen gut aufwärmte und unverschämt gute House-Platten durch den Äther preßte. Nahtlos übergehend schickte uns dann Dave Clark über die Fliesen, so daß wir von 20.oo Uhr bis morgens abzappeln konnten und alles um uns herum vergaßen. Selbst auf der Heimfahrt konnten wir trotz kaputten Radios unsere Ärsche nicht ruhighalten und zitterten die 40 Kilometer bis nach Hause. Wir können seitdem kaum mehr den Auftritt von DJ Hell erwarten. Er ist einer der House-Größen, die in nächster Zeit im Nachtwerk auflegen. Auch die große House-Party einen Tag vor X-Mas, deren Lin-up allerdings noch nicht hundertprozentig steht, wird bestimmt ultraheftig. Man weiß einfach,m was gut ist...

Bei den Lokaltitanen Nexus-Oz-Splash geben sich ebenfalls in einem bestimmten Rhythmus diverse DJ-Größen aus dem In- und Ausland (Tanith, Paul van Dyk) ihr Stell-Dich-ein und werden zusammen mit den House-DJs (Commander Tom, Andi Trex, Peter Pan) eine gute Party abliefern. Was in jedem Fall die Raver und Clubber zu schätzen wissen und wieder verstärkt in Stuttgart ausgehen.

Die Abende werden kälter, das Sommerloch ist überwunden und wir sind sicher, daß wir dann auch wieder Gast-DJs hier begrüßen können. Einen Gruß an die Stuttgarter Clubs, die auch in schwierigeren Zeiten die Szene am Leben hielten.

So long.

DJ OH-Love + Rig Da Pig

P.S. 1000 Dank an Anja R. für den Stress und Herrn Oeckinghaus für die geopferte DV-Stunde.


Augsburg

Nach den Wirren des Sommers gibt es auch mal wieder was aus der verschlafenen Fuggerstadt Augsburg zu berichten. Beginnen muß man eigentlich mit dem Chaos, das im Frühjahr hier herrschte. War doch endlich mit dem Recordstore unter Ennes Führung Vinyl in großer Menge nach Augsburg gekommen, so schossen auch schon die diversen kleinen Parties aus dem Boden wie Pilze. Komischerweise aber - wie schon so oft - wurde das Angebot von den People nicht so richtig angenommen. Der Future Club und auch Fresh Underground sowie einige andere blieben regelrecht auf der Strecke. Wie üblich scheiterte die ganze Sache an unseren netten Behörden und den ebenso freundlich gesinnten Vermietern der Locations, so daß eines ums andere mal die Party-People als die Beschissenen dastanden. Aber daran hat man sich in dieser Stadt schon gewöhnt. Ich warte eigentlich nur noch darauf, daß man mir verbietet, die Busse zur Mayday zu organsieren, weil das Feiern in geschlossenen Räumen ohne eine Toilette pro zehn Personen verboten ist. Einzig und allein die "Hirnschraube" unter der Führung von Assasin konnte sich behaupten. Ob es an den Leuten oder den Veranstaltern liegt möchte ich nicht entscheiden, da auch bei uns inzwischen ein heftiger Konkurrenzkampf herrscht und "Outing" des Augsburgers liebstes Wort geworden ist.

Doch dann kam es wie ein "Virus" (hier Grüße an Carsten). Mitte Juni fand der Alpha-Rave statt und eine Woche später dann auch die Trance-Connection. Eine explosionsartige Vergrößerung der Szene fand statt und man spürte, daß es endlich an der Zeit war, die Techno- und Housefreunde mit Clubnights und Raves zu versorgen. So änderten sich einige Dinge und Anfang September sollte das neue Zeitalter beginnen. DJ Assasin führte die Mittwochs Clubnight in der Rockfabrik ein. Schon einen Tag später eröffnete der Space-Club im Inbase seine Pforten mit der Warm-up-Party zur Trance-Connection.II, die einen Tag später im größten Ereignis mit mehr als 3.000 Raver gipfelte. Bereits am 17. September eröffnete dann auch der Freudenhaus Club im Inbase, der jeden Samstag abgeht und derzeit an DJ Line-up und Deko nicht zu übertreffen ist. Vor allem die Deko allein ist schon einen Besuch wert. Man kann sich also wieder freuen in Augsburg, zumal der Trend auch die Medien erreicht, denn die Neue Szene startete gleich zur Eröffnung der Clubnights mit einem Spezial.

