AWeX

musik_awex

In Deutschland haben sich nach Jahren die ersten Stars der Szene herausgearbeitet und ernten nun den Erfolg, den sich manche wünschen und andere nie erhoffen. Welcher Weg ist der richtige und wo fängt der Underground an? Und wenn, was will der Underground von AWEX, die mit "It´s our Future" einer DER Hits der letzten Zeit hatten. Doch was ändert das im Leben von Tom Wax? Ein Talk über Hits und Downs, Majors und Kleinstlabel und natürlich immer wieder das eine Wort: Plastik!!

FP: Bei der Menge deiner Projekte solltest du mal erklären, was du alles produzierst und wie du zur Musik gekommen bist?

Tom Wax: So etwa vor sechs Jahren habe ich Thorsten Adler in der Schule kennengelernt, da er denn gleichen Musikgeschmack hatte und auch schon etwas Equipment besaß. Wir sind zusammen ins Omen gegangen und ich hatte zu der Zeit auch schon meine ersten kleinen DJ-Gigs. Durch einen Zufall haben wir jemanden kennengelernt, bei dem wir in einem Studio die ersten Sachen produzieren konnten und die erste Platte war dann Brain-E ãWhat a bassline", die auf Overdrive erschien. Die war damals schon so ein kleiner Clubhit und das hat uns ermutigt, weiter Musik zu machen. Noch während der Schulzeit und meinem anschließenden Zivildienst fingen wir dann mit Microbots an, was in Belgien über R&S lief und ein ziemlicher Erfolg war. Im Delirium in Frankfurt haben wir dann einmal Sven Väth getroffen und der erzählte uns von seinem neuen Label Harthouse. Dafür entstanden dann die Arpeggiators, die auch wieder ganz gut einschlugen. Das war zwar kein Verkaufserfolg, aber für die Credebility schon sehr wichtig. In der folgenden Zeit haben wir dann diese beiden Hauptprojekte weitergeführt und später dann Alex von PlastikCity kennengelernt, für den wir unter dem Namen PsychoDrums (auch Ex-R&S-Projekt) einen Remix gemacht hatten. Vom Stil her war das ähnlich zu Hardfloor, halt mit einer Menge 303s drin. Alex war dann so begeistert , daß er für PlasticCity auch eigene Tracks von haben wollte. So entstand dann auch der Name AWeX, was für Adler-WAX-Experiment steht.

Und was ist die Entstehungsgeschichte von >It's our future?

Das haben in vier Stunden gemacht und in etwa den Psycho-Drums-Stil beibehalten. Das Sample war natürlich wichtig und das haben wir auf einer CD-ROM für den Ensoniq ARS-10 Sampler gefunden. Da gab es auf einer Sprachbank dieses ãIt's our future" und eben auch den Schreier. Zusammen mit dem Artwork des Covers von Marc Burger aus Heidelberg sah die Platte auch klasse aus und viele haben gar nicht vermutet, daß diese Platte aus Deutschland kommt. Vielleicht auch deshalb haben es dann ziemlich viele DJs gespielt. Danach kamen dann noch die Follow-Ups und eben das Album. Mit dem Erfolg kamen auch noch Remixaufträge und wir haben über ein Jahr 65 Remixe gemacht, was wirklich schon fast zu viel ist. Wir werden da jetzt auch mehr auswählen und im Moment arbeiten wir an einem Remix für die neue Yello-Single. Außerdem arbeiten wir an einem neuen Arpeggiators-Album. Nebenher habe ich dann noch mit Norman Feller die Platten als DJ Tom & Norman rausgebracht und mein eigenes Label FutureWax angefangen, wo ich besonders aus dem Ausland einen guten Response hatte.

Du hattest angesprochen, daß deutsche Majorproduktionen oft irgnoriert werden, obwohl sie auch gute Tracks enthalten! Wäre da nicht der Ausweg, wieder mehr White-Labels zu pressen?

Naja, ich weiß nicht. Das ist ja im Moment auch so der Trick, den Low-Spirit seit neuestem verfolgt. Das mag eine Lösung sein aber ich finde es von den DJs her schade, daß das so rigoros gehandelt wird. Das ist engstirnig und langweilig. Ich höre mir jede Platte an und wenn sie mir gefällt, dann ist es eben O.K.!

Du warst mal bei House-TV eingeladen und dort den Begriff >Kommerzielle Produktion< erklärt. Könnmtest du deinen Standpunkt nochmal erläutern!

Kommerziell ist für mich eine Platte, die sich in hohen Stückzahlen verkauft und dementsprechnd auch beworben wird. Die ganze Underground-Diskussion sehe ich einfach nicht; für mich gibt es keinen Underground! Es gibt noch Minderheitenmusik, aber auch diese Themen werden in der Presse ja genügend behandelt und bleiben dadurch nicht im Underground. Hinter kommerzieller Musik steht ein Budget, mit dem die Platte auch beworben wird. Am Ende ist die Musik mein Job und ich werde mich nicht weigern, daß meine Musik auch chartet. Wenn man gute Musik macht, finde ich es nur gerechtfertigt, wenn man auch in die Charts kommt. In Deutschland ist man dann immer direkt ein Sell-Out-Act oder Kommerzheimer. Von dem Geschwätz halt ich nix!

Kannst du dir vorstellen, dich auf ein Projekt zu konzentrieren und nicht unter fünf oder sechs Namen zu releasen?

Wenn ich nochmal neu anfangen könnte, würde ich mich schon auf ein Projekt wie AWeX festsetzten und dort verschiedene Styles herausbringen. Das ist aber auch nicht so gut möglich, da sich die Käufer/Hörer an gewisse Namen und Projekte gewöhnen und man da nicht immer enttäuschen will.

Wie sieht für dich der ideale Plattenladen aus?

Da brauche ich eigentlich nur in den NOW-Recordstorenach Mainz zu fahren; da habe ich alles, was ich brauche. Andy Düx, der dort Verkäufer ist, kenne ich halt noch von Overdrive sehr gut und im NOW bekomme ich alle Platten, die ich so brauche. In manchen Läden wird man ja schräg angesehen, nur weil man etwas bekannter ist. Oft bekommt der Normalverbraucher schon fast keine neuen Platten mehr, weil die von den Top-DJs weggekauft werden. Das ist nix für mich!


back button for button