- FP:
- Bezeichenend für die Situation. Eben gerade lief in den Tagesthemen
ein Special über Techno. Allerdings wurde Low Spirit, die Love Parade,
U96, Haddaway etc. in einem Abwasch genannt.
- Dick:
- Das waren eben die Tagesthemen. Für einen 60jährigen wie den
Wickert ist das natürlich ein und dasselbe wie Haddaway, Jam & Spoon,
Acid Musik oder sonstwas. Für den ist das irgendwelche wilde
Tanzmusik, die so ganz anders ist, als die Volkslieder, Klassik oder was
er sonst so hört. Es kommt immer auf den Standpunkt an. Ein Marsmensch
würde vielleicht finden, daß sich menschliche Musik insgesamt
gleich anhört. Aber Spaß beiseite: Neben solchen Nichts-Checkern
wie einer "Tagesthemen" Redaktion sind es doch vor allen Dingen Neider,
die versuchen uns mit solchen Acts in einen Topf zu schmeißen.
Ähnlich ist nur die Dimension der Verkaufszahlen, deswegen sei den
Tagesthemen verziehen... aber: Hast du sowas wie Haddaway überhaupt
schon mal auf einem Rave gehört? - Nein! Was tatsächlich nervt
ist, daß Leute, die es mit dem Low Spirit Success ganz genau nehmen
wollen, gerade dort pauschalieren, wo man tatsächlich unterscheiden
muß.
- FP:
- Low Spirit gibt es nun fast 10 Jahre. Wie erklärst Du Dir, daß
der große Erfolg jetzt im Jahr 1994 gekommen ist.
- Dick:
- Das hat wenig mit der Zahl 94 zu tun. Wir haben das ja auch nicht geplant,
daß es nun ausgerechnet 94 das Jahr des ganz großen Durchbruchs
wird. Zufall ist es allerdings auch nicht. In den letzten drei, vier Jahren
haben unzählige Labels, DJs, Clubs, Veranstalter, Aktivisten, Fanzines,
Vertriebe daran und dafür gearbeitet, daß das was man
landläufig unter Techno versteht, beim sogenannten Normalbürger
nicht nur bekannt, sondern auch beliebt geworden ist. Die Technobewegung
hat sich ja immer als ein Movement begriffen. Low Spirit war immer Teil
dieses Movements, bei einigen Dingen voraus und 94 hatten wir eine gute
Spürnase.
- FP:
- Das ist im Grunde stark untertrieben. Im Grunde sind alle Low Spirit Titel
von Marusha bis Marc Oh, von Westbam bis zu den Members of Mayday
ausnahmelos gechartet und haben einzeln Stückzahlen verkauft, von
denen andere nur träumen ...
- Dick:
- Natürlich ist nicht alles, was wir gemacht haben, gechartet.
Wir haben ja mit Fire über Discomania und
Low Spirit im EFA Vertrieb noch andere Labels, auf denen wir
Sachen herausbringen, die sich mal mehr, mal weniger gut, mal gar nicht
verkaufen. Wie erfreulich oder nicht erfreulich das ist, bleibt ja jedem
selbst überlassen, zu urteilen.
- FP:
- Low Spirit ist zu einem Synonym für einen bestimmten musikalischen
Stil geworden, eine spezielle Art von Ravemusik, seht ihr das auch so ...
- Dick:
- Von außen ist es natürlich schon so, daß man eine
gemeinsame Ästhetik erkennt, daß einige Platten als ähnlich
empfunden werden und daß man Low Spirit als "Stil" ansieht. Das kann
jeder sehn wie er will. Wir gehen aber auch nicht hin zu unserem Act XY
und sagen "unser Stil ist jetzt soundso und deswegen muß das jetzt
auch alles soundso sein". Wir haben ja nun eine Reihe unterschiedlicher
Künstler, von denen jeder seinen Stil, seine Eigenarten und
Qualitäten hat. Statt alle in einen Topf zu schmeißen und
über einen Low Spirit Stil zu fabulieren, ist es seriöser,
sich mit den einzelnen Acts auseinanderzusetzen.
- FP:
- Trotzdem ist doch ein neues Genre von Musik entstanden, die von Low Spirit
repräsentiert wird ...