Norma

Inzwischen wurde leider der freitägliche Techno-Event in der X-Hall Thoßfell gecancelt. Lohnte sich wegen zu geringer Besucherzahlen nicht für den Betreiber. Ich weiß nicht, über wen ich mich mehr ärgern soll: Den Inhaber (den ich aber auch verstehe. Wer will schon einen Club betreiben, ohne Knete keine Fete) oder die lethargischen Raver, die durch ihre Ignoranz verpaßt haben, hier einen ständigen Club zu etablieren, der durchaus noch Entwicklungsmöglichkeiten gehabt hätte und eine Homebase für alle Vogtland-Raver hätte werden können. Stattdessen kann man sich nun vom 0815-Dancefloor langweilen lassen, wenn mans will.

Doch auch in diesem Trauerspiel gibt es wieder eine positive Ausnahme: am 29.9. und 2. Oktober war "Eine schrecklich verrückte Party" (Ähnlichkeiten zu laufenden Fernsehserien rein zufällig) angekündigt. Freitag: Skeptische oder auch erwartungsfreudige Besucher wurden von einer Biergartendeko a la Oktoberfest überrascht: Sexy-Barmädels in Trachtenlederhose und lustig: männliches Personal in Krankenpfleger-Out-fit für die abgestürzten Notfälle. Von der Musik kann ich kaum was berichten, da ich am ersten Tag etwas zu tief ins Maß geschaut habe. Samstag war es dann besser. Unser aller Lieblinge, die zwei N-SON-X, waren endlich wieder da. Mit zwei Live-Sets sorgten sie für die totale Abfahrt der über 1.000 Anwesenden. Alle waren begeistert und für mich steht fest, daß N-SON-X es als Live-Act durchaus mit dem Hardsequenzer oder Ravers Nature aufnehmen könnten. Also: Merkt Euch die Namen, denn von beiden werdet Ihr meiner Meinung nach noch was hören. Fazit: Trotz des seltsamen Partynamens ein mehr oder weniger gelungenes Wochenende.

Allen jüngeren Ravern möchte ich noch das OMEN in Adorf empfehlen, das verstärkt auf Techno setzt und mit Kiri, Olli, Andreas u.a. durchaus fähige DJs an den Turntables hat. Blitzschnell ausverkauft Mayday-Karten. Nachdem einige heimische Raver noch Karten für den Samstag bekamen, mußten sich andere mit Karten für den Freitag begnügen. So wird die Szene nun getrennt feiern müssen.

Message of the month: Leute, hört auf nur passiv zu konsumieren. Stellt Kontakte zu anderen Ravern her. Hier in der Provinz ist die Szene noch viel zu versprengt. Versucht selbst was auf die Beine zu stellen.

XXX Micha


Kempten

Was ging ab im Allgäu? Einiges! Nachdem die InfinityPeople ja schon seit einiger Zeit den Kampf für längere Sperrzeiten in Kempten aufgenommen hatte, sieht es jetzt tatsächlich doch so aus, als ob die politische Trägheit im Rathaus langsam überwunden wurde. Wenn man der Allgäuer Zeitung glauben schenken darf, soll die Sperrstunde in absehbarer Zeit von 3.oo auf 4.oo Uhr verlegt werden. Dann würde sich auch auf dem Ravesektor wieder was tun. Hallen wären ja mehr als genug am Start. Nur, wer geht auf einen Rave, auf dem um 3.oo Uhr die Schlußlichter einem die Augen ausbrennen? Na ja, schau ma mal.

Paadiemäßig ging auch einiges im Oktobär. Am 1. war DJ THRANX seit langem mal wieder im Douala zu hören. Zwar waren nicht allzu viele Leute da, wegen Universe in Munich und Union Rave in Düsseldorf am Sonntag wahrscheinlich, aber zusammen mit DJ Ron S (ehemals DON) vom Futurejam wurden diese doch noch zum Abtanzen überredet. Am nächsten Tag startete der Kemptner Bus dann zu einem Flug nach Düsseldorf, um die deutsche Einheit auf dem Union Rave zu feiern. Nach Augenzeugenberichten des Busfahrers herrschte während der ganzen Fahrt ein krasser aber angenehm riechender Nebel, der die Sicht zum Schalthebel und den Bordinstrumenten schwer beeinträchtigte. Einigen zog es die Mundwinkel bis zu den Ohren, die zum Glück eine natürliche Barriere bildeten. Anderen wiederum zog es die Augen samt Deckel bis unter die Nase. Als der Bus schließlich in Düsseldorf landete, verflogen diese Nebenwirkungen spätestens beim Betreten der Hallen vom Tor 3. Alle waren begeistert und feierten bis zum Abwinken. Nach drei vergeblichen Anläufen schaffte es die Kemptner-Party-Posse dann auch, DJ TRANX zu Gehör zu bekommen, der es endlich mal auf einen großen Rave geschafft hat.

