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Auf die Pfeile klicken um weitere Informationen zu erhalten | Cover | |
| Datum | 2005-01 |
| Autor | Special K. |
| Homepage | www.tomeso.de |
| Kategorie | |
| Hersteller | Arturia |
| Text | Hersteller: Arturia Produkt: Hardware - Emulation Preis: 289 O / Strassenpreis: ca. 269 O Released: Janaur 2005
ARP - das ist ein Name, der heute eher selten im Producer - Biz Erwaehnung findet. Die alten Hasen kennen aber die Synthesizer - Kultfirma sehr gut, wurde mit den Geraeten dieser Firma so manch cooler Techno - und Rave - Track produziert. Die Franzoesische Firma Arturia hat nach den erfolgreichen Emulationen vom Moog Modular, Minimoog und CS-80 nun auch den ARP 2600 V im Produktangebot. Dabei haben sich die Programmierer wieder aller groesste Muehe gegeben und nicht nur ein altes Relikt nachgebaut, sondern auch zusaetzliche Features, dies es damals noch nicht gab, mitgegeben. Allein die Arbeitet mit Sampling Rates von bis 96kHz, ARP 1601 Step-Sequenzer, die 32-fach Polyphonie und Unisono - Faehigkeit sind Merkmale, die es beim Original nicht gab. Zusaetzlich hat der Hersteller noch drei unterschiedliche Skins in blau, schwarz und schwarz/orange zur Verfuegung gestellt. Dabei aendert sich jeweils nur das Design. Der Funktionsumfang selber bleibt immer der Gleiche. Die Software selber funktioniert als Standalone, wie auch fuer VST-, DXI-, RTAS-, HTDM- und Audio Units - Applikationen.
Kommen wir aber erst einmal zum Aufbau des ARP 2600V:
Der ARP 2600V besteht im Wesentlichen aus drei Komponenten. Oben stehen einem die unterschiedlichen Soundmodule zur Verfuegung. In der Mitte gibt es den APR Sequenzer Model 1601 und ganz unten haben die Programmierer, wie beim Original auch, die Tastatur verewigt. Die Soundmodule sind strukturiert angelegt. Oben befinden sich die drei Oszillatoren, ein Filter, eine ADSR - Huellkurve, der VCA und das Reverb - Effektmodul. Darunter hat Arturia die Chorus- und Delay - Einheit, den Noise - Generator, die Voltage -Prozessoren, das Sample - Hold und den von Arturia neu entwickelten Tracker verbaut. Nun werden einige unter Euch das eine oder andere Modul nicht kennen, so dass erst einmal eine kurze Erlaeuterung folgt. Die drei maechtigen VCOs sind fuer den Grundton verantwortlich. Auffaellig hierbei ist, dass die letzten beiden VCOs besser ausgestattet sind, als der erste. Zudem kann man ueber einen Schalter den zweiten zum ersten Oszillator synchronisieren. Das war frueher nicht moeglich!
Das Filtermodul daneben kann ebenfalls ueberzeugen. Man hat einen Low - Pass mit 24 und 12 dB Flankensteilheit, einen High - Pass mit 12 dB Flankensteilheit, einen Bandpass mit 12 dB Flankensteilheit und den Notchfilter des grossen Bruders ARP 2500, der seinen eigenen Klang hat, zur Verfuegung. Der Voltage - Prozessor wird fuer die Meisten ebenfalls Neuland sein. Hier kann nun jeder der vier Kanaele als Invert-, Mixer- oder Lag - Prozessor genutzt werden. Aber was ist denn das ueberhaupt? Den Begriff Mixer muss ich jetzt nicht erlaeutern, die Begriffe invert und LAG aber doch vielmehr. Dabei bedeutet das Wort ,invert" umgedreht, wobei der Signalweg invertiert wird. Der LAG - Prozessor ist ein Verzoegerer. Auf einem Keyboard geroutet, macht er das klassische Portamento: Dabei wird beim Start einer neuen Note ueber eine einstellbare Geschwindigkeit der vorher gespielten Notenwert erreicht. Allgemein sagt man dazu auch ,glaetten". Das neue Tracker - Modul rechts unten schiesst derweil den Vogel ab. Hier haben sich die Programmierer von Arturia etwas Besonderes einfallen lassen. Es ist ueber ein kleines Editor - Fenster moeglich, den Modulationsverlauf zu zeichnen. Dazu muss einfach die gewuenschte Kurvenform mit Hilfe der Werkzeuge gezeichnet werden. Fertig. Einfacher geht's nicht!!! Hier kann sich die Konkurrenz eine grosse Scheibe abschneiden, da diese Funktion eine sehr grosse Hilfe darstellt. Wer uebrigens den LFO vermisst, wird im naechsten Kapitel fuendig. Im Original war dieser in der Tastatur eingebaut, Arturia hat dieses Modul, wahrscheinlich der Einfachheit halber, im Sequenzer - Teil untergebracht.