- Dick:
- Schon eher. Wir haben die Musik gemacht, die wir gerne hören und
spielen wollten. Und das sind unter anderem Ravetracks, bei denen es so
richtig abgeht und bei dem alle Arme in die Luft gehen und bei dem alle
so richtig feiern, schreien, toben und ausrasten. Davon handelt doch
Technomusik, oder?. Bei 2 Unlimited rastet keiner aus.
- FP:
- Aber umgekehrt. Das 2 Unlimited Publikum könnte zu den Low Spirit
Hits ausrasten ...
- Dick:
- Was sollte man denn dagegen haben, daß Leute die vorher
wasweißichfürandere Musik gehört haben, jetzt Low Spirit
hören oder zur Love Parade gehen. Wan muß denn ein "richtiger"
Raver angefangen haben Techno zu hören? Interessiert es wirklich, wo
die 100.000 Raver der '94er Love Parade waren, als die erste Love Parade
mit gerademal 150 Leuten stattfand. Wir wollen doch, daß die Leute
richtig feiern und natürlich zu unserer Musik. Man kann das ja fast
schon als missionarische Arbeit sehen.
- FP:
- Du weißt, daß nicht alle genauso denken wie Du. Low Spirit
sieht sich auch mit jeder Menge Vorwürfen konfrontiert, die ein
anderes Bild zeichnen. Andere nennen es Ausverkauf bzw. totale
Kommerzialisierung ...
- Dick:
- Unsinn. Wenn wir Platten machen, denken wir nicht automatisch an Fragen
wie wer spielt das, wo kann das laufen, wie vermarkten wir das am besten.
Allerdings fragen wir uns auch nicht die ganze Zeit: ist das jetzt
undergroundmäßig, wem könnte das Stück nicht gefallen,
haben wir jetzt auch Samples verwendet, die bei bestimmten Leuten als
politically correct gelten usw. Und gerade Leute die so denken, sind
unsere größten Kritiker zur Zeit. Dieses Zögern und Zaudern
ist doch genau das Gegenteil von Experimentierfreudigkeit, und diese
Eigenschaft ist paradoxerweise oft Charakterzug der Leute, die sich als
Freunde experimenteller Musik verstehen.
- FP:
- Stein des Anstoßes sind doch bei den wirklich großen Low Spirit
Hits die melodiösen Passagen in den Tracks, die das Crossover zum
Overground möglich gemacht haben, die sich aber vom Technotracks
in Richtung Popsongs wegbewegt haben. Viele sehen das eher als
reaktionär denn als innovativ ...
- Dick:
- Das ist ja vor allem der Vorwurf derer, die jetzt und auch noch in zehn
Jahren das dreißigste oder hunderste Acid Revival zelebrieren.
Es ist ja schon ein paar Mal gesagt worden, aber es muß wohl hier
noch mal sein. Ich kann keinen Respekt haben vor Leuten die mich
diesbezüglich belehren wollen, und selbst nichts anderes machen als
mit ihren kleinen Siebziger-Jahre-Geräten so rumhantieren wie
Rockmusiker an ihren E-Gitarren. Oder jene, die alles was mehr als zwei
Tonspuren hat, schon für in hohem Maße suspekt halten .
Ich habe nichts gegen Minimalmusik, es gibt dort auch sehr gute und
interessante Sachen. Allerdings auch jede Menge, die sich vollkommen zu
Recht nur 300 Mal verkaufen ...
Unsere Musik ist da einfach komplexer. Wer sich mit den Roots der
Rave-Musik befaßt, nämlich House Musik, der stellt doch
schon fest, daß es dort immer Melodien oder melodische Sequenzen
gegeben hat. Und auch bei allen Ravehits der früheren Jahre waren
immer die erfolgreich, die wiedererkennbare Strukturen, Melodien,
auffällige Breaks etc. hatten.
- FP:
- Im Ernst, findest Du wirklich alle Stücke gut und spielst Du sie auch,
die ihr rausbringt. Gerade Du giltst doch als harter Kritiker ...