Zurück im Allgäu schrie die Menge eine Woche später zum Sound von Marco Zaffarano im gut gefüllten Wallstreet. Am 14.10. war Frauenabend im Wallstreet mit Monika Kruse und Acid Maria. Nachdem sich die gaffende und sabbernde Männermenge vor den Plattentellern aufgelöst hatte, als diese merkte, daß die beiden nicht nur gut aussehen sondern auch einen megagenialen Sound machen, startete die geilste Party seit langem in der Wallstreet.

Monatsmitte waren die partygeilen Kemptner zu Besuch im Boot bei Bootsmeister Tommy Yamaha, BBM und Marc Worm, wo echt krasser Seegang herrschte. Nachdem der harte Kemptner Kern sowieso jeden Samstag in Nürnberg feiert, bin ich eindeutig dafür, die beiden Städte näher zusammenzulegen. Aber in jedem Fall 125.785 Greetings an alle vom P 500 Club in Nürnberg (Alles Kamille oder was???).

Ein neuer Freizeitvertreib in Lindau scheint es zu sein, DJs zu booken und dann kurz vorher abzusagen bzw. gar nicht Bescheid zu sagen. So geschehen u.a. am 21.10., wo DJ Thranx, DJ Smart und DJ Moe gebucht waren. Auf Gagenzahlen haben sie scheinbar auch keine Lust. Schau ma mal, wie weit Ihr mit dieser Einstellung kommt..

Am 21.10. gab es den Arts Experience Rave in den Roxy-Hallen in Ulm und um Ulm und um Ulm herum. Viel Line-up, viele Menschen und eine geniale After Hour im Ohne Worte, mit einem überragenden DJ Naughty!!

Noch ein paar allgemeine News aus dem Allgäu. Kommerz- und Heavyladen Kraftwerk in Sonthofen startete vor kurzem seinen Tekkno-Mittwoch. Tatsächlich rennen zur Zeit alle hin. Warum? Woisch, do hert ma halt no Hits. Unter anderem 4 bis 5 mal am Abend Hyper Hyper. No Comment.

Ein Grund mehr für DJ Thranx, seinen House- und Acid-Stil im Wallstreet weiterzufahren. Irgendwann werden auch die Allgäuer Raver zur Besinnung kommen und checken, wo der Hase langläuft. Dritter Mittwochsclub im Bunde ist die Endstufe in Marktoberdorf, die sich langsam aber sicher zum Geheimtip der Region mausert. Kleines Dachgeschoß mit Mega-Anlage und Super-Atmosphäre. Jeden Freitag gibt es DJ Thranx und Gast-DJs aus dem restlichen Germany zu hören, so z.B. am 4.11. R-Damski und am 2.12.

Tommy Yamaha.

Aus dem Geburtstagsclub im Wallstreet gibt es auch wieder einen gnadenlosen Absturz zu vermelden, nämlich als DJ Smart am 21.10. seinen 21sten feierte.

Soo, noch eine kleine Vorschau auf November. Am 25. wird DJ Spezial aus Berlin im Wallstreet zu hören sein. Am 25./26. soll laut Volksmund eine gute Feier in Berlin stattfinden. Auf gut Glück hat Infinity mal kurzerhand zwei Busse gechartert, die seit zwei Monaten ausverkauft sind.

Tschüß, Ciao, Schalom dann...

Andi Chris


Heidelberg

Der Höhepunkt des Heidelberger Geschehens des letzten Monats stellte der Karlsplatz im Rahmen des Heidelberger Herbstes dar. Den Programmplatz, der die beiden Vorjahre auf dem Heumarkt placiert war, hatte man auf den größeren Karlsplatz direkt unter dem Heidelberger Schloß verlegt.


München

Und die Jahre ziehn ins Land und gefeiert wird immer noch außer Rand und Band...

