techno tour

techno tour

Auf einen Blick das Feinste -

Alle beteiligten Hersteller auf einen Blick:

>Korg
>best service
>alesis
>ENSONIC
>SONY
>AKAI
>waldorf
>GENERALMUSIC
>novation

Am 6. September wird es soweit sein:
Die zweite Techno/Technic-Tour startet. Diesmal im Duisburger "Phuture-Club". Jeder Besucher hat dabei die Chance, selbst an Geräten solch namhafter Hersteller wie AKAI, Waldorf, TSI, Korg oder Doepfer rumzuspielen, sich Infos zu holen, mit Freunden zu quatschen und "nebenbei" auch noch richtig Party zu feiern.

>Über die Tour sprach FP mit Peter Grandl, der die Wanderschau weitgehend organsiert und "nebenbei" noch Marketing-Chef von "AKAI/professionell" in Deutschland ist. Peter kennt die Techno/House-Szene ganz gut und die Szene kennt ihn. War er doch einer der ersten auf Herstellerseite, der sich für ernsthaft Techno interessierte. Frontpage: Peter, im September wird es die zweite Technotour geben. Was hat Euch bewogen, die Sache auch dieses Jahr fortzusetzen? Peter Grandl: Bei der ersten Tour wußten wir noch nicht, wie die Akzeptanz einer solchen Veranstaltung sein würde. Wir wußten nicht, wie viele Leute sich nicht nur fürs Musikhören sondern auch fürs Musikmachen interessieren. Wir hatten 95 einen Riesenerfolg. Nehmen wir nur das Beispiel Berlin. Die Technotour fand an einem Mittwoch im "Tresor" statt. Es war extrem voll. Die Jungs trieben sich mehr bei den Synthis rum als auf dem Dancefloor. Allein das war schon überraschend. Aber wir haben es auch an den Verkaufserfolgen gemerkt. Nehmen wir einfach die Firma TSI. Nach der Geschichte in Frankfurt hat die Firma mehr von ihrem damaligen gerade erst erschienen "Pulse" verkauft als vorher. Oder nennen wir Doepfer. Die sagten mir, die Tour hätte ihnen mehr gebracht als die Frankfurter Musikmesse. Spätestens nach diesem Echo war uns klar: Diese Tour machen wir auch 1996. Wodurch wird sich die Tour '96 von der Tour '95 unterschieden. Wir wollen noch mehr Wert auf den Partycharakter legen, also mehr DJs mitnehmen. Es trifft sich beispielsweise sehr gut, daß die Auftaktveranstaltung im Duisburger "Phuture-Club" zusammenfällt mit der Harthouse-Labelparty und damit auch mit Live-Auftritten bekannter House- und Techno-Musiker. Und wie sieht es 96 mit den beteiligten Firmen aus? Gibt es neue Teilnehmer? Wir haben zum ersten mal noch einen Major dazugenommen, nämlich Korg. Sony wird ein neues Recording-System präsentieren, was auf wiederbeschreibaren CDs beruht - das alles in sehr guter Qualität und preisgünstig geworden ist es mittlerweile auch. Wer also immer Techno macht, der muß heute nicht mehr auf Cassettenrecordern aufnehmen. Der kann sich halt so eine Minidisc kaufen. Was noch erwähnt werden soll: Wir haben als neuen Partner in diesem Jahr auch "best-service" dabei. Die sind bekanntlich ganz stark im Bereich CD-Roms. Einem Bereich übrigens, der auch immer stärker wird, weil man sich eben nicht alle Tage einen neuen Synthi für ein paar Tausend Mark kaufen kann. Da sind CD-Roms mit den Klängen für DM 150,- eine echte Alternative. Das sind so die wichtigsten Neuheiten auf Herstellerseite. Genereller gefragt: Wie wichtig ist heute eigentlich der Techno-Bereich für die Hersteller? Ich glaube, daß dieser Bereich sehr wichtig ist. Mittlerweile hat auch der Letzte erkannt, daß auf diesem Markt hohe Umsätze zu machen sind. Die Frage ist für die Hersteller, wie glaubwürdig man gegenüber den Kunden ist. Die Frage stellt sich also, ob man irgendein Produkt hernimmt, was es so oder ähnlich schon immer gab und jetzt einfach den "Techno"-Stempel draufmacht. Damit werden meiner Meinung nach die Kunden verarscht. Wir haben demgegenüber immer drauf geachtet, daß ausschließlich Produkte präsentiert werden, die tatsächlich in diesem Bereich eingesetzt werden können. Kurz: Wir nehmen niemanden mit, der nicht wirklich glaubwürdig ist. Irgendeinem Gerät einen "Techno-Stempel" aufdrücken und dem unwissenden Kunden so was zu verkaufen, das ist in unseren Augen einfach nur eine Sauerei. Das passiert leider im Augenblick öfter, einfach deshalb, weil man erkannt hat, wie einfach so eine Mark zu verdienen ist. Ziel der Tour ist es deshalb, da Aufklärung zu betreiben. Wir sind also auch nicht abgeneigt, solche Fragen zu beantworten, die Geräte betreffen, deren Hersteller an der Tour selbst nicht teilnehmen. Es sind Profis versammelt, die Bescheid wissen und die auch eine Frage wie "Lohnt es sich noch einen Matrix 6 zu kaufen" beantworten können. Um es noch mal zu sagen: Es geht in erster Linie um Information, um Beratung und nicht darum, unbedingt ein Gerät verkaufen zu müssen. Hat die Zielgruppe "Techno" spezielle Anforderungen an die Hersteller und wie sehen die aus?