- Dick:
- Nun, um mal den Frontpage Lesern einen Eindruck zu geben, wie das so bei
Low Spirit läuft: Nicht jeder in der Firma muß jeden Track
lieben. Es gibt da unterschiedliche Vorlieben, beziehungsweise werden die
Tracks ja auch von den Artists gemacht, die sich schon was dabei gedacht
haben. Dem einen gefällt das mehr, dem anderen das. Aber eins ist
klar: Tracks, die alle scheiße finden, bringen wir nicht raus.
- FP:
- Was viele Leute vielleicht noch viel mehr stört als die eigentlichen
Tracks ist die Darstellung in den Medien. Insbesondere über Marusha
in Bravo, Pop Rocky etc. sind viele entsetzt und genervt ...
- Dick:
- Leute, die sich darüber beschweren, sollten sich fragen, warum sie
überhaupt Bravo lesen. Bravo berichtet über alles und jeden in
genau der gleichen schleimigen beschissenen Art. Das Interview, was Marusha
in Frontpage gegeben hat ist autentisch, in Bravo wird das halt in Bravo Art
verwurstet.
- FP:
- Wir bestehen darauf, daß es da schon noch einen Unterschied gibt,
z.B. auch den Zeitpunkt.
- Dick:
- Die Bravo ist kein Techno-Medium, genausowenig wie RTL, SAT 1 und sonstige
Medien. Aber wenn man Erfolg hat, muß man sich mit diesen Medien
auseinandersetzen und sollte die Chance wahrnehmen, sie zu nutzen.
Und gerade Marusha hat dies mit einigem Erfolg getan, nicht nur passiv,
sondern z.B. auch mit ihrer Fernsehsendung, die jetzt bundesweit in der
ARD ausgestrahlt wird und mit ihrer Radiosendung ...
- FP:
- Viele stört der Style und auch die Inhalte ...
- Dick:
- Auch Frontpage hat nicht nur Freunde. Kritik wächst immer proportional
zum Erfolg. Acts die niemand kennt werden demzufolge auch von keinem
kritisiert. Es gibt in Deutschland tatsächlich einen gewissen Antrieb
diverser Leute, die Sachverhalte, die ihnen eigentlich nutzen, ins Gegenteil
umzudrehen. Marusha hat unglaublich viel getan, um diese Art von Musik,
ihre eigene aber auch die gesamte Szene nach vorne zu bringen. Und viele
profitieren jetzt von dem Boom, der alle beflügelt und viele
weiterbringt. Die Kritik an irgendwelchen Details steht in keinem
Verhältnis dazu ...
- FP:
- Wenn Du Dir die letzten Monate ansiehst. Würdest Du etwas vom
heutigen Standpunkt aus anders machen ...
- Dick:
- Nun wir sind auf alle Fälle personell von dem Erfolg überrascht
worden. Es geht einem ja darum, so viel Kontrolle wie möglich über
seine Produkte zu haben, und wir arbeiten schließlich mit zwei
Indie-Vertrieben und einem Major Label zusammen, und da passieren schon mal
Sachen, auch hinsichtlich Medienarbeit Dinge, die man so nicht gut findet.
Für den Außenstehenden ist es oft ja gar nicht so ersichtlich,
wieviele Leute an ein einer erfolgreichen Platte beteiligt sind.
- FP:
- Siehst Du wie Low Spirit es gepackt hat ein Beispiel für andere?
- Dick:
- Wir haben als Low Spirit ja schon immer eine Vorreiterrolle gehabt.
Als wir 1985 Low Spirit starteten, gab es noch überhaupt kein
Dance Label, was independent vertrieben wurde. Independent, das Wort
kennt man ja noch aus dem Rockbereich, bedeutete ja, daß dort
damals New Wave, Punk und Indierocksachen vertrieben wurden, aber kein
Dance. Da haben wir einen Weg bereitet. Dann war es Westbam, der die
ersten DJ Platten in Deutschland herausgebracht hat. Man konnte sich
damals beim Major Label kaum vorstellen wie eine Platte ohne Gesang,
Strophen usw. verkaufen sollte. Auch mit dem Deal den wir jetzt mit
einem Major haben, haben wir eine Vorreiterrolle, die jetzt ja schon
auch sehr nützlich für andere Labels ist. Andere Majors
setzen jetzt auch auf Techno und zwar nicht mehr als kurzfristigen
Hype sondern langfristig. Alle, die diese Art von Musik lieben, machen
und davon und damit leben wollen, haben jetzt bessere Chancen ...