Frühlingsbeginn, alle drehen durch; im Sommer locken die heißen Nächte; eine kurze Pause bietet der August, der sich in München kaum von dem in Paris unterscheidet, alles leer, nur ein paar Touris irren durch die Stadt; und kaum beginnt der Herbst, zieht man erst recht um die Häuser - oder vielleicht doch auf die Wiesen. Die Tradition des Oktoberfestes macht fast vor niemanden halt. Wenn es dann "O zapfts" heißt, gehört den Dirndln und den Lederhosen auch das Münchener Nachtleben. Die Bayern sind schon ein schräges lustiges Bergvolk, und wenn sie eins können, dann ist es feiern. Wiesn-Rekordbesucher wurden Pata und Kerstin, die es immerhin schafften, bis auf zwei abende drei Wochen durchzufeiern. Wegen Grippe auf Platz zwei landeten Chri Chri, Plato und der wilde Rest. Auch im Ultraschall, Pumpin Tunes, P1 und im Tempel staunten die Zuogroasten über die Raver in Tracht. Großartig!

Die Rave-Touristen zum Tribal Gathering 94 kamen auch in den Genuß der Wiesn.Rund 20.000 Besucher reisten an, ein Mörder-Line-up mit Super-Live-Acts mit Prodigy, Underworld und Cosmic Baby zogen die Massen in die hallen. Der Eingang zum Terminal 1 wurde zum Besuchertrichter, voll und heiß. Stinkende Würstchen-Stände in den Hallen braucht kein Mensch. Planet Erotica wurde von einem Döner-Knoblauch-Geruch untermalt. Es hingen viel zu wenig Lagepläne, und Line-ups mit unterschiedlichen Zeiten machten die Runde und erschwerten die Massentortur erheblich. Sicherlich gab es aber genügend Leute, die sich super amüsiert haben.

Leider waren die VIP-Räume ungemütlich und so war die Atmoshäre eigentlich nur im Ultraschall mit seiner Wohnzimmerambiente richtig nett. Da gelang es auch endlich Leute zu treffen.

Nach der sagenhaften Libella-Westbam-Bootsfahrt auf dem Chiemsee gings dann auf die Marlboro-House-Night mit Felix the Housecat, Derrick May, Max Hector. Ein voller Erfolg und brechend voll im Ultraschall. Unter sehr lustigen Bedingungen drehte in dieser Nacht Rainald Götz das Video zu seiner CD "Word" (Eye Q) dort, die Darsteller sind Freunde, Bekannte und viele Freiwillige.

Im Oktober reihen sich die Geburtstage und so wurde das alljährliche Waagefest im Tempel mit DJ Dick zu einem kollektiven Absturz, natürlich mit vielen Anekdoten. Nicht zu versachten war allerdings auch der letzte High Noon im Pulverturm am 9.10.. Hier wurde bis DienstagAbschied gefeiert. Montags im P1 wurde Alis (Haus-DJ) Geburtstag celebriert und am Olympiaturm-Restaurants trennte sich schließlich der eiserne kern.

Einziger Samstags-Raver-Frühschoppen im Backstage "House of the rising sun". Sonntags kann man die Morgenstunden im M-Pire verbringen und mit viel Glück verpaßt der Klaus seinen Gästen Perücken - schon mal den Westbam mit langem lockigen Haar gesehen? Klasse!

Und was gibt es noch? Martina Forster präsentierte ihren Laden 2 Sisters bei der letzten "Ritual of Live" in einem Vier-Quadratmeter-Zelt. Für die Mädels lohnt es sich, den Laden in der Klenzestraße zu besuchen.

Der High Noon- und der Mittwoch Pulverturm-Date "House of culture" findet zur zeit im Tempel statt und hat sich sogleich beim ersten mal bewährt, Licht- und Tonanlage wurden erheblich aufgestockt.

So, und dann klingeln jetzt nach Mathias Scheffel (Riemer Hallen) bei einem weiteren Veranstalter - Thomas Kleutgen (Partysanen) - am 4. November die Hochzeitsglocken. Rischtisch gefeiert wird dann bei DJ Keoki (Lime Light N.Y.) im Tempel.

