sam jennings

monosphere


FP:
Du hast jetzt drei Projekte, Plasma, Monosphere und Casa Magnetica. Monosphere ist momentan für dich aktuell, Plasma ein Label der Vergangenheit und Casa Magnetika ein Label der Zukunft?
SJ:
Das sind alles Entwicklungsphasen für mich. Plasma war mein erstes Projekt, womit ich 1991 in Köln angefangen habe. Danach habe ich mich dann davon etwas distanziert, weil es in den Zeitpunkt des kommerziellen Overkills fiel. Danach kam Monosphere, ein Projekt bei dem ich ausschließlich pure synthetische Sounds verwende, anstatt natürlicher. Ein Sound der vom Arrangement minimaler ausfällt, schlichter ist von den Elementen, aber auf seine Weise die Komplexität behält. Davor hatte ich noch nicht die Faszination für tiefe Bässe.

Casa Magnetica ist dieser Jahr entstanden und ich arbeite derzeit noch an der Entstehung eines eigenen Sounds. Es soll eher noch langsamer und eintöniger sein und anstatt einer 4/4 Bassdrum einen Groove featuren. Der Haupt-Groove wird dann durch die Bässe und die Sounds geprägt und nicht durch die Drumloops.

FP:
Bei Deiner neuen Platte fällt das gerade auf, wozu man sagen muß, das nur die B-Seite in der Weise wirkt, die A-Seite klingt dabei eher nach älteren Plasma Stücken. Warum diese Kombination?
SJ:
Ich hätte gerne auf diese Platte verzichtet weil die A-Seite den Zeitpunkt beschreibt, in der ich mich noch in der Entwicklungsphase von Plasma zu Monosphere befand.

FP:
Im Grunde kann man bei deiner neuen Platte, als von deiner ersten Acidplatte sprechen, oder nicht?
SJ:
Ja. Ich habe zwar schon vorher die 303 für subtile Bässe und zur Melodieführung benutzt, aber nicht in der Weise wie bei klassischen Acidstücken.

FP:
Hast du eine 303?
SJ:
Nein, die leihe ich mir immer aus. Ich wurde mir keine kaufen, denn der Preis ist ungerechtfertigt und das Gerät ist nicht für den kreativen Menschen gemacht, weil man sehr beschränkt ist mit seinen Sounds. Bässe kan mann überall her holen.

FP:
Welchen Zugang zu Musik hattest du? Was hast du vor deiner ersten Platte gemacht?
SJ:
Davor habe ich für mich selbst experimentiert, hauptsächlich mit einem Korg Syntheziser. Ich stand damals auf Techno Pop, wie ihn Depeche Mode oder Art Of Noise gemacht haben. Ich hatte damals keine Drummaschine, also war ich ziemlich Klang fixiert.

FP:
Du hast bisher sechs Platten gemacht und bist an die dreißig mal auf Compilations lizensiert worden, bzw. mit Mate auf der Mayday Compilation gewesen. Was ist für dich die wichtigste Veröffentlichung bis dato?
SJ:
"The Sound" auf Spacemate war für mich auf jeden Fall ein Durchbruch. Die Leute sprechen mich heute noch darauf an. Für manche ist sie bis heute unübertroffen, worüber ich nur lachen kann, wenn ich über die Soundqualität von heute und damals denke. Die Stücke haben heute viel mehr Power. Früher habe ich zwar schon analoge Flächen und Sweeps benutzt aber auch Deephouse mäßige Orgelsounds. Ich stehe zudem auch auf Pink Noise, Rosa Rauschen.

FP:
Was ist das?
SJ:
Ein Rauschen, was man bei alten Synthies noch findet. Im Vergleich zum Weißen Rauschen (z.B.Wasser) hat dieses einen höheren tonalen Anteil, läßt also Strukturen erkennen.

FP:
Du hast nicht nur mit Mate Platten gemacht, sondern auch mit ihm in der berüchtigten Moltkestraße gewohnt und letztendlich unter Plasma auch auf seinem Label Platten herausgebracht. Wie war das?
SJ:
Bei Spacemate war immer alles total unübersichtlich. Ich bekomme das immer zufällig mit. Ich habe jetzt erfahren, daß ein alter Mix von "High In The Sky", der von Rising High abgelehnt worden war, jetzt doch auf einer ihrer Platte erschienen ist.

FP:
Das war der Grund warum du bei Spacemate aufgehört hast?
SJ:
Ja.

FP:
Hast du von Mates Bekanntheitsgrad profitiert, bist du live aufgetreten, wenn er geDJed hat? Tritts du überhaupt live auf?
SJ:
Nein. Ich wollte auch nicht in seinem Schatten sein und nur als ausführende Hand herhalten müssen. Ich habe meine eigenen Ideen.Wenn ich heute live auftrete spiele ich zu 100% live, improvisiere auf der Bühne.

FP:
Bist du auf Bionic Beats der einzige Act? Schweben dir anderen Labels vor, auf denen du produzieren wirst?
SJ:
Ich arbeite bei Bionic Beats als A&R Mann und habe geholfen Stücke auszuwählen. Wie ich so langsam merke, entwickeln wir uns langsam auseinander, die haben einen ganz anderen Musikgeschmack als ich. Ein Projekt was ich selber unterstützt habe war, Cyberlab und dann zu guter letzt, war noch Christian Linder auf dem Label. Es gibt bei dem Label eigentlich keine Linie und das ist der Grund warum ich nicht mehr als A&R Mann dort arbeiten will.

Für Polytox, ein neues Label in Köln, werde ich im August eine Platte herrausbringen. Ich habe die Stücke im July geschrieben und ich bin froh, daß sie so schnell rauskommen. Bei Bionic Beats hat es teilweise 1 1/2 Jahre gedauert bis die Stücke draußen waren. Du kriegst dann natürlich Kritiken von allen Seiten, das die Stücke unprogressiv sind und deshalb möchte ich so etwas nicht mehr erleben.


FP:
Du machst jetzt ein Video für ein Stück, das nocht nicht für ein Label vergeben worden ist. Worum geht es dabei?
SJ:
Für mich ist das einfach interessant ein neues Ausdrucksmittel zu haben und ich werde in hohem Maß Einfluß nehmen auf die Produktion des Videos.

FP:
Wie arbeitest du?
SJ:
Es kann vorkommen, daß ich über Monate nichts mache. Es kommt immer darauf an, daß ich Lust darauf habe. Wenn ich eimal an einem Stück arbeite, setzte ich mich so lange dran, bis es fertigt ist.

FP:
Wie siehst du die Tranceszene?
SJ:
Das meiste, was an Musik herauskommt ist Schrott, ebenso die Parties. Das beste was ich in der letzten Zeit mitbekommen habe, war der Auftritt von Sun Electric im Tresor, zur Love Parade.

FP:
Zukunftsvisionen?
SJ:
Ich suche Leute, mit denen ich auch längerfristig zusammenarbeiten kann und nicht nur ein Businessverhältnis habe. Ich möchte auch ambiente Stücke schreiben.

FP:
Ist das nicht vielleicht musikspezifisch zu sehen, daß gerade bei einer Richtung wie dieser, die dermaßen Trend gebunden ist, viele Labelmacher einfach nur Geld machen wollen und sonst nichts?
SJ:
Ich weiß von vielen Leuten, daß sie nicht in der Lage sind konstruktive Kritik auszuüben, sondern sich ständig profilieren wollen.

Diskographie


< Force Inc                                                      Disko B >

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