- FP:
- Einige kopieren Euch ja. Es gibt entsetzliche Entgleisungen und
zahlreiche verwurstete Popsongs im neuen Technogewand. Was war das
grauenhafteste Demo, was Du gehört hast ...
- Dick:
- Ich bin nicht so der große Demo-Tape Hörer bei uns. Manche
Leute sorgen ja regelrecht dafür, daß man ihre Tapes nicht
mal mehr in den Recorder legen will. Wenn jemand ein Foto mitschickt,
wo er auf 'nem Waldweg in den Alpen mit Schlips und Kragen steht und
im krakeligen Begleitbrief schreibt, daß er auch Reggae und
andere Musikstile "beherrscht", habe ich die Tapes erst gar nicht
angehört. Insofern glaube ich, ist mir das schlimmste entgangen.
- FP:
- Wie siehst Du die Zukunft von Low Spirit
- Dick:
- Wir denken gar nicht so sehr an die Zukunft des Labels, sondern mehr
an unsere Acts. Bislang waren ja die meisten Veröffentlichungen
von uns selbst, da mußten wir uns nicht so viele Gedanken machen.
Aber jetzt, wo die Rave Talents ihre Lehre aufgeben und selber dem
bürgerlichen Leben abschwören, um DJ oder Live Act oder
Producer zu werden, wollen wir ihnen natürlich dabei helfen,
damit sie damit nicht Schiffbruch erleiden. Für uns geht es jetzt
da um eine Konsolidierung. Und wir haben für den Herbst eine Reihe
interessanter Platten.
- FP:
- Du bist einer der Erfinder von Mayday. Welche Rolle hat der Rave auf
die ganze Entwicklung gehabt?
- Dick:
- Tatsächlich denke ich, daß ohne Mayday die Raveszene hier
sich ganz anders entwickelt hätte. Das kann man ja auch im direkten
Vergleich mit den Raveszenen in Holland und England sehen, wo es ja bei
weitem nicht so gut aussieht wie in Deutschland, obwohl diese Szenen
bessere Ausgangsvoraussetzungen gehabt haben.
- FP:
- Wie siehst Du das ...
- Dick:
- Mayday hat eine Vorbildfunktion und war immer ein Garant für einen
klasse Rave, weil wir immer versucht haben das best mögliche zu
bieten. Alle DJs, die auf den Plakaten standen waren da, die Organisation
hat gestimmt, die Technik war da. Mayday hat Vertrauen geschaffen.
Jeder, der kam wußte, es ist nicht nur das da, was versprochen wurde,
sondern es gibt auch eine Super-Party. Und dieses Vertrauen ist ungemein
wichtig. Mayday hat dazu beigetragen, daß die ganze Sache ernst
genommen wird. Mayday hat Energien gebündelt und dafür gesorgt,
daß sich die Leute als Teil einer Kultur begreifen und das ganze
nicht als kurzfristigen Hype ansehen, der sie mal schnell abzockt.
Eine Veranstaltung wie Judgement Day hat das der ganzen Welt gezeigt,
oder auch Religion und Rave Olympia ...
- FP:
- Wie siehst Du den Vergleich mit England.
- Dick:
- Nun, es gibt immer wieder Veranstalter die Dinge ankündigen, die es
nicht gibt, Namen aufs Plakat zu schreiben, die nichts davon wissen,
bei Anlagen zu sparen und sichs so einfach wie möglich zu machen,
insbesondere wenn man Raves nur aus kommerziellen Gründen etc.
veranstaltet. Nicht nur in England, sondern auch hier, siehe zum Beispiel
die X-Ray Raves. Schwarze Schafe gibt es überall. Aber wenn am Ende
sich alle nur noch gegenseitig abziehen und bescheißen, dann ist es
eben so, daß der Zauber wirklich schnell vorbei ist, und die Leute
sich dann auch ganz schnell wieder zu Hause bei Telespielen langweilen.
Und so war`s eben in England. Durch die ganze Unseriösität kamen
dazu noch Probleme mit den Behörden, und nun sind alle abgeturnt.