Noch zwei letzte Tips:

- 17./18./19. November startet die Firma Vidion eine riesige Fest- und Konzertreihe anläßlich der Snow Board Weltmeisterschaften in Grenoble/Les deux Alpes. Am 17. Sven Väth, am 18. Beastie Boys, am 19. Profits of Rage/Mega 4. Info unter Tel.: 06894-4696. Anreise, Übernachtung & Skipaß DM 349,-

- Aus Erfahrung sehr empfehlenswert. Der Luxusliner geht am 9.12. vom Tempel ab nach Zell am See, übernachtet wird im 4-Sterne-Grand-Hotel, samstags gehts dann zusammen zum Ski-Snowboard-Fahren mit Pisten-Bar, gefeiert wird dann im Ortsclub und am 11.12. ist die Abreise. Alles für nur DM 270,-


Wien

Zwar ist Arminio Rothstein, besser bekannt als "Clown Habakuk", für immer von uns gegangen, dennoch hat Wien für Jung-Leute einiges zu bieten: Da gibt es einmal den Wurstlprater, dann ein lustiges Ferienspiel der Wiener Kinderfreunde, die Copa Kagrana mit zahlreichen wunderbaren Karaokeabenden und nicht zuletzt die beliebte "Sport statt Drogen-Party" des Polizeipräsidenten - Eintrtt frei - versteht sich.

Um die Bevölkerung nicht vor ein unüberschaubares Überangebot zu stellen, wurden kurzerhand einige Clubbings und Musiklokale dichgemacht und obendrein zum Schutz unmündiger Bürger vor allzulauter Discomusik ein Gesetzentwurf zur Lautstärkebegrenzung von 85dB in Tanzlokalen eingebracht.

Als Protestkundgebung gegen staatliche Bevormundung und Demonstration einer freien, pluralistischen Jugendkultur wurde daraufhin von Veranstaltern aller musikalischen Lager die "Free Party 94"ins Leben gerufen. Trotz unfreundlichen Herbstwetters fanden sich dann, alle Erwartungen übertreffend, 15.000 bis 20.000 Menschen auf der Wiener Ringstraße ein, um die größte Party zu feiern, die die Stadt jemals gesehen hatte.

15 LKW hatte man zustande gebracht. Den meisten Anklang fanden die Wagen von XXX, Emotion und FarmRave. Erwähnenswert noch der "Fut und Oasch"-Wagen der sonst so ernsthaften Pomelokasperln, auf dem sich die Veranstalter als überdimensionale Geschlechtsteile präsentierten. Abends feierten dann ca. 2000 im burgenländlichen Neufeld zu Roland Caspar, Acid Junkies, Miss Djax, Thomas Heckman, Pulsinger u.a. ab.

Wirklich große Party gab es eine Woche danach bei XXX-Gasometer. "Welcome to the next level" war nicht nur Motto dieses Raves, sondern auch für den Besucherandrang bezeichnend, handelt es sich doch mit 6500 Gästen um das bisher größte in Österreich stattgefundene Event.Colin Dale, Deg, Gangsta, Inferno Brothers, DJ Squad und Clow an den Turntables, PCP und Ilsa Gold live. Nur Cirillo ließ sich entschuldigen, daheim gabs 500 DM mehr zu verdienen. Maximale Leistung den gesamten Abend, Höhepunkte waren sicher die beiden Live-Acts.

Das die Veranstalter den akustisch so schwierigen Gasometer (70 m hoch, 70 m Durchmesser) diesmal soundmäßig optimal im Griff hatten, trug zusätzlich dem Gelingen eines äußerst befriedigenden Events bei.

Die anschließende von Loop-Andrea organisierte After-Hour mit Spiral Tribe gab ca. 500 Unersättlichen den Rest und ging bis sechs Uhr abends. Wien, eine Stadt, in der Raven noch ravenswert ist - und hoffentlich auch bleibt.

CB


Nürnberg

Nürnberg ist erwacht und zwar mit einer Geschwindigkeit, daß es einem Angst und Bange werden kann. Die Stadt befindet sich im Partyfieber und alle alle sind dabei. Die Bedeutung der Frankenmetropole im House- und Technobereich wächst Tag für Tag. Indizien hierfür gibt es mehr als genug. DJ`s aus der Stadt sind gern gesehene Künstler in den besten Clubs und auf den amtlichsten Raves des Landes. Der Ruf der weiblichen Raver zieht sich durch die Lande. Aus allen Städten hat man zum Eroberungsfeldzug auf Nürnberger Frauen geblasen. Es ist schon ein regelrechter Fraueneroberungstourismus aus dem Süden zu verspüren. Türsteher aus Nürnberg sind in der preußischen Metropole von Weltstars der Technoscene heiß begehrt und stellen sexualmetaphorische Gebilde in den ausschweifensten Phantasien derselben dar. Kultgetränke aus dem Vereinigten Königreich werden zentral über die alte Nürnberger Handelszentrale in alle Welt verteilt. Graphische Kunst logiert als Speerspitze der Bewegung in alten Kinderzimmern. Man macht sich nichts aus Statussymbolen - die Inhalte zählen.

