mr magic jonzon


FP:
Wann hast Du angefangen zu DJen?
MJ:
Als Argentinien Fußballweltmeister wurde.

FP:
Kannst Du von dem Job leben?
MJ:
Ja.

FP:
Was ist aus Deiner Zusammenarbeit mit Cosmic Baby geworden?
MJ:
Cosmic hat sich ja dann irgendwann entschieden reich und berühmt zu werden, wir haben eher zufälligen Kontakt und wenn wir mal telefonieren dann kriege ich den gesamten Katalog der Standardsprüche von > wir müssen unbedingt wieder etwas zusammenmachen! bis >ich ruf Dich an! zu hören.

Cosmic hat ja jetzt auch eine Wohnung in New York, was den Kontakt zusätzlich schwierig macht und einer Zusammenarbeit quasi Panzersperren in den Weg legt. Ich selbst stehe neuen Futurhythm und Vein Melter Platten grundsätzlich völlig offen gegenüber und warte eigenlich nur auf ein Lebenszeichen der zweiten Hälfte.

FP:
Warum brauchst Du für deine Outputs so lange?
MJ:
Das ist gar nicht so. Wenn man eine Familie hat ist das alles eben nicht ganz so einfach, mit dem Musikbusiness. Außerdem halte ich nichts davon den Markt andauernd mit neuen Jonzon Platten zu überschwemmen.

FP:
Hat sich an deiner Einstellung, das sich nur 5% der Leute wirklich für Musik interessieren etwas geändert?
MJ:
Eigentlich nicht, obwohl man sich schon darüber wundern kann, daß Leute in Salzgitter, wo ich vor kurzem aufgelegt habe richtig gut abgefahren sind und Salzgitter ist nicht gerade eine Großstadt. Es sind vielleicht immer mehr Leute geworden, die sich für diese Szene und das Drumherum interessieren, der Prozentsatz der wirkich in die Musik involvierten Leute ist jedoch glaube ich gleich geblieben. Wenn du auf einer Party mit 100 Leuten auflegst, raffen vielleicht 10 davon was abgeht, der Rest ist aus anderen Gründen da. Bei tausend Leuten verschiebt sich dann halt nur die Größenordnung.

FP:
Hat Techno etwas mit Politik zu tun oder ist das eher ein Ausdruck des sich nicht politisieren lassen?
MJ:
Nein hat nichts mit Politik zu tun. Man kann aus allem Politik machen und alles politisieren. Das kennen wir jetzt seit Ewigkeiten, George Clintons Parliament hat alle Begriffe der Politik in die Musik eingebracht und mit Statements wie One Nation under a Groove seine gesamten Aussagen schon in der Namensgebung politisiert, so ähnlich kann man das auch bei der Technomusik sehen. Man kann das alles politisieren, es ist aber keine Politik. Was soll das sein, eine ravende Gesellschaft? Alle raven immer und andauernd oder was?

FP:
Was würdest du aus deiner Sicht der Dinge heute anders machen, wenn Du neu wählen dürftest?
MJ:
Ich würde ein wenig mehr auf meine Ohren achten. Inzwischen lege ich zwar mit Watte in den Ohren auf, eigentlich ist es aber schon zu spät für solche Aktionen. Auf die Dauer ist das ganze doch mit einigen Risiken für das Gehör verbunden. Abgesehen davon könnte man sich von Hörgeräteherstellern sponsern lassen.

FP:
Wie kommt eine Zusammenarbeit mit Leo Annibaldi und DJ Hell zustande, oder handelt es sich dabei um ein Gerücht?
MJ:
Diese Idee ist von Uwe Reinicke von Space Teddy. Leo Annibaldi hat ja eine Freundin aus Berlin und sollte eigentlich einige Monate hier sein. Wir wollten beide gerne etwas zusammen machen aber jetzt ist er erst mal wieder weg. DJ Hell war als Produzent meiner nächsten Arbeiten für Space Teddy vorgesehen und vielleicht wird er auch selber Remixe meiner Sachen machen.

FP:
Wann wird es eine neue Vein Melter geben und wie kommt es zu diesem Namen?
MJ:
Das hängt wie gesagt von Cosmic ab, der ja irgendwie ein wenig zuviel zu tun hat. Der Name kommt von Herbie Hancocks Stück `Vein Melter', welches einer der Tracks der JazzFunk Musik war und einem die Adern schmelzen lassen kann.

FP:
Du hörst privat viel schwarze Musik aus den Siebzigern, ist Funk und Soul die Heimat eines echten Housefans?
MJ:
Das war halt bei mir so, ab und zu muß ich mir auch noch die eine oder andere alte Funkplatte kaufen, grundsätzlich ist es aber doch egal welche Musik man mal gehört hat oder woher man kommt.

FP:
Was ist mit dem Jacktrack, den Du mit 3Phase gemacht hast?
MJ:
Der ist in einem zweiminütigen Livetake entstanden und muß noch geschnitten und auf eine annehmbare Länge gebracht werden. Diesen Teil der Arbeiten wird jedoch 3Phase übernehmen und man kann ihm da ja auch vertrauen. Das Projekt wird 3Phase feat. Jonzon heißen und der Arbeitstitel der Trax ist Phoenix Trax.

FP:
Warst Du schon mal in Chicago und was bedeutet die Musik aus Chicago für dich?
MJ:
Nein da war ich noch nie. Die Musik aus Chicago hat mir schon immer sehr nahe gestanden, es gab da eine Zeit in der aus Chicago unvergleichbare Tracks kamen. Inzwischen kann man das alles nicht mehr auf eine Stadt fixieren. Ähnliche Musik mit ähnlicher Intensität kann auch aus Deutschland, Holland oder der Schweiz kommen.

FP:
Was sind Deine Pläne für die Zukunft?
MJ:
Ich möchte eine eigene Platte machen, ganz alleine. Mein Studio ist ja langsam fertig, es fehlen noch ein paar Kleinigkeiten, aber es fehlen halt noch Effektgeräte und anderer Kleinkram. Im Moment beschäftige ich mich damit, die ganzen technischen Sachen zu lernen. Da war ich ja früher ein echter Idiot, der zwar Pattern einspielen konnte aber ein Studio als Ganzes nicht bedienen konnte, inzwischen blicke ich da zwar mehr durch, das endgültige Setup für Jonzons ganz eigene Platte ist aber noch nicht komplett.

FP:
Schönen Dank

Diskographie


Charts

  1. V-MAX -> ACIDIC ALTERATION
  2. HARDTRAX -> HARD PHUNK
  3. J. MILLS -> CONDOR...
  4. BANG THE ACID
  5. APHROPITCH
  6. CHRISTIAN VOGEL -> LAMBDA
  7. 3PHASE FEAT. JONZON -> PHOENIX TRAX
  8. BELTRAM -> DROME
  9. JAMMIN THE HOUSE GEARLD
  10. ARMAN -> RIGHT TO SILENCE

AllTime-Top 10

  1. UR -> X101
  2. GEORGE & MIKE -> MAKE THE MUSIC
  3. NIGHT WRITERS
  4. POINTDEXTER -> CHAOTIC NATION
  5. M.D. CONNECTION -> TRACKS THAT SHOULD MOVE YA
  6. PHORTUNE -> CAN YOU FEEL THE BASS
  7. RHYTHM IS RHYTHM -> STRINGS OF LIFE
  8. K. ALEXI SHELBI -> ALL FOR LISAH
  9. VEIN MELTER -> HYPNOTIZED
  10. A GUY CALLED GERALD -> EMOTIONS ELECTRIC
< News                                                      Tom Clark >

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