Rechts neben dem LFO kommt das Step - Sequenzer Model 1601 zum Vorschein. Mit seiner Hilfe konnte das Original und natuerlich auch die Emulation sehr viel punkten. Mit diesem Sequenzer ist es ohne weiteres Moeglich sehr komplexe Klaenge und Melodien zu erzeugen. Dies soll nicht heissen, dass das mit anderen Sequenzern nicht moeglich ist. Die Verwendung des Model 1601 vereinfacht aber die Arbeitsweise ungemein. Man kommt mit ein paar Mausklicks wesentlich schneller ans Ziel, als wenn alle Steps muehselig in anderen Software - Sequenzern nachgebaut werden muessen. Generell koennen zwei Mal acht Steps parallel- oder zu 16 Steps zusammengeschaltet werden. Man kann sich zudem aussuchen, ob die Steps zufaellig oder nach der Reihenfolge abgespielt werden sollen. Jeder Step wird durch einen Hebel fuer die Tonhoehe und einen Schalter fuer den Drei - Wege - Bus unterschieden. Mit den einzelnen Bussen koennen die Module verbunden werden. Der dritte Bus kann zudem so geschaltet werden, dass eine Sequenz wiederholt oder ein einzelner Step uebersprungen wird. Sehr schoen! Ganz unten ist das 4 - Oktaven - Keyboard untergebracht. Links befinden sich das fuer das Model 3620 typische Pitch - Bend - Rad und der dazugehoerige Range - Hebel. Des Weiteren gibt's einen Portamento - Hebel und jede Menge Routingsmoeglichkeiten fuer Velocity, Aftertouch, Modulationsrad, Pitchbend und Key CV.
Kommen wir nun zum Sound. Hier kann der ARP 2600V sehr ueberzeugen. Der Klang, der uns aus den Monitorboxen schoss, ist fuer uns nur als geil zu bezeichnen, wobei das Wort geil von mir recht selten in diesem Zusammenhang benutzt wird. Aber nicht nur meinerseits gibt es diese Auffassung. Das Neptunes - Mitglied Chad Hugo ist ebenfalls dieser Ansicht und stellt zudem noch gleich ein paar Presets zur Verfuegung. Insgesamt gibt es 400 unterschiedliche Presets zur Auswahl. Von sehr filigranen Flaechesounds, ueber krasse Baesse bis hin zu sehr komplexen Soundverwebungen findet der User eine grosse Auswahl vor. Dies ist auch notwendig, da man als Einsteiger auf die Presets angewiesen ist. Hat man aber erst einmal das Modular - Prinzip verstanden, flutscht die Software fast von selbst. Wer nun Hilfe braucht, wird von der gutgeschriebenen Bedienungsanleitung nicht enttaeuscht. Einziges Manko ist hier das fehlende Deutsch. Aber vielleicht wird Arturia das noch nachholen.
Bei der Bedienung der Software hat sich der Hersteller ebenfalls grosse Muehe gegeben. Die groesste Herausforderung in diesem Modularsystem stellt natuerlich das richtige Strippenziehen dar. Wer nun keine Lust hat Strippen zu ziehen, kann per Rechtsklick aussuchen, welches Modul gepatcht werden soll. Dazu muss anschliessend einfach das jeweilige Modul angeklickt werden und schon ist das Modul verbunden. Diese Einfachheit ist aber zugleich auch wieder das groesste Manko. Hat man einen sehr komplexen Sound entworfen, sieht man fast nur noch rote Kabel. In der realen Welt vor 30 Jahren musste damit gelebt werden. In der virtuellen leider auch! Es waere daher wuenschenswert, wenn man die Strippen transparent darstellen bzw. die einzelnen Strippen ausblenden koennte. Zudem sind die Bedienelemente etwas klein geraten, so dass das Editieren mit der Maus nicht immer auf Anhieb sofort klappt. Fuer mich als Musikliebhaber ist es ebenfalls nicht verstaendlich, warum man ein so kleines Fenster fuer die gesamte Software gewaehlt hat. Blickt man da auf andere Programme, lassen diese sich ohne weiteres beliebig in der Groesse skalieren. Man kann daher nur hoffen, dass die Programmierer dies bald nachholen, denn der Spassfaktor wird unnoetigerweise auf alle Faelle gebremst. Sehr von Vorteil ist die MIDI - Learn - Faehigkeit des Programms. Mit einem MIDI - Controler kann somit das gesamte Programm ferngesteuert werden. Einfach die Funktion MIDI - Learn aktivieren, den dazugehoerigen MIDI - Controler bewegen und schon wird die Software von der Hardware ferngesteuert.
Die Systemvoraussetzungen lauten:
Windows: Win95/98/ME/2000/XP, mindestens 512 MB RAM und 1 GHz CPU
Mac OSX: Mac OSX 10.2 oder hoeher, mindestens 512 MB RAM und 1 GHz CPU
Allgemein koennen wir aber zu beiden Computer - Systemen sagen, dass auf jeden Fall ein staerkeres System gebraucht wird. Man kann zwar mit den Mindestanforderungen Musik produzieren. Richtig Spass macht's erst aber ab zwei GHz und mehr.
Fazit: Arturia ueberzeugt mal wieder in Sachen Emulationen auf alle Faelle! Nicht nur, dass die Franzosen einen sehr gut klingenden Nachbau geschaffen haben. Vielmehr haben sie das Original um ein paar sinnvolle Features ergaenzt. Die Sounds sind zudem oberamtlich und stehen fuer sich. Einzig und allein die Bedienung und die geringe Fenstergroesse lassen ein bisschen Platz zum Meckern uebrig. Stellt man dies aber in Relation zum Gebotenen, komme ich ganz klar zu der Auffassung, dass der ARP 2600V ein klasse Produkt ist, das auf jeden Fall eine Kaufempfehlung verdient hat! Wer gut klingende, analoge Sounds sucht, wird mit dem ARP 2600V seinen Liebling finden.
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