Hate
09.02.2006, 07:56
"Nichts ist so schön, wie das, was nicht existiert. " (Paul Valéry) Wunschvorstellungen. Vermutlich ist dieser Gedanke niemandem neu. Trotzdem schreibe ich ihn auf.
In erster Linie ist dieses Zitat einleuchtend aber auch alltäglich. Jeder baut sich Luftschlösser. Jeder hat Ideale. Ein leidender Mensch, wie sich hier viele finden, hat Träume davon, wie es sein könnte. Wie "Glück" funktionieren würde. Manchmal ist die Erfüllung dieser Träume an sich unmöglich, manchmal schreckt man vor den Schritten zurück, die man tun müsste, das Ziel zu erreichen. Manchmal schreckt man auch vor dem Ziel selbst zurück.
Denn vielleicht ist es nur so lange schön, wie es unwirklich ist. Wie die verbotenen Früchte. Wie der Kindertraum, mit Jack die Bohnenstange hinauf zu klettern, mit Bastian nach Phantásien zu reisen, mit Alice ins Wunderland zu gelangen.
Jeder hier sehnt sich nach einer besseren Welt, jeder baut sich Traumländer - aber was, wenn bestimmte Wünsche dann erfüllt werden? Als Kind wünscht man sich ein Spielzeug, bekommt es zum Geburtstag, zwei Monate später hat es seinen Reiz verloren. Man wächst heran, wünscht sich z. B. einen Partner, irgendwann "lebt man sich auseinander". Man wünscht sich, reich zu sein, gewinnt im Lotto und merkt, dass man trotz allem nicht glücklich ist. Man setzt sich neue Ziele, immer höher. Und - platt gesagt - hat man so immer einen Grund, sich zu beklagen, wenn ein Wunsch noch nicht erfüllt ist.
"Glücklich" - das Synonymlexikon bietet u. A. die Alternativen "selig", "freudestrahlend", "zufrieden"... und wann sind wir zufrieden? Wenn unsere Wünsche erfüllt sind. Und dann kommen neue Wünsche... Der Weg der Wünsche - schon wieder Michael Ende, die unendliche Geschichte. Bastian wünscht sich etwas, der Wunsch wird erfüllt, es wächst ein neuer Wunsch in ihm. Und mit jedem Wunsch geht ein Stück seiner Selbst, eine Erinnerung verloren. Bis er, am Punkt der absoluten Selbstaufgabe, seinen "Wahren Willen" gefunden hat. Doch wer will sich schon völlig aufgeben um glücklich zu sein?
Wir sind phantasiebegabt genug, unserem Hirn immer neue Wünsche und Träume zu entlocken, warum? Ist der Mensch dazu bestimmt, nur durch das Vergessen der eigenen Person glücklich zu sein? Aber gleichzeitg mit so viel Egoismus gefüllt, dass er diesen Punkt gar nicht erreichen kann? Also nie wirklich glücklich wird?
Nichts ist so schön, wie das, was nicht existiert... Das Zauberschloss mit Einhörnern, auf denen man über Wolkenwiesen reitet, die Villa am Stadtrand, die neue Barbie, der Traummann... Kein erfüllter Wunsch, kann in der Realität standhalten. Kein Wunder, wenn man sich, enttäuscht vom Leben, abwendet und sich weiter in lebensferne Weiten schwingt, um irgendwann festzustellen, dass man mit "Leben" nichts mehr gemein hat?
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In erster Linie ist dieses Zitat einleuchtend aber auch alltäglich. Jeder baut sich Luftschlösser. Jeder hat Ideale. Ein leidender Mensch, wie sich hier viele finden, hat Träume davon, wie es sein könnte. Wie "Glück" funktionieren würde. Manchmal ist die Erfüllung dieser Träume an sich unmöglich, manchmal schreckt man vor den Schritten zurück, die man tun müsste, das Ziel zu erreichen. Manchmal schreckt man auch vor dem Ziel selbst zurück.
Denn vielleicht ist es nur so lange schön, wie es unwirklich ist. Wie die verbotenen Früchte. Wie der Kindertraum, mit Jack die Bohnenstange hinauf zu klettern, mit Bastian nach Phantásien zu reisen, mit Alice ins Wunderland zu gelangen.
Jeder hier sehnt sich nach einer besseren Welt, jeder baut sich Traumländer - aber was, wenn bestimmte Wünsche dann erfüllt werden? Als Kind wünscht man sich ein Spielzeug, bekommt es zum Geburtstag, zwei Monate später hat es seinen Reiz verloren. Man wächst heran, wünscht sich z. B. einen Partner, irgendwann "lebt man sich auseinander". Man wünscht sich, reich zu sein, gewinnt im Lotto und merkt, dass man trotz allem nicht glücklich ist. Man setzt sich neue Ziele, immer höher. Und - platt gesagt - hat man so immer einen Grund, sich zu beklagen, wenn ein Wunsch noch nicht erfüllt ist.
"Glücklich" - das Synonymlexikon bietet u. A. die Alternativen "selig", "freudestrahlend", "zufrieden"... und wann sind wir zufrieden? Wenn unsere Wünsche erfüllt sind. Und dann kommen neue Wünsche... Der Weg der Wünsche - schon wieder Michael Ende, die unendliche Geschichte. Bastian wünscht sich etwas, der Wunsch wird erfüllt, es wächst ein neuer Wunsch in ihm. Und mit jedem Wunsch geht ein Stück seiner Selbst, eine Erinnerung verloren. Bis er, am Punkt der absoluten Selbstaufgabe, seinen "Wahren Willen" gefunden hat. Doch wer will sich schon völlig aufgeben um glücklich zu sein?
Wir sind phantasiebegabt genug, unserem Hirn immer neue Wünsche und Träume zu entlocken, warum? Ist der Mensch dazu bestimmt, nur durch das Vergessen der eigenen Person glücklich zu sein? Aber gleichzeitg mit so viel Egoismus gefüllt, dass er diesen Punkt gar nicht erreichen kann? Also nie wirklich glücklich wird?
Nichts ist so schön, wie das, was nicht existiert... Das Zauberschloss mit Einhörnern, auf denen man über Wolkenwiesen reitet, die Villa am Stadtrand, die neue Barbie, der Traummann... Kein erfüllter Wunsch, kann in der Realität standhalten. Kein Wunder, wenn man sich, enttäuscht vom Leben, abwendet und sich weiter in lebensferne Weiten schwingt, um irgendwann festzustellen, dass man mit "Leben" nichts mehr gemein hat?
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