Ich glaube, die wichtigste Anforderung ist die: Man will einen schnellen Zugriff auf alle Bedieneinheiten und man will nicht erstmal lexikondicke Handbücher wälzen. Man will das Teil hinstellen, man will es einschalten und dann soll sich das Gerät weitgehend selbst erklären. Die Kunden wollen Regler, an denen sie rumschrauben können. Außerdem ist eine Anforderung, daß nicht nur Musiker die Geräte bedienen können. Durch Zusätze wie beispielsweise Arpeggiatoren und so weiter kann viel innovativer an Musik hergegangen werden als es in der "traditionellen" Musik üblich ist. Ich muß nicht unbedingt Harmonien lernen und Klavierspielen können. Die Produkte sollen offen sein, also genug Knöpfe und Regler, ein lesbares Display haben. Gefragt sind offene Bedieneroberflächen. Wo siehst Du selbst die Hauptentwicklungstendenzen bei den Herstellern? Erstens bei der Bedieneroberfläche und zweitens werden die Ansprüche der Techno-Musiker immer höher. Das heißt, daß zur Zeit Geräte mit einem riesigen Preset genau die Zielgruppe treffen, daß sich das jedoch ändern wird. Auf Dauer können Preset-Geräte den ernsthaften Techno-Musiker nicht befriedigen. Auf die Dauer wird es eben langweilig, immer nur in die Presets reinzugehen, also beispielsweise immer wieder die bekannten Drumläufe anders aneinander zu reihen. Aber man macht nicht wirklich was Neues. Wenn ich demgegenüber einen MPC 3000 von Akai hernehme - mit dem ich das auch alles machen kann - obwohl nicht ein einziges Preset drin ist, dann ist das vielleicht am Anfang etwas schwieriger. Sobald ich aber ein paar Läufe und Sequenzen zusammenbringe - und das ist ja auch nicht schwer - dann weiß ich, es ist was komplett eigenes und ich habe nicht einfach die Idee eines Programmierer übernommen. Ich glaube, die Entwicklung wird auseinanderlaufen. Auf der einen Seite diejenigen, die Preset-Geräte machen. Zielgruppe dafür sind die Konsumenten, die zu Hause schnell und unkompliziert das machen wollen, was sie schon tausendmal im Radio gehört haben. Die anderen wollen einen Schritt weitergehen, wollen vielleicht sogar mal mit ihrer Musik Geld verdienen. Und die werden sich hüten, auf Presets zurückzugreifen. Und hier liegen für die anderen Hersteller die Chancen. Es wird also Hersteller geben, die mehr auf Anfänger eingehen werden, also Preset-Geräte auf den Markt bringen. Für die anderen werden dann eher Special-Products auf den Markt kommen, die auch teurer sein werden und die auch etwas mehr Einsatz vom User verlangen. Die beiden Tendenzen müssen sich nun nicht widersprechen? Das widerspricht sich gar nicht. Es wäre nur mein Wunsch, daß jeder Hersteller auch Produkte rausbringt, die mehr für Profis geschaffen werden. Peter, besten Dank für das Gespräch.

Alle Daten auf einen Blick:

06.09.96: Phuture Club, Emscharstraße 71, Duisburg, DJs: Harthouse-Label-Party, Live: u.a. Der 3. Raum
07.09.96: UNIT, Gasstraße 6-10, Hamburg, DJs: Residents
11.09.96: Tresor, Leipziger Str. 126a, Berlin DJs: Mr. Music, Liveact: Pacou
13.09.96: Techno-Club im Dorian Gray, Flughafen Frankfurt, DJs: u.a. Talla
14.09.96: Electro Acuponcture Party (Pfannigelände), DJ: Sven Väth


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