Nataschas Vater appelliert an seine Tochter
"Ruf mich bitte an" - Ludwig Koch, Vater der acht Jahre lang entführten Natascha Kampusch, hat sich im TV an seine Tochter gewandt. Im Sender N24 bat er seine Tochter, Kontakt zu ihm aufzunehmen.
Sender: Natascha Kampusch rief an
"Vielleicht siehst du diese Sendung. Ruf mich bitte an, damit ich dir meine Situation erklären kann und damit ich dir und deinen Aspekten zuhören kann", sagte Koch in der Sendung "Arabella Kiesbauer". Natascha Kampusch wird derzeit auf eigenen Wunsch von der Öffentlichkeit und ihren Eltern abgeschirmt. Seit einer ersten Umarmung nach der Flucht aus dem Haus des Kidnappers wissen Koch und seine Ex-Frau Brigitta Sirny nach eigenen Angaben nicht, wo sich die 18-Jährige aufhält. Sie wird zurzeit rund um die Uhr betreut und vertraut sich nur wenigen auserwählten Ermittlern an. Nach Angaben des Senders soll Kampusch noch während der Sendung telefonisch Kontakt zu ihrem Vater aufgenommen haben.
Vorwürfe gegen den Vater ?
Koch äußerte sich in der TV-Show enttäuscht über die Abschirmung: "Es ist fürchterlich, dass die Leute die sie auf die Welt gebracht haben, so übergangen werden." Seine Tochter sei "fremdbestimmt". Der Entführer Wolfgang Priklopil habe Natascha jahrelang "Lügen" über ihre Eltern erzählt, bis sie ihm geglaubt habe, vermutet der Vater. Unter anderem habe der Kidnapper ihr gesagt, dass die Eltern eine Lösegeldforderung von umgerechnet knapp einer Million Euro ignoriert hätten. Bei der ersten Begegnung habe Natascha ihrem Vater dann Vorwürfe gemacht: "Du hast dich nicht gerührt", soll sie gesagt haben.
Gespräche werden fortgesetzt
Wie Kampuschs Anwalt Günter Harrich zuvor erklärte, erholt sich seine Mandantin langsam von den Strapazen ihrer achtjährigen Gefangenschaft. Ein Zeichen dafür sei, dass sie bereits Zukunftspläne schmiede. Die 18-Jährige, die vor knapp einer Woche aus einem Kellerverlies entkommen war, wünsche sich eine Ausbildung, sagte er der österreichischen Nachrichtenagentur Apa. Der Anwalt sprach von einer "zarten, sehr netten, gescheiten Frau", die "intellektuell unheimlich talentiert" sei. Sie beschäftige sich viel mit Schreiben, Malen und Lesen. Auch ein Sprecher der Polizei sprach von einer positiven Entwicklung: "Es geht ihr ganz gut. Sie hat sich erholt". Die Ermittlungsgespräche werden am Mittwoch fortgesetzt.
Wird Natascha mit dem Haus entschädigt?
Anwalt Harrich versucht nun, für seine Mandantin Schadenersatzansprüche für erlittene seelische Qualen durchzusetzen. Eventuell könnte ihr das Haus zugesprochen werden, in dem sie acht Jahre lang gefangen gehalten wurde. Gerichtspsychiater Reinhard Haller hat errechnet, dass ihre eine Entschädigungssumme von rund 664.900 Euro zustehen würde. 70 internationale Medien haben bereits Interesse an einem Interview mit der jungen Frau bekundet und sind bereit dafür bis zu 10.000 Euro zu zahlen.
.....Mediengeier