Das Partygeschehen wird natürlich mitgerissen bei all diesem Aktionismus. Ein Indiz hierfür ist das RAF, wo Parties der Extraklasse gefeiert werden, auch wenn einige Flachwixer versuchen, den Betreibern Steine in den Weg zu legen indem sie die Polizei benachrichtigten, um etwaige Sperrzeitüberschreitungen überprüfen zu lassen und dadurch dem RAF Konzessionsprobleme bereiten. My friends, leckt eure eigene Pussy und laßt uns solange feiern solange wir Spaß dazu verspüren ! O.K. Im P-500 geht Samstag für Samstag die Post ab. DJ`s der letzten Wochen waren Craig Walsh (U.K), HMC Juice (Australien), MEX (München). Die nächsten Wochen bei P-500 sind gespickt mit hochkarätigen Gästen (John Acquaviva, Kid Paul, George Morel) und nicht zu vergessen "House of Nü"", die Homebaseveranstaltung, die besonders hervorgehoben werden muß, da die Stimmung speziell an diesem Event besonders euphorisch ist. (Wir erinnern uns mit wohligem Schaudern an die Scenen, die sich jedesmal um 15 Uhr!! auf dem Boot abspielen). Auch der Ravetourismus der Nürnberger ist in letzter Zeit wieder stark am aufkeimen. Ein Wochenende ist hier hervorzuheben. Am 30.September bewegte sich die Karawane nach Berlin, um DJ BBM bei seinem Gastspiel im Berliner E-Werk im Rahmen einer Hi-Times Party zu huldigen. Ein Abend, der unvergeßlich werden sollte, der aber erst der Anfang eines langen langen Wochenendes werden sollte. Tags drauf bewegte sich der Troß in den P-500 Club, in dem an diesem Tage HMC-Juice sein Gastspiel gab. Seine Uraufführung gab auch an diesem Tage "Strahlmann`s Wunderelexier", ein Obstbrand aus der fränkischen Schweiz, der innerhalb kürzester Zeit Holgi nach Hause und Katrin an die Schüssel schickte. Der Türmogul hingegen, der auch davon trank, stand am nächsten morgen immer noch wie eine eins an der Tür und beobachtete mit einem lustigen Zwinkern und einem Lächeln auf den Lippen die nächste Abfahrtszeremonie. nämlich nach Düsseldorf auf den Union Rave. Dort angekommen orientierte man sich erst mal "backstage", um alte Bekannte zu treffen und Pläuschchen zu halten. Alle waren schon richtig müde, kein Wunder nach drei Tagen Dauerstress. Aber man biß noch einmal richtig die Zähne zusammen und hielt durch. Der Rave war oberamtlich, von der Deko über die Stimmung bis zum Line Up - alles waaahnsinnig goil. Meine Wenigkeit klinkte sich hiernach aus, aber in dunklen Nächten an warmen Lagerfeuern erzählt man sich die Geschichte, daß es noch Leute gegeben haben soll, die danach noch nach Frankfurt ins Dorian Gray zur Euphoria gefahren sein sollen. Dies halte ich aber für Raverlatein. Kein Mensch kann vier Tage wachbleiben ohne zu schlafen.

