Jetzt kommt

tom clark


FP:
Wie bist du zur Musik gekommen und wann hast du angefangen Platten aufzulegen?
TC:
Angefangen hat es bei mir damit, daß ich hauptsächlich Hip Hop und Reggae-Platten gekauft habe, und nur vereinzelt einige Techno-Scheiben. Seit '92 habe ich dann nur noch Techno-Platten gekauft. Im selben Jahr leistete ich mir dann meinen zweiten MK und fing an zu Hause zu mixen. Letztes Jahr hat mich Sammy D. zu einem Rave in Warschau mitgenommen, wo ich das erst Mal vor Publikum auflegen konnte. Mein bisher interessantestes Date war auf jeden Fall der Kiss FM Rave-Train.

FP:
Wie würdest du deinen Stil beschreiben und welche Richtung liegt dir garnicht?
TC:
Im Grunde genommen kann man das nicht als einen bestimmten Stil kennzeichnen, denn aus jeder Richtung gibt es Platten die man keinesfalls unterschlagen darf. Davon abgesehen steh ich eigentlich weder auf Breakbeats noch auf Gabber. Auch Trance stehe ich ein wenig zwiespältig gegenüber, denn gerade in letzter Zeit gab es doch nur noch sehr wenig richtig gute Trance-Platten.

FP:
Du bist ein DJ der sogenannten "New Generation", da hat man es doch schon ein wenig schwer, oder?
TC:
Auf jeden Fall, es gibt ja nicht wenige Leute die behaupten um DJ zu sein muß man schon mindestens 5 Jahre dabei sein, am besten man hat schon damals im Metropol mit dem Westbam Hi-Energy aufgelegt. Mir persönlich geht dieses Gequatsche ziemlich auf den Keks, die meisten etablierten DJs die so etwas von sich geben, haben da wohl Beweggründe über die ich mich wohl nicht weiter auslassen muß.

FP:
Was stellst Du für Ansprüche an einen Dj und welche deiner Kollegen gefallen Dir?
TC:
Die Technik zu beherschen ist auf jeden Fall die Grundvoraussetzung, weshalb ich vor allen Dingen Jeff Mills und Robert Hood bewundere. Natürlich ist die Technik nicht alles, ein guter DJ muß auf jeden Fall die Stimmungen auf dem Dancefloor steuern können und das geht im Endeffekt nur durch die richtige Plattenauswahl. Da ich in Berlin ja auch viel ausgehe ist es logisch, daß meine Lieblings-DJ's auch aus Berlin kommen. Das sind u.a. DJ Cle, Woody, Terry Belle und Sammy D.

FP:
Du gehst viel aus, wie beurteilst du die Situation in Berlin?
TC:
TC: Erst einmal will ich bemerken, daß ich es für wichtig halte, auch als DJ öfter mal auszugehen um nicht den Bezug zu verlieren. Raven als Weiterbildung sozusagen. Momentan kann man glaube ich sehr zufrieden mit den Berliner Aktivitäten (Rave Train, Love Boat, Open Air Tea Dance, Tresor-Garten etc.) sein. Außerdem gibt es ja noch das E-Werk, wo man Woche für Woche doch einen sehr hohen Standard geboten bekommt.

FP:
Gerade in den letzten Monaten jagt ja ein Rave den Anderen, was hältst du von Großveranstaltungen?
TC:
Obwohl es ja wirklich auch sehr viele schlechte Raves gibt, halte ich ich Raves für eine geile Sache , wo Energie auf eine Art gebündelt wird, wie es in Clubs auf keinen Fall möglich wäre. Meist hört man ja gerade auf Raves viele ausländische DJs zum ersten Mal, was ja auf jeden Fall zu begrüßen ist. Die Mutter aller Raves war wohl die letzte Mayday.

FP:
Stichwort Techno-Boom. Wie findest du es das mittlerweile wohl jeder zweite eine Techno-CD zu Hause hat?
TC:
Also ich halte eigentlich nichts von diesem "früher war alles besser" und "back to Underground"-Gejammer, weil uns diese Popularität von Techno Dinge ermöglichen kann, die ohne Geld wohl nicht klappen würden. Also warum sollen dann die Labels und Clubs nicht diese Popularität ausnutzen, viel Geld verdienen und dann einen Teil davon in neue Projekte zu stecken. Wer läßt schon Geld gerne liegen das auf der Straße liegt.

FP:
Du bist einer der Tour-Dj's bei der nächsten Frontpage-Tour, was erwartest Du?
TC:
Als erstes vor allen Dingen viel Spaß und außerdem sehe ich es als Chance mich zu bewähren.

FP:
Hast du vor, irgendwann ne eigene Platte zu machen?
TC:
Also damit habe ich mich noch gar nicht befaßt, da es mir im Moment wichtiger ist als DJ Fuß zu fassen. Wenn sich dann irgendwann in ferner Zukunft einmal die Gelegenheit ergibt, warum nicht.

FP:
Was machst du außer Platten auflegen?
TC:
Ich habe sozusagen eine Ein-Mann-Elektrikerfirma.

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