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andy düx


FP:
Was kam bei dir zuerst, Plattenladen oder Label? Wie fing alles an?
AD:
Angefangen hat es 1990, als ich bei Schallplatten Knie in der Maxi Abteilung angefangen habe.

FP:
Was war das für ein Laden?
AD:
Das ist der älteste Plattenladen im Rhein Main Gebiet wo wirklich alle eingekauft haben, von Michael Münzing über Sven Väth bis zu Ulli Brenner.

FP:
Wo war das?
AD:
In Wiesbaden. Nach zwei Jahren hatte ich keine Lust mehr, denn das System hat mir nicht gefallen. Ich mußte halt alles vekaufen. Zu diesem Zeitpunkt hat alles angefangen mit Raveklamotten usw. und da habe ich mir gedacht, es wäre an der Zeit selbst einen Laden aufzumachen. Der Vollstrecker letztendlich war dann der Hoshi (Holger Wick). Wir kannten uns aus der Zeit als er bei Tallas Musik And Research mitgearbeitet hat.

FP:
Wann hast du mit Overdrive angefangen?
AD:
Das war gegen 1990. Das Label ist mein Label und ich bin zugleich auch Teilhaber mit drei anderen.

Die erste Platte des Labels war von mir und Udo Niebecker und hieß "Tribal Goes The Message". Als wir die Platte auf unserem Label rausgebracht haben, wußte keiner woher oder was für ein Label das war. Als dann die Platte ins Hardwax nach Berlin kam, fanden diese die total obergeil und dachten sie käme aus England. Irgendwann dann hieß es, Overdrive kommt aus der Nähe von Frankfurt. Unser erster Highlight war Mark N-R-G, dann Mikrobots, danach C-tank und zu guter Letzt Jan Pravda.


FP:
Was ist eigentlich mit Mark N-R-G passiert? Man hört wenig von ihm.
AD:
Ich denke, daß bei ihm momentan eine große Umstrukturierung stattfindet. Seine letzte Platte, die vor c.a. einem Jahr rauskam, unterschied sich schon stark von dem was er früher gemacht hat und die Demos die ich jetzt bekommen habe, sind widerum in einem anderen Stil. Er arbeitet momentan bei Boy Records Frankfurt. Er hat mir mal gesagt, daß wenn er auf Musik keine Lust mehr, er sich in die Fußgängerzone stellt und malt.

FP:
Wie ist der "I like BK" Werbespot zustandegekommen?
AD:
Das war ein totaler Zufall. Es hat bei uns jemand aus England angerufen, der einen deutschen Technoakt für diese Werbung suchte und an Cosmic Baby oder Mark N-R-G interessiert war. Ganz klar was dann passiert ist,

FP:
Hat er davon profitiert?
AD:
Nicht wirklich. Er hat seine DJ-Karriere damit gestartet.

FP:
Auffällig ist an Overdrive: keine Spur von Acid. Waran liegts?
AD:
Ich hab ja früher schon das ganze Zeug aufgelegt, Phuture Traxplatten, aber irgendwann einmal fand ich es total langweilig und habe Hardcore und Gabba aufgelegt. Mittlerweile habe ich gemerkt, das Acid den Undergroundstatus hochhält und das es ohne Acid gar nicht mehr geht.

FP:
Das heißt du legst aber selbst Acid auf, oder?
AD:
Ich find es sehr gut, aber ich kann ja keine Acidplatten rausbringen wenn ich keine guten Demos bekomme.

FP:
Macht ihr zusammen Stücke, Du und Hoshi?
AD:
Unser gemeinsames Projekt ist NOW Records und Hellrazor. Heute habe ich gerade ein Weißmuster von der Nr. 28 auf NOW bekommen, bei Hellrazor sind wird nah an der 10ten. Bei Overdrive sind wir offiziell bei 55 Platten, die nächsten drei stehen aber schon fest.

FP:
Du machst neben Overdrive auch noch Kick Down und Cool Summer Cuts. Ist das nicht schwer immer auseinander zu dividieren, was auf welches Label kommt?
AD:
Am Anfang wußte ich garnicht welche Musikrichtung ich z.B. bei Kick Down einschlagen sollte. Ich habe aber die Label für mich so aufgeteilt:
Overdrive ist ein experimentelles Label,
Kickdown ist Happy Hardcore bis Ultra Hardcore,
Cool Summer Cuts ist Ambient bis Trance,
Now ist Mega Kommerz,
Labworks ist Acid,
Generator ist Hardcore und Rave.

FP:
Kurios ist, das du im Dorian Gray auflegst, aber vom Geschmack her doch garnicht nach Frankfurt paßt. Wie erklärt sich das?
AD:
Ich habe vorher in Wiesbaden im Big Apple gearbeitet und mein Abend ist immer gut gelaufen. Im Durchschnitt waren 1000-1500 Leute da. Hoshi hat damals bei Talla gearbeitet und der Technoclub in Frankfurt ging den Bach runter und da hat man mich geholt. Das Dorian Gray ist in Frankfurt nebem dem XS der einzige Club der neben dem Omen noch an einem Freitag funktioniert.

FP:
Um nochmal über deinen Stil zu sprechen. Du legst gern Happy Hardcore auf, wie paßt das in die Frankfurter Trancelandschaft?
AD:
Ich spiele definitiv das, was in Frankfurt nicht hinpaßt. Hardcore, Happy Techno, das ist einfach das einzige Konzept um gegen das Omen anzukommen. Das Omen spielt eben einfach das Groovige, Housige oder Acid. Ich spiele eben ... ja ich spiele noch immer Gabba. Aber die Leute wollen es auch so. Ich habe mal einen Tag gemacht mit groovigem Trance und Acid und dann ging es mit den Besucherzahlen arg bergab. Wir haben mal lustigerweise einen Eye Q Abend gemacht, mit DJ Alpha und es war der Minusrekord schlechthin.

FP:
Warum hast du das gemacht?
AD:
Ich wollte einfach gucken was passiert. Ich hab gedacht Eye Q ist aus Frankfurt und dann holen wir mal den DJ Alpha aus Sweden und einen Live Act. Ich konnte garnicht glauben das es so leer war.

FP:
Du legst auf der nächsten Mayday auf. Was erwartest du?
AD:
Ich hab ja schon einmal auf Mayday aufgelegt aber recht früh. Hätte ich letztes mal in Dortmund um die gleiche Zeit aufgelegt, wäre es abgegangen, denn es ging ja schon zwei Stunden früher los.


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