Am Schluß dieses Reportes gibt es noch eine kleine Anekdote aus der beliebten Serie "The holy Party", die sich wieder einmal in der uns allen bekannten und beliebten Kirche St. Belly Cloud in Nürnberg abspielte. Die Partygemeinde traf sich wohl ausgeruht und zu allen heiligen Taten bereit in diesem ehrwürdigen Gebäude, um das Sonntägliche Zeremoniell zu zelebrieren. Anfänglich gab es diverse Probleme mit dem Altar. Die Übermittlung der heiligen Worte waren durch technische Mißstände aufs empfindlichste gestört. Ein Vorbeter aus der Nachbargemeinde Würzburg versuchte dem Problem Herr zu werden. Der Heilige Geist hatte aber kein Einsehen mit Ihm, so daß eine professionelle Institution angerufen werden mußte und sich der Beginn der Messe verschob. Nach dieser weltlichen Panne trat der erste Bruder an den Altar und versetzte die Gemeinde in Verzückung mit seinen Worten. Als der Bruder den Altar verließ, waren schon alle in Extase und freuten sich auf ein Predigerduo, das sich links neben dem Altar aufgebaut hatte. Aber was passierte nun? Teufels Wort machte sich brait, hart vorgetragen hatte sie zur Folge, daß sich die Gemeinden bestürzt nach draußen verzog, um zur Seelenrettung Weihwasser zu trinken, um dem Teufel zu trotzen. Einige Satansjünger bewegten sich aber trotzdem zu den harten Worten und zuckten spastisch anmutend. Der Herr aber hatte ein Einsehen mit der Gemeinde und beendete das Treiben. Als nächster Prediger trat ein unbekannter Jüngling hinter den Altar und Gott zeigte sich in seiner vollen Schönheit. Die Gemeinde war hingerissen von soviel Schönheit und tanzte, wie uns der Herr tanzen gelehrt hat, allen voran unser Oberprediger Monsigniore Y. der mit einer Anmut, die seinesgleichen sucht, den Vortänzer mimte. Gefolgt vom Prinzenpaar Dom & Ralond, die gleich noch in tanzesmissionarischer Sache unterwegs waren und allen anderen Brüdern mitteilen wollten, wie befreiend ein spiritueller Tanz doch sein kann. Der Rest der Gemeinde widmete sich derweilen im Vorraum der Kathedrale teologischen Gesprächen. So Dekan Maiko aus Kemlen mit Schwester Kalin aus Zeitzig, die sich auf der Suche nach den inneren Werten befanden. An anderer Stelle derweil versuchte man sich in der Kunst des Bastelns von Papiergebilden, so eine Art Oregamie, deren Ergebnisse wohl einem karitativen Zweck zu gute kommen sollen. Abschließend ist die positive Arbeit der hiesigen Kirchengemeinde zu loben, die dafür sorgen wird, daß junge Menchen wieder einen Sinn im Leben und im Schaffen in einer jungen und intakten Gemeinde sehen und nicht anderen Göttern verfallen.

Da sind wir wieder. Die Blätter sind bunt, der Wind bläst und wir sind voll herbstlich drauf. Übergangszeit - Langsam sollten wir unsere Nester winterfest machen. Egal welches Wetter, Hauptsache es ist dunkel, wenn gefeiert wird. Und es war dunkel. Wir hatten Prodigy in der Stadt und eigentlich dachten alle, daß zu "Prolligy", wie wir sie auch manchmal necken, nicht sooviele Ravers kommen würden, aber das E-Werk war auf einen Donnerstag total überfüllt. War schon ganz lustig, wenn man bei so einem Technokonzert dabei sein kann. Professionell und bekannt, das wirkt wie eine Rockgruppe aus den 70gern, Bay City Rollers oder so. Wir haben schön die Puppen tanzen gelassen und alles. Danach war noch lange nicht Schluß , denn im altbekannten, berühmt berüchtigten Bunker hat ein neues Donnerstags-Schlupfloch aufgemacht. Der allseits angesagte Trend, und in Berlin schon stets verlangte Jungle-Abend, wurde etabliert.

Neben unbekannten und jungen Gesichtern tummeln sich zeitweise Journalisten, die versuchen, eine ID- oder Face-Story aus dem Underground zu heben. Die Bunker Rote Kreuz Bar war lange nicht mehr so gefüllt und stimmungsgeladen. Irgendwelche englischen friends legen dort jegliche Art von Breakbeat auf und treiben die angetretene Fangemeinde zum Wahnsinn.

Das macht fast jeden Samstag auch Joey Vasquez an gleicher Stelle. Aber auf ganz andere Art. Unter der Regie des Meisters - er selbst legt kaum mehr Hand an die Bunker-Tables - ist ein einmaliger Versuch zu erleben: Britische Boys machen House-Musik. Das wäre ja noch nicht außergewöhlich. Nur: Die Jungs sind offenbar taubstumm. Und an die Plattenkiste müssen sie per Erbschaft von einem Ende der siebziger Jahre vermutlich an Rinderwahnsinn dahingerafften englischen Provinz-DJ gekommen sein. Kurz: Spätestens nach einer Viertelstunde ist man zu allem bereit. Beispielsweise dazu, über den Bunker-Hof an die Tür zum SM-Fetischisten-Club zu eilen, den Klingelknopf zu betätigen, der Türsteherin Michelle die schwarzen Lackstöckel abzulecken, und alles nur, um auf einen anderen Geschmack zu kommen.