In Deutschland ist das nicht so.
- FP:
- Wo siehst Du die Vorbildfunktion?
- Dick:
- Mayday hat den Anspruch gehoben. Unsere Medienarbeit, Promotion,
Veranstaltungsorganisation, Installation etc. waren für viele
Veranstalter Vorbild gebend. Djs die bei Mayday aufgelegt haben konnten
damit den Durchbruch schaffen. Im Ruhrgebiet hat der Judgementday das
ganze Rave Ding erst richtig ins rollen gebracht. Die Auswirkungen dieser
Veranstaltung sind einfach unübersehbar.
- FP:
- Wie lange wird Mayday seine Vorreiter-Rolle noch ausüben bzw.
ausüben können ...
- Dick:
- Ich bin kein Prophet, aber zwei Sachen erscheinen mir klar.
-> Erstens: Bis jetzt sind die meisten anderen über den Status des
Kopierens nicht hinausgekommen.
-> Zweitens: Einen gewissen Bonus wird Mayday wohl für alle Zeiten haben,
ganz einfach weil wir die Ersten waren, die so eine Veranstaltung richtig
gemacht haben... und das läßt sich nunmal im nachhinein nicht
mehr rückgängig machen. Das schöne an Mayday ist daß
die sie inzwischen ein Klassiker ist, aber sich permanent erneuert und
trotzdem nach wie vor die Speerspitze von Innovationen ist.
- FP:
- Was siehst Du als den wichtigsten Vorteil von Mayday?
- Dick:
- Eben das Vertrauen. Leute kommen zu Mayday, weil es Mayday ist. Und wir
werden uns immer so anstrengen, daß das so bleibt und das wir
niemanden enttäuschen. Das ist etwas, was niemand kopieren kann,
selbst wenn er die gleichen Acts irgendwo hinstellt etc. Und daß
Mayday tatsächlich auch immer eine Glaubenssache ist und war und
nicht nur eine kommerzielle Veranstaltung. Andere wären dazu
übergegangen, jeden Monat einen Mayday zu machen. Die Nachfrage ist
inzwischen da. Aber das kann es nicht sein, die Euphorie wäre weg
und man würde sich nicht mehr auf den nächsten Mayday freuen.
Ein halbes Jahr Abstand ist optimal.
Was auch wichtig ist: Mayday hat auch Vorsprung durch Technik.
Es ist eben etwas ganz anderes, ob man Rockkonzerte veranstaltet oder
Raves. Mayday hat überhaupt Raveinstallationen mit Licht- und
Tonkonzepten erfunden, vorher haben irgendwelche Anlagenfirmen ihr
Equipment, was sonst auf Rockkonzerten steht, einfach irgendwie hingestellt.
Wir arbeiten inzwischen mit den besten Leuten auf der Welt zusammen.
- FP:
- Gibt s Sachen, die Euch Schwierigkeiten bereiten. Schwieriger wird es
doch, was das Finden neuer Acts und DJs angeht.
- Dick:
- Das stimmt, aber nicht so sehr, weil es keine gibt, sondern weil
inzwischen die Szene durch den von uns mitausgelösten Boom teilweise
informierter ist. Es ist schon schwierig, aus dem Boden stets eine
Handvoll neuer Superstar-Joker zu zaubern, die bei uns ihr Deutschland
Debüt geben. Außerdem gibt es ja heute viel mehr Veranstalter,
jeder kann sobald ein Act populärer wird, der erste sein, der ihn
präsentiert. Aber das ist nicht so schlimm, denn uns ist noch immer
etwas eingefallen, uns geht es um die Konzeption des bestmöglichen
Abends.
Was das musikalische angeht, müssen auch wir darauf warten,
was da so kommt. Das können wir nicht bestimmen, bestenfalls positiv
beeinflussen. Wir können immer nur Acts finden und präsentieren,
die irgendetwas gutes machen. Schlimmer ist es, daß die staatlichen
Restriktionen immer größer werden. Wir müssen
Vergnüngungssteuern bezahlen, die Hallenmieten sind aufeinmal viel
teuerer geworden, und es gibt immer mehr behördlichen Aufwand.
Doch wir werden uns nicht das Raven nicht vermiesen lassen!