Ich habe damals bei Talla gearbeitet und gründete dort das Label
Influence, dessen ersten 4 oder 5 Platten ich selbst gemacht habe. Danach
lief es nicht mehr so und ich gründete Labworks. Die ersten Platten
waren damals Rob Acids -> Cologne und Desperations
->Our Reservation, beides Platten, die sich mit am besten verkauften.
FP:
Machst du selbst auch Platten, außer den NOW Platten.
HW:
Mein wichtigstes Projekt ist Purple Plejade. Die zweite
Euromasters war von mir und z.B. die ersten drei Komakino.
Ganz am Anfang habe ich Platten unter dem Namen Concept gemacht, wobei
damals noch Jürgen Laarmann für das Design verantwortlich war.
FP:
Auffällig bei Labworks ist, daß viele Amerikaner darauf
veröffentlichen. Es ist in dieser Sicht alleine schon einzigartig.
Wie kommt es dazu?
HW:
Das ist beziehungsbedingt. Ich habe schon ziemlich früh Gigs z.B.
für Richie Hawtin hier in Deutschland klargemacht, als er noch nicht
so bekannt war. DJ ESP, Woody McBride und Freddie Fresh
fanden Labworks sehr gut und haben uns Demos geschickt. In den USA gibt es nur
eine handvoll kultiger deutscher Label und da zählt neben Force Inc
auch Labworks dazu.
FP:
Du hast vor kurzem auf der Mayday Party Chicago aufgelegt, wie war das?
HW:
Ziemlich geil und ziemlich komisch.
FP:
Warum?
HW:
Es war mitten in der Pampa, 5 Autostunden von Chicago entfernt.
Da war nichts, keine größere Stadt, nichts. Nur eine Tankstelle
und ein Stück Wald. Es lag noch an manchen Stellen Schnee, es war
bitterkalt und alles spielte sich in drei Zelten ab. Es war dort so eine
Atmosphäre, wie es sie hier nicht mehr gibt. Die Leute haben in Zelten
und in Autos geschlafen. Das waren zwei b.z.w. drei Tage pure Freude am Leben.
FP:
Wie ist das wenn du auflegst, bist du ein Purist und spielst nur Acid?
HW:
Ich spiele alles was mir Spaß macht, natürlich auch Acid.
FP:
Du hast jetzt gerade unter dem Namen Phreak I +II ein texanisches Projekt gefeatured.
Wie kam es dazu?
HW:
Das sind Freunde von mir, zu denen ich des öfteren in den Urlaub gefahren bin.
Das sind vielleicht nicht die kreativsten Stücke, aber sie haben etwas.
Die Jungs haben noch nie etwas zuvor veröffentlicht.
FP:
Es gibt seit kurzem auch Labworks UK. Wie ist der Markt in England für
deine Platten?
HW:
Wir verkaufen in England etwas mehr als in Deutschland. Eine handvoll geht
in die USA, das ist noch immer ein Vertriebsproblem.
FP:
Was wird in der Zukunft auf Labworks herauskommen?
HW:
Es wird eine Radiation von Jimmy Crash geben, die besser ist als die letzte
auf Direct Drive, vielleicht nicht ganz so gut wie Richies Mix. Dann gibt es
eine Christopher Just auf Labworks, sowie eine Platte von Seal Phürec
und dem Acid Kirk. Zu aller letzt gibt es dann noch eine neue 4D und eine
Loop (Wien) Compilation mit Stücken von allen Leuten die dort aufgelegt
haben. In Wien macht nächste Woche ein NOW!-Recordstore auf, aber es wird
unsere einzige Filiale sein, keine Kette wie bei Delirium.
Den Laden macht Tina 303.