Einen anderen Geschmack hat auch Groopie deluxe, vielleicht das lustigste Geschäft der Welt. Highlight des Monats war die Präsentation von 3000 deluxe, der Kollektion von Frank Schütte für das junge Team um Verkäuferin Suzi, bekannt aus Tempo. Eine Ostberliner übergewichtige Nutte räkelte sich nackt in barocker Atmosphäre und es roch ein bißchen fischig. ("Wir haben uns nicht getraut sie zu fragen, ob sie sich einen runterholt, schließlich kann ich kaum polnisch", so Suzi) Dirk Neumann hats trotzdem gefallen. Alle anderen auch, alle waren da, hoffentlich wird der Mietvertrag jetzt nicht gekündigt, da die halbe Golzstraße in Schutt und Asche lag. Zumindest ist die 3000 deluxe Kollektion der absolute Renner, genauso wie Groopies hauseigene "Female Macho"-Teile mit und ohne Schäferhund.

Überhaupt boomt die Berliner Fashion Szene. Die Pillbox läuft gut, Mike´s Laden macht eine neue Filiale für Ravewear im Kunsthof direkt neben der Pillbox auf, Katharina von Wicked Garden plant in Kürze eine riesige Modenschau.

Auch nachts gehts bergauf. Vielleicht wird ein neuer Laden der große Renner: Matrix in einer sehr schönen Location in Berlin Mitte (Alte Jacobstraße 91, Berlin).

Vielleicht genau das, was die Stadt braucht. Eröffnung ist am 12.11.91 um 23 h mit den DJs Ellen Allien und Electric Indigo. Unser Tip: das könnte was werden. Dubmission hat sich gut im Café Moskau eingelebt, hat die nettaussehendsten Mädchen und sein Programm, Publikum und Spirit ganz exitmäßig erweitert - mit allem was dazugehört, und ob man das gut oder böse findet, hängt von einem selbst ab.

Wir dagegen hatten High Times im E-Werk und viel Spaß dabei, das beste, abwechslungsreichste Musikprogramm der Stadt, sensationelle Abende mit Trevor Rockcliffe, Colin Favor, Woody und unserer DJ Neutentdeckung Tom Clark, gutaussehenden Gästen mit exzellentem Musikgeschmack, was will man mehr - außer ein paar mehr davon, denn für unser Konzept war das E-Werk leider zu groß und teuer. High Times at E-Werk als regelmäßige Einrichtung endet mit der X-Mix Party am 4.11.94. Dann zieht High Times nach kurzer Pause um!! (mehr dazu im nächsten Heft). Freitags gibts ab 11.11. nun "Fridays" im E-Werk, von der Glamour Crew selbst organisiert, man darf gespannt sein. Der Samstag bleibt der beständige Klassiker im Berliner Nightlife. Positiv: der neue lustige Clubwearshop von Bea im E-Werk. Negativ: daß das E-Werk jetzt auch Getränkemarken und Bons eingeführt hat. Wir haben gehofft, daß wir in Berlin von so einem Scheiß verschont bleiben würden, und hoffen bei aller Freundschaft zur Planet Crew, daß auch alle anderen darauf keinen Bock haben und schnell wieder zum alten Cash System zurückgekehrt wird.

This is not the way und ob sich das E-Werk gerade als Vorreiter damit einen Gefallen tut, wagen wir zu bezweifeln, denn alle sind davon schwer genervt.

Ansonsten geht es dem E-Werk gut, viele Aktivitäten stehen ins Haus wie Chromapark 1995 und das Büro zieht bald aus dem zu klein gewordenen Office aus der Großbeerenstraße aus. Hier freut man sich auch besonders auf das Partyweekend vom 24.-27.11.94. Am Donnerstag gibts die MTV After Show Party von den European Music Awards, Freitags Frontpage 5 Jahre, Samstag und sonntag (Massive Attack) hat man auch beide Hallen geöffnet.

Auch sonst fiebert die ganze Stadt dem Partyweekend des Jahres entgegen. Mehr dazu überall sonst hier im Heft....

v


Copyright © 1995, Technomedia GmbH HomeBattnSm2 HomeBattnSm1